Belgien Analyse - Saldos Nemesis



Dunkle Wolken liegen seit erheblicher Zeit über der Saldo Zentrale in Barcelona. Das Team, welches sich große Hoffnungen vor der Saison machte, scheint mittlerweile resigniert. Zum Saisonstart stellten die Spanier eines der Top-Autos im Fahrerfeld. Man legte den Schwerpunkt auf eine starke Entwicklung innerhalb der ersten Rennen und verpokerte sich. Mit Luca Zorn (gleichzeitig Fahrer und Teamchef) und Daniel Bentenrieder wähnte man sich gut gerüstet um im vorderen Mittelfeld Konkurrenz stellen zu können. Die Realität war eine andere. Daniel Bentenrieder holte einen mageren Zähler aus den ersten fünf Rennen während Luca Zorn zumindest noch einen sechsten und siebten Platz erreichte. Den Höhepunkt erreichte der Schweizer als er im Chaos von Frankreich auf Rang vier fuhr. Mit fortschreitender Saison nahm die Qualität des Wagens allerdings immer weiter ab und mit ihm die Motivation sowie Ergebnisse. Resultat war ein Punkt aus den letzten vier Grand Prix bis zur Sommerpause.


Die Aufgabe wird dabei nicht einfacher. Während andere Teams noch Entwicklungspotenzial besitzen steht der Saldo seit langer Zeit still und wird auch nicht mehr verbessert. Dementsprechend scheint die Stimmung im Team aktuell zu sein. So warf Daniel Bentenrieder schon indirekt das Handtuch und verlässt Saldo in der kommenden Saison auf beiderseitigen Wunsch. Für ihn greift Jannik Maleika 2021 in das Saldo Lenkrad. Man plant also schon intensiv für die Zukunft da 2020 nicht mehr viel machbar sein wird. Wo Bentenrieder am Ende Heimat findet ist noch offen.


In Spa könnte die Gesamtheit des Wagens für Saldo wieder zum Verhängnis werden. Sowohl die schlechte Aerodynamik als auch der fehlende Abtrieb könnten für die Spanier von Nachteil sein. Aus den bisherigen Rundenzeiten lässt sich zumindest wenig ableiten da bisher noch nicht viele Kilometer von Saldo absolviert wurden. Zudem scheint Daniel Bentenrieder in Belgien auszufallen. Saldo arbeitet derzeit an einer fahrerischen Alternative. Als eheste Optionen gelten derzeit die Testfahrer Wladislav Russinov und Johannes Greulich. Beide gelten als Wundertüten und könnten wohl zum jetzigen Zeitpunkt nur begrenzten Mehrwert bieten. Dementsprechend halten sich die Erwartungen in Grenzen.


Die Liason scheint sich für Saldo also weiter zu ziehen. Aber vielleicht betet man ja für ein Wetterchaos wie beim GP von Frankreich, denn dass so ein Grand Prix auch Chancen bietet hat Luca Zorn dort schließlich schon bewiesen.


Die aktuellen Rundenzeiten zum GP von Belgien findet ihr hier: https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202020


Autor: Julian Kopp