Belgien Analyse – Der Underdog der keiner war



Denkt man an die Besonderheiten der verschiedenen VFC Teams nach dürfte einem immer wieder der Gedanke an das Cliffort Team kommen. Die Briten, welche vor allem im Fahrerlager durch Kaviar, Sekt und Original britischen Tee beeindrucken wurden vor der Saison als eines der Kundenteams nicht wirklich ernst genommen. Mehr als ein Geheimfavorit für Insider war der Rennstall vor der Saison nicht.

Mittlerweile hat sich das geändert, denn wenn Cliffort vor allem durch eins in dieser Saison 2020 auffällt, dann durch gute Resultate und viele Fahrerwechsel. Wobei das eine das andere begünstigt haben dürfte. Die Saison begann schließlich furios für das Kundenteam. Steven Lexow beeindruckte die Konkurrenz durch einen zweiten Platz zum Saisonauftakt in Australien. Mit dem Sieg im folgenden GP von Brasilien schockte er die anderen Teams endgültig als er mit einer 1-Stopp Strategie vom letzten Platz aus den Sieg errang. Zu diesem Zeitpunkt kamen erste Spekulationen auch teamintern auf, ob Cliffort nicht in der Lage wäre sowohl um die Fahrer- als auch die Team-WM ein Kandidat zu sein. Denn neben Steven Lexow schafften auch Jannik Maleika und Alexander Kraft in beiden Rennen den Sprung ins vordere Mittelfeld und sammelten wichtige Zähler. Doch genau zu diesem Zeitpunkt kam es zum Eklat. Steven Lexow legte auf Grund allgemeiner Unzufriedenheit völlig unerwartet sein Cockpit nieder und hinterließ einen Scherbenhaufen. So sah es zumindest erst aus. Tobias Dorsch sprang zeitweise als dritter Pilot ein um das Kundenteam zusätzlich zu stärken und vor dem Absturz zu bewahren. Später folgte dann Cooper McAllister als neuer Stammpilot.

Das Resultat? Besser als erwartet. Im Laufe der Saison stach Alexander Kraft sowohl durch bestechendes Talent, als auch als Schulschwänzer hervor. Starke Platzierungen in der Türkei (Platz 4) und Österreich (Platz 3) wurden durch drei verpasste Grand Prix wieder heruntergezogen. Dennoch, mit Alexander Kraft ist zu rechnen. Doch nicht nur Kraft sorgte für den vierten Platz in der Konstrukteurs-Wertung. Auch Jannik Maleika erwies sich trotz oftmals mangelnder Vorbereitung als regelmäßiger Punktelieferant und das Comeback des Weltmeisters von 2012 Cooper McAllister sorgte für 18 weitere Zähler inklusive dem dritten Platz im Kampf um die Krone von Monaco.


Doch mit der Sommerpause kamen der Break sowie die Frage was man von Cliffort in der zweiten Saisonhälfte zu erwarten hat. Die Fahrerzusammenstellung bietet mit Kraft, Maleika und McAllister große Qualität und das Potenzial auch in Spa erfolgreich zu sein. Der Wagen verfügt über eine gute Grundpace und dürfte sowohl auf der Geraden sowie im mittleren Sektor mit seinen schnellen Kurven erfolgreich sein. Aus den bisherigen Rundenzeiten lässt sich hier allerdings noch nicht viel ableiten da sich Cliffort in der Vorbereitung auf den GP wieder sehr bedeckt hält. Sollten die Wetterprognosen stimmen sollte auch ein Regenchaos den Piloten entgegen kommen. Die Lücke zu den Topteams könnte sich dementsprechend schließen.


So oder so wird man den ein oder anderen Cliffort Wagen wieder in den Top-10 vorfinden. Ob es wieder zu mehr reicht wird aber fraglich sein.

Hier findet ihr die aktuellen Trainingszeiten zum GP von Belgien:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202020

Autor: Julian Kopp