Dicks' Dreier - Die Tops und Flops des Österreich GPs


Eine glückliche Full-Course-Yellow, eine Massenkarambolage, tolle Kämpfe im Mittelfeld und ein spannender Kampf um den Sieg. Der Österreich-GP hatte viel zu bieten. Jörn Georg Dicks präsentiert seine Tops und Flops.


Tops



Pascal Pohlenz

Momentan scheint Pascal Pohlenz in seiner bisher besten Form zu sein. Das hat viele Gründe; der Clipper hat sich mittlerweile als eines der besten Autos entwickelt, personell stimmt mit Teamkollege Leif Nordic alles und der Sieg in Jerez hat für einen großen Mentalitätsschub gesorgt. Und so verwundert es nicht, dass Pohlenz ab Spanien, Monaco mal ausgenommen, sich dreimal hintereinander einen Startplatz in der ersten Reihe sicherte. So auch wieder in Österreich, wo der Deutsche knapp die Pole sowie den Sieg verfehlte. Das tut aber seiner Leistung keinen Abstrich, denn rein pacetechnisch hätte Pohlenz wohl gewonnen. Nur mit Mühe, ein wenig Glück und einem neuen Motor konnte Sven Schubert den heranstürmenden Clipper abwehren. Hätten die Leistungen zu Anfang der Saison so gestimmt wie jetzt, könnte man Pohlenz auch zu den Außenseitern im Titelkampf zählen. Trotzdem, den Platz in der Topliste hat sich Pohlenz verdient.



Fabian Jungbluth

Als kleine Überraschung ist Fabian Jungbluth beim Österreich GP einzustufen. Sicher, der Russia GP-Pilot hatte den Vorteil eines neuen Motors im Heck, ebenso wie sein Teamkollege Marc Schlüter. Und dennoch, mit dem fünften Startplatz hätte wohl kaum einer im Qualifying gerechnet. Anstatt das ganze wie eine Eintagsfliege aussehen zu lassen, lieferte Jungbluth dann im Rennen weiter. Eine ganze Zeit konnte er mit Lukas Schmidt und Jannis Wollborn um Platz 3 kämpfen, musste dann aber beide aufgrund besserer Reifen und des besseren Autos ziehen lassen. Aber Jungbluth fuhr einem starken fünften Platz entgegen und krönte damit seine bisher beste Platzierung in dieser Saison. Dazu markierte dieses Rennergebnis seine vierte Punkteausbeute in Folge, wodurch Jungbluth Werbung für sich und bei seinem Teamchef für eine Vertragsverlängerung macht.



Sebastian Steinhauer

Das Wappen der Stadt Heidelberg, aus der neben Yannik Barwig auch Sebastian Steinhauer kommt, zeigt einen gekrönten Löwen. Und wie ein Löwe kämpfte Sebastian Steinhauer am Blue Horns Ring und machte damit dem Stadtwappen wohl alle Ehre. Von Platz 14 startend, was im Manziel auf der Strecke ohnehin schon eine außergewöhnliche Leistung war, fand sich der Deutsche schon früh auf Platz 9 wieder und kämpfte in der ersten Rennhälfte mit Gino Gaggiano in einen großartig anzusehenden Fight. Unglücklicherweise kam es dann bald zur Kollision, aber Steinhauer fuhr gegen Ende des Rennens wieder bis auf Platz 11 vor. Im letzten Teil des Rennens kämpfte er dann wieder aufopferungsvoll gegen Kevin Peters und dessen deutlich schnelleren Volksmobil, musste ihn aber dann ziehen lassen und verlor gegen Ende auch den letzten Punkteplatz gegen Daniel Bentenrieder. Ohne die anfängliche Kollision hätte es wohl zu einem Punkteresultat gereicht, nun findet sich Steinhauer zumindest in der Topliste des Österreich GPs wieder.


Weitere Kandidaten, die es knapp nicht in die Topliste geschafft haben:

Sven Schubert, Jannik Maleika und Bastian Paisler.



Flops


Daniel Bentenrieder

Der Renntag hätte für Daniel Bentenrieder ganz anders laufen können. Die Strecke kam dem Beta Giulia sehr entgegen, dazu hatte man einen noch frischen Motor und damit eine sehr gute Ausgangssituation. In der Qualifikation von Platz 11 startend zeigte sich nach Kurve 3 aber schnell, dass Bentenrieder gerne mal eine Person zwischen Genie und Wahnsinn ist. Der Deutsche fuhr nach Kurve 3 in die Auslaufzone, kam aber ohne Rücksicht zurück auf die Strecke. Was folgte, war die zweite große Karambolage in der diesjährigen Saison. Bentenrieders Manöver führte zum Ausfall von Alexander Kraft und Alexander Rütt, während Kevin Peters und Cooper McAllister größere Schäden reparieren mussten. Dazu kollidierte Bentenrieder mit McAllister kurz nach dem Safety Car nochmal und fing sich nach der Strafe durch die Karambolage eine weitere ein. Zwar reichte es am Ende für Platz 12 und zumindest einen Punkt. Aber mit dem Auto wäre in Österreich mehr drin gewesen.



Lorenzo de Ciutiis

Kein Training, erst im Qualifying auf dem Server erschienen und dann im Rennen jenseits von allem. Nach dem starken Rennen in Deutschland hätte man erwarten können, dass De Ciutiis Morgenluft gewittert hatte und eine weitere, gute Leistung am Blue Horns Ring zeigen wollen würde. Der Italiener zeigte aber wieder, dass man bei ihm eine gewisse eine Konstante nie erwarten sollte. Teamchef Bastian Paisler dürfte mit der Leistung ebenso wenig zufrieden sein. Mit drei Runden Rückstand kam der Italiener dann schlussendlich ins Ziel. Zwar darf man die Kollision mit Travis Carter außer Acht lassen, an die De Ciutiis keine Schuld hatte. Nichtsdestotrotz wäre er so oder so auf dem letzten Platz gelandet. Mit ein bisschen mehr Training hätte es für etwas mehr gereicht.



Kevin Peters

Von Anfang an muss man hier sagen, dass Kevin Peters aufgrund der Karambolage zu Beginn des Rennens sich auf den hinteren Plätzen des Feldes wiederfand und so ein einigermaßen vernünftiges Rennen nicht mehr möglich war. Und trotzdem muss man festhalten, dass Kevin Peters das Können und über das Auto verfügt, um nicht von einem achten Platz zu starten und das Rennen auf einem mageren elften Platz zu beenden. Im Qualifying fuhr Peters also nur auf den achten Platz, während Teamkollege Schubert von Platz 4 startete und Peters um vier Zehntel distanzierte. Nach der Karambolage und der Wiederaufnahme des Rennens war der Schaden am Auto repariert und trotzdem tat sich Peters schwer. Kleine Fehler, unter anderem der Beinah-Dreher in Kurve 1, oder ein fehlender Biss gegen Sebastian Steinhauer beim Überholen, prägten die Momente des Kevin Peters bei diesem Rennen. Man kann darüber spekulieren, was das Problem von Peters war; Teamchef Peter Andrews dürfte auf jeden Fall nicht zufrieden sein.



Hier geht's zur Wiederholung des Österreich GPs:


Autor: Jörn Georg Dicks