An der Spitze ist noch Luft nach oben - Jannis Wollborn 2021


Wer die Statistiken liest, in welcher die GSO die Weltmeisterschaftsläufe ihrer Geschichte festhält, der merkt schnell: Jannis Wollborn ist auf dem Weg der unbestritten beste Fahrer der GSO-Geschichte zu werden. Der zweite Titel und der Abschied von Newman zeigen aber auch, dass Wollborn die Historie der GSO sehr genau kennt und weiß, dass es etwas Besonderes wäre mit der Scuderia Cesario wohlmöglich den 3. Titel zu holen und damit endgültig den GSO Olymp zu erklimmen. Eine Aufgabe an der Lukas Schmidt im vergangenen Jahr aus verschiedenen Gründen scheiterte. Wer wie Wollborn in den letzten drei Jahren zwei Mal Weltmeister und einmal Vize-Weltmeister wird und somit anders als Schmidt Simracing technisch „voll im Saft steht“, dem ist dies natürlich auch mehr als zuzutrauen.

Treu und Ambitioniert

Sein Talent, das war schon 2016 und 2017 zu sehen. Den Entdeckern und Förderern der nächsten Jahre Kevin Peters, Patrick Newman und Gonzalez Cattivo, muss man letztlich einen Glückwunsch aussprechen dies erkannt zu haben. Dies bildete auch den Grundstein für eine lange Ära bei Newman Racing. Im damals mit Newman kooperierenden KosTec Team konnte Wollborn 2017 Fehler machen, ohne dafür permanent in der Kritik oder unter Druck zu stehen. Das hat sicherlich dazu beigetragen, dass er seinen hochriskanten Fahrstil nun perfektioniert hat. Dass er sowohl Patrick Newman, als auch dem gleichnamigen Team, nicht nur dankbar, sondern auch treu geblieben ist und das Team als zu mehreren Titeln führte, sagt etwas über seinen Charakter aus. Nachdem 2018 in dramatischer Art und Weise der erste Sieg in Kanada gelang, war endgültig klar, dass mit Wollborn fortan zu rechnen ist. In einem sehr starken Newman, gelang 2019 dann der Titel. War doch bisher ein kleiner Makel, dass im Folgejahr in Wollborns wahrscheinlich bester Saison kein Titel raussprang, kam die Belohnung nun eben 2021.

Noch immer Luft nach oben

Nun scheint Jannis Wollborn an der Spitze angekommen zu sein. Er wird nächstes Jahr als der Gejagte gelten und das nicht nur aufgrund des Teams für welches er dabei antritt. Eine Saison in der sich im technischen Reglement einiges ändert und die Bolidenperformance technisch wohl sehr nah zusammenbringt, ist wieder eine andere und neue Chance zu glänzen. Zeigt Wollborn 2022 seine ganze Klasse nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der GSO, könnte an der vermeintlich erreichten Spitze noch Luft nach oben sein. Sicher scheint indes eines: Jannis Wollborn kann in Zukunft in jeder Monoposto Liga, für jeden Fahrer eine Gefahr sein – und damit sind sicher keine Unfälle gemeint.



Autor: Michael Kosbau