Dick´s Dreier - Die Tops und Flops des Südafrika GP


Das zweite Rennen der VFC 2021 war ein richtiger Kraftakt für die Piloten. Der kurzzeitige Regen und die ungewöhnlichen Streckenverhältnisse sorgten für ein packendes Rennen. Unser Redakteur Jörn Dicks präsentiert seine Tops und Flops des Südafrika GP.



Tops

Sven Schubert

Der Sieg für Schubert wurde ihm nicht auf dem Silbertablett präsentiert: Nach der missglückten Qualifikation aufgrund von viel Verkehr hätte man damit gerechnet, dass der VM-Pilot Schadens-begrenzung betreiben würde. Doch schon beim Start zeigte sich, dass Schubert nicht darauf aus war; der starke Auftakt spülte ihn nach der ersten Kurve auf Platz Vier. Von da an konnte er mit dem Teamkollegen Kevin Peters und den beiden Cliffort-Piloten vorne mithalten. Durch seinen taktischen Geniestreich während des kurzen Regenschauer sparte sich der Deutsche einen Boxenstopp und verwaltete, trotz zweier kleiner Fehler, von da an souverän das Rennen. Dazu klappte die Strategie diesmal einwandfrei. Vor allem wegen der harten Bedingungen ist der Sieg damit absolut verdient.



Jannik Maleika (Equipo Saldo)

Die wenigsten hätten mit der Pole-Position des Jannik Maleika gerechnet, umso besser ist daher seine bombenstarke Pole-Runde in Kyalami zu bewerten. Doch in der Startaufstellung mussten er und sein Teamkollege bald feststellen, dass sie auf der nassen Seite starten würden, wodurch die Pole schnell verloren ging. Mehr noch, nach einer Attacke von Pascal Pohlenz (Clipper) fand sich Maleika nach wenigen Sekunden auf dem letzten Platz wieder. Doch er gab nicht auf, fuhr unauffällig, schnell und konstant in die Punkte auf Platz sieben und konnte damit sogar den zweifachen Weltmeister Lukas Schmidt (Cesario) schlagen. Maleika zeigte in Südafrika eines seiner besten Rennen seit langem und strafte seinen Kritikern Lügen.



Sebastian Steinhauer (Manziel GP)

In einem Manziel schon im zweiten Rennen in die Punkte zu fahren ist eine Leistung für sich. Dies dann aber in einem Chaos-Rennen wie Kyalami zu schaffen, ist beachtlich. Schon in den Trainings zeigte Steinhauer eine überraschende Pace, die er dann schließlich auch im Rennen genauso umsetzte. Dabei ließ er viele starke Kontrahenten hinter sich und holte mit Platz elf ein Ergebnis, über das Teamchef Travis Carter gerade zu Anfang der Saison nicht zu träumen gewagt hätte. Zwar wäre man durch weniger Fehler seitens Steinhauers sogar auf Platz zehn gelandet, allerdings tut das seiner starken Leistung keinen Abstrich. Steinhauers bisher bestes Rennen in der VFC, soviel ist sicher.



Flops

Marvin Schumacher (Clipper Motorsport)

Marvin Schumacher ist nicht als der stärkste Fahrer in der VFC bekannt. Nach seinem Rennen in Südafrika muss und sollte man sich aber die Frage stellen, ob er überhaupt VFC-tauglich ist oder mal eine Pause bräuchte. Sein Rennstart lief nicht optimal, was wohl auch an dessen Reifen-wahl lag; mit Regenreifen auf der trockenen Seite zu starten ist nun mal nicht optimal. In den kommenden Runden stellte Schumacher eine Gefahr für andere dar, drehte sich selbst mehrmals und schoss sogar Marc Schlüter (Russia GP) ab. Der negative Höhepunkt war aber die Verursachung eines Unfalls mit dem eigenen Teamkollegen. Über das ganze Rennen hinweg blieb Schumacher auf Regenreifen und kam somit mit zehn Runden Rückstand auf Platz 24 ins Ziel. Seitdem ist viel im Fahrerlager passiert, man hört, dass Schumacher vorerst in Braslilien nicht mehr fahren wird und Teamchef Pascal Pohlenz sich nach einem neuem Fahrer umschaut.

Lukas Schmidt (Scuderia Cesario)

Es war nicht das beste Rennen des Lukas Schmidt. Eine falsche Strategie warf den Schweizer schon früh zurück, eine Attacke auf die Spitze war hierdurch schlichtweg nicht möglich. Darüber hinaus wirkte er das ganze Rennen hinweg unkonzentriert und machte Fehler, die man von Schmidt normalerweise nicht sieht, z.B einen Unfall mit seinem Boxenteam in der Boxengasse. Später verursachte er sogar eine Kollision mit Yannik Barwig, als er nach einem Fehler in der oberen Haarnadeln unsicher zurück auf die Strecke fuhr. Die nachfolgende Strafe war dementsprechend gerechtfertigt.

Es war nicht das beste Rennen des Lukas Schmidt, jedoch wohl nur eine Eintagsfliege. Somit nur ein kleiner Rückschlag im Kampf um die WM-Krone.



Marc Schlüter (Russia GP)

Marc Schlüters Rennen kann man mit dem Wort "katastrophal" zusammenfassen. Trotz einer guten Vorbereitungen auf das Rennen mit starken Zeiten in den Trainings machte ihm der Regen im Qualifying vieles zunichte, jedoch war Startplatz elf noch kein Beinbruch. Der folgte erst nach der nicht-verschuldeten Kollision mit Marvin Schumacher, wodurch Schlüter völlig aus dem Rhythmus kam. In den folgenden Runden nach der Kollision machte Schlüter viele Fehler, kassierte Verwarnungen und schließlich eine Durchfahrtsstrafe. Die Frustration war dem Russia GP-Fahrer während des Rennens stark anzumerken. Und durch eine falsche Strategie war das Rennen dann gelaufen. Teamchef Russinov stellte sich nach dem Rennen schützend vor seinen Fahrer und kündigte an, Schlüter wieder mental aufbauen zu wollen. Es wird sich zeigen, wie gut dies bis zum nächsten Rennen klappen wird.



Hier findest du die Wiederholung zum Südafrika GP: