Auf der Suche nach Perfektion - Lukas Schmidt 2021


Das wohl (vorerst) letzte Simracing Jahr von Lukas Schmidt endete versöhnlich. Sein Sieg in Japan untermauerte nicht nur sein Talent, sondern auch seinen Willen eben dieses zu einem guten Abschluss zu bringen. Ein Simracer, der stehts auf der Suche nach Perfektion zu sein schien, der ehrgeizig und fleißig ans Werk ging, hatte noch einmal richtig Spaß – und das war auch sein Ziel für 2021.


Zum Spaß kamen noch zwei Siege und neun Podien in 16 Rennen zusammen. Innerhalb und außerhalb der GSO renommiert, wollte er es noch einmal wissen. Sein charakteristischer Fahrstil und seine Erfahrung, gaben Anlass große Dinge zu erwarten. Doch nicht alles lief „nach Plan.“ In einem Cesario, der zwar deutlich besser als sein Vorgänger, aber nicht wirklich „Weltmeisterfähig“ war, kämpfte Schmidt zum Teil in rauer See, was rückblickend und wortwörtlich auf jeden Fall für alle Regenrennen galt.



An und über dem Limit

Und so folgte auf die mediale „Bombe“, dass Lukas Schmidt zurück auf der GSO-Bildfläche erschien neben erstaunen und auch Freude vor allem Verunsicherung und Missgunst. Alleine wer beobachtet hatte, wie im ersten Saisonrennen gegen Schmidt teilweise verteidigt wurde, als ob das eigene Leben davon abhing, während wenig später andere Konkurrenten mehr oder weniger kampflos vorbei gelassen wurden, konnte ahnen, dass sich längst nicht alle auf das Comeback von Schmidt freuten. Nach einer starken ersten Saisonphase kam es dann in Monza zu einem kleinen Bruch in der Saison. Zwei potenzielle Podestplätze oder sogar Siege verlor Lukas Schmidt durch eigene Fehler in Monza und Ungarn, auch weil er den sehr spezifischen Cesario oft im Qualifying über dem Limit bewegen musste um im ersten Renndrittel nicht zu viel Zeit zu verlieren.


In Malaysia, als man meisterschaftstechnisch mit dem Rücken zur Wand stand, leistete sich dann Teamchef Cattivo einen dicken Patzer. Anstatt auf Regenreifen zu wechseln, rutschte Schmidt eine Runde lang auf Slicks über die Strecke. Mindestens fünf Punkte gingen damals verloren. Zu den sportlichen Problemen kam noch eine mediale Begleitung hinzu von der sich sein Team, aber auch Schmidt oftmals verwundert zeigten.



Krokodilstränen

Um so mehr muss es Schmidt irritiert haben, wie viele Leute seinen Abschied am Ende des Jahres plötzlich bedauerten. Während er bereits frühzeitig wusste, dass es bei Cesario 2022 keinen Platz mehr für ihn gab und er sich bei anderen Teams einmal umhörte, brachen (zumeist) „durch die Blume“ Spekulationen über einen „Bruch“ zwischen Schmidt und Teamchef Cattivo aus. Nach der ehrlichen gemeinsamen Freude über den Sieg beim Japan Grand Prix hatte er seinem Teamchef noch einmal für „alles“ gedankt und während einige nun Krokodilstränen vergossen, freute sich Schmidt auf ein Stückchen „Freiheit“ das sein (vielleicht) vorläufiges Karriereende mit sich bringt.


Nach zwei Weltmeisterschaften, 68 Weltmeisterschafts-Grand Prix Starts, 17 Siegen und 40 Podien endet vorerst die Geschichte von Lukas Schmidt als Fahrer innerhalb der GSO. Das er ganz aus dem Umfeld verschwindet darf bezweifelt werden – und wer weiß, was die Zukunft bringt…



Autor: Michael Kosbau