Dicks' Dreier – Die Top und Flops des Europa GPs

Ein durchaus interessanter Europa GP liegt hinter uns, der vieles zu bieten hatte. Zeit, die Tops und Flops des Rennens zu bestimmen.


Tops


Kevin Peters

Kevin Peters ist der tragische Verlierer des Rennens. Er führte das Rennen den Großteil des Grand Prixs an und verlor ihn aufgrund einer unoptimierten Strecke an den Boxen.

Peters zeigte schon zu Beginn des Renntages, dass er in einer großartigen Form war. Die Pole, seine Erste wohlgemerkt, holte sich der VM-Pilot mit einer sehr starken Runde und ließ den ebenso schnellen Teamkollegen hinter sich. Beim Start war es dann Peters, der die Führung behauptete und sie kontinuierlich ausbaute. Im Verlaufe des Rennens hielt der Deutsche dem Druck seines Teamkollegen und später dessen WM-Kontrahenten Jannis Wollborn stand und verteidigte sich stark gegen beide. Alles sah also nach dem ersten Sieg für Peters in der laufenden Saison aus, wäre da nicht das Drama in der Box gewesen, welches Jannis Wollborn auf Platz 1 beförderte. So fuhr Peters als tragischer Held auf den zweiten Platz, ein Ergebnis, womit er absolut nicht zufrieden war. Den Platz in der Topliste hat sich Peters trotzdem verdient.



Jannis Wollborn

Dieser Sieg hat eine kontroverse Note, da ist man sich im Fahrerlager einig. Und trotzdem, mit diesem Sieg hat Jannis Wollborn das erste Mal in dieser Saison die Führung in der WM übernommen. Das kommt nicht von ungefähr, Wollborn ist momentan in der Form seines Lebens, was in Kombination mit dem starken Newman-Auto beinah unaufhaltsam wirkt.

In der Qualifikation stelle Wollborn sein Auto auf den dritten Platz und blieb mit seiner Zeit relativ nahe bei den beiden VMs, die auf dem Nürburgring grandios funktionierten und die Favoriten auf den Sieg waren. Im Rennen konnte Wollborn dann an Sven Schubert dranbleiben und überholte ihn schließlich aufgrund der schlecht gesetzten Boxen in der Pitlane. In den folgenden Runden machte sich Wollborn daran, den bis dahin dominierenden Kevin Peters zu jagen. Kontinuierlich wurde der Abstand kleiner und Wollborn war zur Mitte des Rennens am VM-Piloten dran. Dort fand Wollborn aber kein vorbeikommen, bis die letzten Boxenstops losgingen und Wollborn wieder die schlecht gestellten Boxen ausnutzte. Danach war der Deutsche in Führung und fuhr zum Sieg, sein dritter in Folge.



Gino Gaggiano

Da sind sie nun, die lange verdienten Punkte. Nach sechs punktelosen Rennen konnte Gino Gaggiano endlich wieder in die Punkteränge fahren und sich hierdruch drei Punkte für sich und SCMM sichern.

Die Qualifikation des Italieners war dabei schon eine gute Ausgangslage, er setzte den SCMM auf den zwölften Rang, eine Position, die man dem doch etwas schwächeren SCMM-Wagen nicht zugetraut hatte. Doch Gaggiano bewies das Gegenteil.

Nach dem Rennstart fiel der Italiener dann aber auf den dreizehnten Platz zurück und biss sich dort hinter Daniel Bentenrieder fest, der mit einer sehr rustikalen Fahrweise auffiel. Da kein Vorbeikommen war, nutzte Gaggiano durch einen früheren Boxenstopp den Undercut aus und setzte sich nach der ersten Stop-Phase vor den Beta Giulia.

Von da an fuhr Gaggiano das Rennen konstant nach Hause, wobei der SCMM-Teamchef auch von den Fehlern der Konkurrenz profitierte. So reichte es am Ende für Platz 10 und einen Platz in der Topliste.



Flops


Leif Nordic


Es ist bisher nicht die Saison des Leif Nordics. Dabei ist die Ausgangssituation für den Skandinavier eigentlich nicht schlecht. Im Clipper sitzt er in einem der besten Wagen in der VFC und mit Pascal Pohlenz hat er einen schnellen Fahrer und Teamchef an seiner Seite. Nordic zeigt dabei auch immer in den Qualifikationen, dass er ein eigentlich rundum guter Fahrer ist. Wären da nicht die Probleme in den Rennen, so auch dieses mal.

Von Startplatz 8 aus startend fand sich Nordic auf dem neunten Platz wieder und verteidigte sich von da an gegen einen schnelleren Fabian Walter. Doch nach Runde 8 ging vieles den Bach runter. Nordic machte viele Fehler, darunter Dreher, Rutscher und Verbremser. Auch an einigen ungünstigen Positionen verlor er den Clipper und musste lange bis zum Rejoin warten. Nordic wirkte immer unkonzentrierter und fand sich am Ende auf Platz 17 wieder. Ein Resultat, was mit dieses Mal aufgrund der schwachen Leistung leider verdient war.



Luca Zorn

Es war alles wie immer bei Saldo: Beide Fahrer hatten aufgrund eines 24h-Rennens wenig trainiert und daher kaum Runden gesammelt. Normalerweise ist dies aber kein Problem gewesen, schließlich zeigte Maleika dies mehrmals in verschiedenen Rennen. Dass beide Fahrer es eigentlich können, weiß man also. Aber dieses Mal lief es nicht so ganz bei den Saldo-Jungs, vor allem bei Luca Zorn nicht.

Zorn startete von Platz 19, konnte aber durch eine grandiose erste Runde und den Kollisionen vor ihm profitieren und fand sich auf Platz 9 wieder. Bis dahin hätte es ein großartiger Rennabend für den Schweizer werden können. Aber durch das mangelnde Training auf der asphalttechnisch schwierigen Strecke wurde dies vereitelt. Zorn verlor in Runde 3 den Wagen und fiel auf Platz 16 zurück. Nach einem weiteren Dreher in Runde 7 verlor Zorn die Flügel und musste für einen langen Reperaturstopp in die Box, wobei er sogar hinter Bastian Paisler zurückfiel, der in der Startphase den Heckflügel verloren hatte. Der Rennabend für den Schweizer war somit gegessen. Von da an hatte Zorn nicht wieder Chance auf Punkte, am Ende wurde es ein magerer Platz 18.



Daniel Bentenrieder

Daniel Bentenrieder ist momentan in keiner guten Phase der Saison. Ein achter Platz in Monza war zwar ein starkes Ergebnis, allerdings fuhr der Deutsche lange Zeit auf dem vierten Platz und hatte möglicherweise sogar das Podium vor Augen. Der Regen vereitelte dies jedoch.

In diesem Rennen waren es weniger die Wetterumstände, sondern eine zu beobachtende fehlende Rennintelligenz. Das mag hart klingen, aber der Reihe nach.

Bentenrieder startete das Rennen auf Platz 11, ein herausragendes Ergebnis für ihn; schließlich war der Beta Giulia des Bayer mit einem alten Motor ausgestattet, dazu war die kurivge Charakteristik des Nürburgrings nicht für den BG ausgelegt.

Im Rennen selbst startete Bentenrieder das Rennen auf dem härteren und langsameren Prime-Reifen von Duurzaam. Die Konkurrenz war mit den softeren Reifen dabei deutlich schneller. Anstatt aber die Strategie abzufahren und schnellere Gegner ziehen zu lassen, verteidigte sich Bentenrieder mit harten Bandagen. Das ist durchaus berechtigt, schließlich will man als Rennfahrer seine Position halten. Aber durch das dauernde Verteidigen verlor Bentenrieder in der Phase der Boxenstopps wichtige Zeit und damit Positionen. Er fiel von Platz 12 zuerst auf P13 und später auf P14 zurück, unter anderem durch Fehler seinerseits. So konnte gegen Ende ein Sebastian Steinhauer auch durchschlüpfen. Ein Ergebnis, was nicht hätte sein müssen.



Autor: Jörn Georg Dicks


Hier geht's zur Wiederholung des Rennens: