Comeback geglückt! – Die große Saisonanalyse der Division 2 2021 – Teil 1


Gefühlt war es erst gestern, dass die wiedererweckte Nachwuchsserie der GSO ihren Saisonauftakt in Barcelona feierte. Dabei lief organisatorisch längst noch nicht alles glatt. Nicht nur, dass der erste Grand Prix einmal verschoben werden musste, auch der erste Rennstart endete in großem Chaos und so gab es direkt einen ersten Restart. Was dann aber in den kommenden sieben Monaten folgte war tolle Rennaction und ein Großer sowie spannender Fight um den D2-Titel, aus welchem am Ende Jörn Dicks (Afelian Racing) siegreich hervorging. In unserer dreiteiligen Saison-Analyse blickt Kommentator Julian Kopp nun auf die Saison der einzelnen Teams zurück und bewertet ihr erstes Jahr in der erwachten Division 2.


Team GSO

Nur einmal ging das Team GSO in der 2021er Saison an den Start. Dabei hatte der Rennstall eigentlich gar keine immense Bedeutung für den Wettbewerb. Er war ursprünglich von der Ligaleitung ins Leben gerufen worden, um bei dem zeitweise schnell wachsenden Fahrerfeld als Reserveteam zu fungieren. Wirklich nötig war das selten. Einen Auftritt bekam das Team dennoch. Der Ex-VFC Pilot Simon Core feierte beim Großen Preis von Großbritannien sein Comeback. Zwar trat Core nach dem Grand Prix durch Differenzen mit der Ligaleitung vorerst wieder vom Rennbetrieb zurück, bei diesem einen Rennen jedoch konnte der ehemalige Clipper Teamchef zumindest einen Punkt holen. So feiert auch das Team-GSO trotz nur einem Auftritt seine Berechtigung für die Team-Wertung der D2 2021. Es wäre nicht verwunderlich, sollte man den Rennstall auch 2022 wieder als Reserveteam im Ranking finden.


Aktive Fahrer 2021: Simon Core (P28 - 1 Pkt.)

Platzierung in der Teamwertung: P13

Beste Rennplatzierung: P10

Siege: 0

Podien: 0

Punkte: 1 Ausfälle: 0 URL Racing

URL Racing erreichte bereits vor der Saison bei der Anmeldung eine Art kleinen Kultstatus. Das lag im wesentlichen am Personal. Alleine Teamchef Stefan Koehler, welcher auch als Rennleiter in der VFC agiert, gilt als Kultfigur früherer und aktueller Zeiten. Umso passender, dass er sich für sein D2 Team den altbekannten GSO-Piloten Jan Berberich ins Cockpit holte. Dieser gab damit das von einigen langersehnte GSO-Comeback. Daneben ging mit Stephan Gottwald ebenfalls ein Comebacker, aber eine für viele recht Unbekannte an den Start. Blickt man rein auf die Ergebnisse des Teams im Jahr 2021 zurück war der Auftritt meist jedoch alles andere als kultig. Gerade Berberich erlebte in den ersten Rennen einige Rückschläge, beendete als einziger Pilot keines der ersten beiden Rennen. Lediglich ein guter siebter Platz von Stephan Gottwald sorgte lange für das einzig zählbare auf dem Teamkonto. Gerade nach den ersten Rennen hatte der Rennstall aber vor allem mit der Anwesenheit zu kämpfen. Ein Umstand, welcher sich erst zum Saisonende wieder etwas legte. Die persönliche Versöhnung mit der D2 gab es für Jan Berberich eher in der Saisonschlussphase. Nachdem Dominic Röhken die Verpflichtung Berberichs für das D2 Cliffort-Team 2022 verkündete spürte man beim erfahrenen SimRacer frische Motivation. Trotz abermals viel Pech in den letzten Grand Prix sicherte er sich beim letzten Rennen in Indianapolis seinen persönlichen Trostpunkt und dürfte sich nun auf die kommende Saison freuen. Ob und wie URL Racing dagegen 2022 in der D2 weitermacht ist noch nicht bekannt. Sollte man jedoch weiter dabei sein, dürfte es dementsprechend kultig bleiben.


Aktive Fahrer 2021: Jan Berberich (P27 - 1 Pkt.) und Stephan Gottwald (P21 - 4 Pkt.) Punkte: 5 Podien: 0 Siege: 0 Ausfälle: 2 Beste Platzierung: P7 (Stephan Gottwald) Platzierung in der Teamwertung: P12 Katzes Racing Team

Der Rennstall Katzes Racing Team gehört wohl zu den klaren One-Moment Phänomenen der diesjährigen D2 Saison. Einmal trat man beim Belgien Grand Prix an und machte dabei gleich auf sich aufmerksam. Gerade der 15-jährige Rouven Meschede offenbarte sich als klares Talent mit Potenzial. Erst fuhr er in Spa direkt auf die vermeintliche Pole, bekam diese dann aberkannt und absolvierte dann im Rennen sogar seine ersten Führungsrunden. Dass es am Ende nur zu Rang drei reichte, ging dabei fast unter. Die Aufmerksamkeit der Teamchefs aber, war ihm nach diesem Auftritt sicher. Teamkollege Sascha Tiersch hingegen agierte unauffälliger. Holte letztlich keine Punkte. Dies war auch der einzige Abend, an welchem man die, zugegeben, extrem bunten Katzes Fahrzeuge in der D2 sah. Danach zogen sich beide aus Zeitgründen vom Rennbetrieb zurück. Zumindest absolvierte Meschede sogar in Italien noch sein VFC Debüt für R-cademy. Was bleibt ist der erste Eindruck und die Möglichkeit gerade Rouven Meschede nicht das letzte Mal in der D2 gesehen zu haben.

Aktive Fahrer 2021: Rouven Meschede (P14 - 10 Pkt.) – Sascha Tiersch (P30 - 0 Pkt.) Punkte: 10 Podien: 1 Siege: 0 Ausfälle: 0 Beste Platzierung: P3 (Rouven Meschede) Platzierung in der Teamwertung: P11 Chapman Racing Team

Auch die 2021er Geschichte des Chapman Racing Teams ist etwas kürzer gehalten als bei anderen D2 Teams. Schlicht, weil Teamchef Leif Nordic bereits nach dem Saisonstart dauerhaft mit personellen Umstrukturierungen zu kämpfen hatte. Das gipfelte darin, dass man gerade in der zweiten Saisonhälfte auf einmal gänzlich ohne Fahrer da stand. Neuverpflichtungen scheiterten kurzfristig und unglücklich. Da der Rennstall als Nachwuchsteam von Clipper Motorsport agierte, ersetzte Leif Nordic früh in der Saison Marvin Schumacher als VFC-Stammfahrer. Christian Dittmer (ging zu 404 MG Falcon) sowie Dean Neels erlebten nur kurze Auftritte zu Jahresbeginn für den Rennstall. Zumindest gelang es dem Team in den ersten vier Rennen zehn Punkte zu sammeln und so die Grundlage zu legen um die rote Laterne zu vermeiden. Glaubt man den Gerüchten könnte man unter Teamchef Leif Nordic 2022 einen neuen Anlauf in der D2 starten. Zu wünschen wäre es dem Team alle Male.

Aktive Fahrer 2021: Leif Nordic (P23 - 3 Pkt.) – Dean Neels (P22 - 4 Pkt.) – Christian Dittmer (P15 - 1 Pkt. für Chapman) Punkte: 10 Podien: 0 Siege: 0 Ausfälle: 1 Beste Platzierung: P7 (Dean Neels) Platzierung in der Teamwertung: P10 Archer Grand Prix

Wenn man bei URL Racing von Kultig spricht, so gilt das ebenfalls in gewissem Maße für das Archer GP Team. Ex-VFC Fahrer Patrick Newman zog sich nach der 2020er Saison aus der Königsklasse zurück und wollte in der Division 2 kleinere Brötchen backen. Zusammen mit dem bis dato recht Unbekannten Marcel Miller ging man in die 2021er Saison. Mit Erfolg. Gerade Patrick Newman unterstrich mit seinen Leistungen, was ihn schon zu besten VFC Zeiten ausgemacht hatte: Die Konstanz. Mit selbiger und dennoch wenig Trainingsaufwand ging Newman an die Saison heran. Wollte in erster Linie Spaß haben und fand diesen schon im ersten Rennen. Auch wenn nicht jeder Grand Prix immer von echtem Erfolg gekrönt war zeigte sich die GSO-Legende letztlich zufrieden über die abgelaufene Saison. Gerade da er selbst, nach den starken Teilnehmerzahlen mit der Punkteausbeute wohl nicht mehr gerechnet hatte. Neben jeder Menge Spaß holte Newman ganze zehn Zähler für den Rennstall. Genug Argumente, dass wir die Legende wohl auch 2022 in der D2 sehen werden. Neuling Marcel Miller, welcher ab dem zweiten Rennen für das Team fuhr, tat sich hingegen oft schwer, glänzte häufiger auch durch Abwesenheit oder Ausrutschern auf der Strecke. Dank seinem erkämpften Punkt beim Japan GP und einigen neuen Erfahrungen dürfte aber auch er mit der abgelaufenen Saison im Reinen sein. Ein Einsatz in der neuen Saison scheint aber fraglich.

Aktive Fahrer 2021: Patrick Newman (P16 - 10 Pkt.) und Marcel Miller (P27 - 1 Pkt.) Punkte: 11 Podien: 0 Siege: 0 Ausfälle: 1 Beste Platzierung: P7 (Patrick Newman) Platzierung in der Teamwertung: P9



Autor: Julian Kopp