Dicks' Dreier – Die Top und Flops des Italien GPs

Aktualisiert: Juli 10

Ein spannender Italien Grand Prix mit einem kurzen Regenschauer, der einem Jannis Wollborn wieder einmal in die Karten spielte, liegt hinter uns, weshalb es wieder Zeit für die Top und Flops wird.


Tops



Fabian Jungbluth

Wladislav Russinov muss sich in den letzten Tagen und Wochen einige Kritik gefallen lassen, was erst an dem Rauswurf von Fabian Jungbluth und später der Fusion mit Falcon zu tun hat. Fabian Walter und Falcon an Bord von Russia GP zu holen traf auf viel Unverständnis. Und nach dem letzten Ergebnis von Fabian Jungbluth dürften diese kritischen Stimmen nicht gerade verstummt sein. Als Jungbluth in Belgien auf den sechsten Platz fuhr, erklärte sich Russinov dies so, dass der Deutsche diese Art von Ergebnissen hin und wieder einfahre könne, aber solche Leistungen nicht konstant abrufen würde. Jungbluth strafte seinen Noch-Teamchef dann in Italien Lügen. Mit einem starken Start setzte sich Jungbluth von Platz 2 startend vor seinen Teamkollegen Marc Schlüter, bewies hierbei aber auch Teamgeist und ließ den deutlich schnelleren Russia wieder vorbei. Dazu konnte Jungbluth lange Zeit Jannis Wollborn hinter sich halten und am Ende der kurzen Regenphase seinen verlorenen dritten Platz von Sven Schubert und damit sein erstes Podium zurückholen, dies sogar kurz vor Rennende. Jungbluth dürfte mit dieser Art von Leistung sich wieder in eine gute Position für 2022 gefahren haben.



Sven Schubert

Normalerweise dürfte ein Sven Schubert mit einem vierten Platz nicht gerade in der Topliste stehen. Doch die Umstände dahinter sind etwas anders. Aufgrund einer Strafe startete der Schwabe vom sechsten Platz und fiel gleich zu Beginn des Rennens auf den letzten Platz zurück, was an einem Aussetzer des Spiels lag. Damit begann die Aufholjagd des Sven Schuberts, die wie gewohnt bei ihm abenteuerlich und impulsiv wirkte. Viele gute und starke Manöver wurden gegen die Konkurrenz von ihm gesehen. In zwei wichtigen Phase des Rennens traf Schubert zweimal die richtige, taktische Entscheidung und konnte sich dann gegen Ende des Rennens und unter widrigen Bedinungen auf den zweiten Platz nach vorne fahren. Die beiden schnelleren Russias musste Schubert dann am Ende doch noch ziehen lassen, aber die Aufholjagd des VM-Piloten von ganz hinten verdient einen Platz in der Topliste.



Travis Carter


Am Ende war es doch endlich mal die richtige Entscheidung, die Travis Carter in der Regenphase des Rennens traf. Aber der Reihe nach: Von Platz 21 aus fuhr Carter ein unaufgeregtes Rennen, fuhr sein Rennen und blieb konstant bei der Sache. Als dann jedoch in der Safety Car Phase der Regen begann entschied sich Carter auf Trockenreifen zu bleben. Nachdem das Safety Car dann reinkam zeigte sich dann schnell, dass auf abtrocknender Strecke sich diese Entscheidung als goldrichtig erwies. In den letzten Runden des Rennens fuhr Carter dann konstant weiter und es war diese Konstanz, die ihm schließlich den zwölften Platz brachte. Während sich vor ihm die Konkurrenz mehrmals Fehler leistete konnte der Manziel-Pilot daraus Nutzen ziehen und lag nach der Zieldurchfahrt auf Platz 13. Aufgrund einer (durchaus diskutablen) Strafe für Yannik Barwig beerbte Carter schließlich den zwölften Platz und somit einen Punkt für Manziel GP, den ersten für sich und den ersten für das Team nach über fünf Rennen. Das verdient einen Platz in der Topliste.



Flops


Johannes Greulich


Es hätte der Abend von Johannes Greulich werden können. Der Abend, der dem Beta Giulia Teamchef- und Fahrer endlich die langersehnten Punkte bringen würde. Und was man mit dem Beta-Giulia-Auto auf Monza schaffen ließ zeigte Daniel Bentenrieder. Der deutsche Nachwuchspilot schaffte es in der Qualifikation auf Platz 7 und fuhr lange Zeit auf dem vierten Platz. Monza und Beta Giulia, dass schien die ideale Kombination zu sein. Aber Johannes Greulich schaffte es nicht, diese Chance für sich zu nutzen. In der Qualifikation sollte der Bayer keine gute Figur abgeben und startete dann auch nach Strafe aus der Boxengasse. Das schien erstmal eine taktisch kluge Entscheidung zu sein, schließlich konnte sich Greulich aus vielem raushalten und fuhr somit in Runde 14 auf dem 13. Platz. Aber schon während des Rennens war Greulich durch einige defensive Manöver aufgefallen, die den anderen Fahrern und vor allem Yannik Barwig sehr sauer aufstießen. Gegen Ende des Rennens schien Greulich die taktisch richtige Entscheidung getroffen zu haben, allerdings machte er dann drei bis vier Runden vor Schluss einen weiteren, teuren Fehler und verlor somit jegliche Chance auf Punkte.



Bastian Paisler

Eigentlich war die erste Rennhälfte von Bastian Paisler nicht gerade flopwürdig. Bis Runde 21 hatte sich der Razor-Teamchef mit der Konkurrenz einen engen aber harten Fight um Platz 10 geliefert. Doch bei Beginn der 22. Runde ging für Paisler alles schief, was schiefgehen konnte. Zu Beginn dieser Runde versuchte er einen Überholversuch gegen Luca Zorn in Kurve 1, doch die 0er Bremse zeigte ihre nicht vorhandene Wirkung und er musste geradeaus durch den Notausgang. Hiernach schien Paisler völlig von der Rolle. Ausgangs Schikane 2 stupste er Yannik Barwig kurz an, in Runde 24 dann noch einmak vor dieser zweiten Schikane, wodurch der Newman-Pilot beinah sein Auto verlor und Paisler selbst hinter Alexander Rütt fiel. Und in Runde 25 versuchte Paisler dann wieder mit der 0er Bremse an jenem Rütt sehr mutig vorbeizukommen, was in einer weiteren Kollision endete. Mehr noch, der SCMM von Rütt blieb auf dem Anticut hängen, wodurch eine SC-Phase ausgelöst wurde, die Paisler mitverursacht hatte. Die nachfolgende Strafe machte dann ein Punkteresultat unmöglich.



Die Scuderia Cesario

Der letzte Sieg der Scuderia in Monza ist lange, lange her. Das wollte Gonzalez Cattivo nun endlich ändern, dass zeigte sich vor allem in seinen Aussagen vor dem Rennen. Er wollte diesen Sieg um jeden Preis. Und das sorgte auch für den großen Fall von Cesario bei diesem Rennen. Dabei sah in der Qualifikation gut aus.

Max Hayman startete von Platz 3 und Lukas Schmidt von Platz 5. Relativ schnell zeigte sich aber, dass gerade Max Hayman mit dem Druck der Tifosi überhaupt nicht klarkam. Nach der dritten Runde war der Cesario-Pilot auf Platz 11 zurückgefallen und fiel vor allem durch viele Fehler und eine überaggressive Fahrweise auf, die bei vielen Piloten und vor allem Sven Schubert, mit dem Hayman mehrere Kollisionen zu verzeichnen hatte, extrem schlecht ankam. Nach mehreren Strafen, Fehlern und Kollisionen stellte Hayman dann das Auto in der Garage frustriert ab.

Lukas Schmidt erging es anfangs nicht besser, eine schlechte Anfangsphase und die 0er Bremse machten dem Schweizer sehr zu schaffen. Er fing sich dann aber kurzzeitig wieder und führte das Rennen bis zu seinem einzigen Stopp an. Doch in der SC-Phase verpasste man die Chance für einen weiteren Stopp, dazu sollte der Regen alles durcheinander bringen. Hier zeigte sich am Ende, dass Schmidt weiterhin kein Regenfahrer ist. Durch einen schwachen Beginn nach der SC-Phase verlor Schmidt schnell den dritten Platz, fiel auf Platz 7 zurück und konnte sich nur aufgrund der falschen Reifenwahl von Pohlenz und Kraft auf den fünften Platz retten. Ein Rennen, was Schmidt aufgrund der Situation in der Meisterschaft eigentlich hätte gewinnen müssen. Denn seine ärgsten Konkurrenten, Wollborn und Schubert, machten weiter Boden gut.

Ob man die Scuderia Cesario und ihre Fahrer also nach diesem Italien Grand Prix weiter zur Champions League zählen kann, ist anzuzweifeln.



Autor: Jörn Georg Dicks



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