Dicks' Dreier: Die Tops und Flops des Belgien GPs


Ein nicht ganz so nasser Belgien Grand Prix spielte sich vor fast einer Woche in Spa-Francorchamps ab. Zeit, die Tops und Flops des Grand Prixs zu bewerten, die von Jörn Georg Dicks präsentiert werden.


Tops


Kevin Peters

Der Renntag startete für Kevin Peters nicht ganz perfekt. Im anfänglich nassen Qualifying kam Peters überhaupt nicht auf Pace und fand sich schnell am Ende des Feldes wieder. Am Ende die Trockenreifen auf der abtrockenden aber dennoch feuchten Strecke aufzuziehen stellte sich dann am Ende als zu großes Wagnis heraus und Peters musste von Platz 20 aus starten. Doch im Rennen selbst zeigte der Deutsche dann ein beeindruckendes Rennen, wählte eine für ihn unübliche Strategie und kletterte mit nur einem Boxenstopp, dem harten Reifen und einen sehr marginalen Reifenverbrauch langsam aber stetig die Rangliste hoch. Peters behielt immer einen kühlen Kopf, fuhr sein Rennen perfekt zu Ende und belohnte sich mit Platz 8. Diese Leistung ist nicht nur wegen dieser Aufholjagd, sondern auch wegen des stark verbrauchten Motors zu würdigen, mit dem der amtierende Weltmeister in Spa und jetzt auch in Monza antreten wird.



Lukas Schmidt

Gesundheitlich angeschlagen reiste Lukas Schmidt nach Spa-Francorchamps und erwartete sich wenig. Ein Punkteresultat wäre für den WM-Führenden wohl das beste gewesen, vor allem wenn man sich Schmidts überstandene OP und niedriges Trainingspensum vor dem Belgien GP angesehen hatte. Und im ersten Moment schien sich die Annahme zu bestätigen, dass Schmidt mit einem Podiumsplatz oder dem Sieg wenig zu tun haben würde. In der Qualifikation fernab der Spitze und nur auf Platz 5, das war man vom Schweizer nicht gewohnt. Aber im Rennen zeigte Schmidt seine Klasse. Nach einer schwierigen Anfangsphase konnte er den Vorteil der harten Reifen ausspielen und blieb trotz eines Überholmanövers von Sven Schubert gegenüber ihm ruhig. Er setzte den Deutschen weiter unter Druck und trieb ihn in einem Fehler, dem Schmidt den zweiten Platz brachte. Mit gesundheitlichen Problemen und das in den schwierigen Bedingungen in Spa auf den zweiten Platz zu fahren, dass verdient einen Platz in der Topliste.



Alexander Ruett


Alexander Ruett muss nach seiner verkündeten Entlassung nach der Saison mit dem Gedanken nach Spa gekommen sein, dass er es seinem Teamchef zeigen will. Das dies die falsche Entscheidung von Gino Gaggiano war. Und Ruett lieferte: In der Qualifikation stellte er seinen SCMM auf Platz 13 und damit acht Plätze vor seinen Teamchef. Und im Rennen blühte Ruett dann richtig auf. Durch eine leichte Kollision profitierend und einer grandiosen ersten Runde fand sich Ruett schnell auf Platz 8 wieder und setzte sich schnell von seinem Hintermann ab. Mehr noch, der Deutsche blieb an seinen beiden Vordermännern dran und setzte sogar Lukas Schmidt in der ersten Phase des Rennens unter Druck. Aufgrund einer Ein-Stopp-Strategie ging dann Ruett später an Fabian Jungbluth vorbei und sicherte sich mit komfortablem Vorsprung den fünften Platz und somit wichtige Punkte für sich und SCMM.



Flops


Alexander Kraft


Es hätte der Abend des Alexander Kraft werden können. Im deutlich verbesserten Razor dürfte Kraft seinen Teamchef Bastian Paisler ersetzen und so zeigen, dass er für ein Cockpit beim Mutterteam 2022 in Frage kommt. Und Kraft legte vor dem Rennen bereits richtig los, fuhr mehr Trainingsrunden als man bisher von ihm gesehen hatte.

Doch dann kam der Renntag und der r-Cademy-Pilot wirkte vollkommen neben der Spur. In der Qualifikation zwar noch auf Platz 12 und damit vor seinem Teamkollegen Tim Brendel, ging für Kraft alles schnell den Bach runter. In den schwierigen Bedingungen machte Kraft für seine Verhältnisse viele Fehler, gerade in der Bus-Stop-Schikane fuhr er mehrmals gerade aus und brachte sich somit mehrmals um ein besseres Ergebnis. Somit kam Kraft am Ende eines für ihn schwierigen Rennens auf Platz 15 ins Ziel. Schlimmer aber noch, dass Brendel auf Platz 12 und sein r-Cademy Teamkollege de Ciutiis auf Platz 11 ins Ziel fuhren und Punkte sammelten. Der Belgien GP war für Kraft somit eine vertane Chance.



Pascal Pohlenz

Der Aufstieg des Pascal Pohlenz' ist vorerst gestoppt worden. Dass es Pohlenz aber selbst sein würde, damit hatte wohl so richtig keiner gerechnet. Nach einem starken Qualifying und einer guten Anfangsphase sah es auch nicht danach aus, dass Pohlenz nicht auf dem Podium landen würde. Doch ein kleiner Aussetzer vom Clipper-Teamchef sorgte für das Unheil. Pohlenz kam in der Fagnes-Links-Rechts-Kurve etwas weit ab von der Trockenlinie und touchierte die nasse Linie, woraufhin er den Wagen und schließlich den Heckflügel verlor. Nach langer Reparaturzeit begann Pohlenz seine Aufholjagd, in der er aber ganze vier Boxenstopps absolvierte, auch geschuldet durch eine falsche Reifenwahl während der kurzen Regenphase. So kam er am Ende mit zwei Runden Rückstand und auf Platz 20 ins Ziel. Es gibt wenige, die Pascal Pohlenz vor dem Belgien GP hätte stoppen können. Dieses Mal war er es selbst.



Daniel Bentenrieder

Noch vor dem Start wirkte Bentenrieder zuversichtlich und motiviert, dass er eine gute Platzierung heimfahren könne. Doch von Platz 11 aus startend ging für den Bayer alles schief, was schiefgehen könnte. Einen guten Start verwandelte Bentenrieder schnell in eine Kollision mit Lukas Schmidt, der in der Folge seinen fünften Platz verlor. Das späte Bremsmanöver von Bentenrieder in Kurve 1 sorgte dabei für einige Kritik seiner Mitkonkurrenten. Bentenrieder fand sich am Ende des Feldes wieder und schaffte es nicht wirklich, weitere positive Akzente zu setzen. Dazu sorgte er indirekt dafür, dass Lukas Schmidt seinen zweiten Platz kurzfristig an Sven Schubert verlor, da der Beta Giulia Fahrer nicht richtig Platz machte. Ein Umstand, den Schubert erfreute und Schmidt wohl sehr schlecht aufnahm. Dass es sich dabei um einen Fahrer des Schwesterteams handelte, machte die Sache wohl nicht besser. Am Ende sprang ein achtzehnter Platz und damit wieder eine vertane Punktechance raus.


Autor: Jörn Dicks


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