Dicks' Dreier – Die Tops und Flops des Deutschland GPs


Auch in Deutschland konnte wieder ein unterhaltsames Rennen in der diesjährigen VFC-Saison bestaunt werden. Tolle Zweikämpfe, ein harter Kampf um die Pole und ein verdienter Sieger prägten den Grand Prix. Jörn Georg Dicks präsentiert seine Tops und Flops.



Tops


Jannis Wollborn

Bei Jannis Wollborn läuft es momentan richtig gut. In drei Wochen hat der Deutsche zwei Siege in der GSO und einen in der GPVWC geholt und gezeigt, dass man ihn im Kampf um die VFC-Krone 2021 nicht abschreiben sollte. In Deutschland reichte es für Wollborn zwar nicht zur Pole und nach der ersten Runde hatte der Newman-Fahrer seinen zweiten Platz an Sven Schubert verloren. Aber im Verlaufe des Rennens konnte sich Wollborn durch harte Überhalmanöver und einen klasse Zweikampf mit Pascal Pohlenz erst den zweiten und später den ersten Rang holen. Und am Ende des Rennens konterte Wollborn die Zwei-Stop-Strategie von Lukas Schmidt durch seine rohe Pace. Somit ein verdienter Sieg, der Wollborn wieder in den Titelkampf mit einsteigen lässt.



Fabian Walter

Vor zwei Wochen noch einer der Flop-Kandidaten steht Fabian Walter nun in der Topliste. Die Leistung Walters in Deutschland könnte und sollte man nach den für ihn furchtbar gelaufenen Monaco GP als Wiedergutmachtung bezeichnen. Im Gegensatz zu Monaco zeigte der Deutsche nun endlich, was in ihm steckt. Den Teamkollegen im Qualifying und Rennen geschlagen, konstant sowie schnell gefahren und dann die Zweikämpfe geführt, wenn sie nötig waren. Am Ende belohnte sich Walter mit Platz 5 und wird wohl mit einem großen Mentalitätsschub nach Österreich gehen. Teamchef Dominic Röhken dürfte nach der guten Leistung ebenso aufatmen, scheint er mit Walter doch auf das richtige Ersatzpferd gesetzt zu haben.



Leif Nordic

Bei Leif Nordic ist es ein echtes Paradoxon. In der D2 kommt der Chapman/Clipper-Fahrer überhaupt nicht klar und glänzte bisher nicht mit starken Leistungen oder großen Punkte-ausbeuten. In der VFC funktioniert dann aber plötzlich alles Bestens und er ist ein Garant für Punkte. Was zeigt, dass Nordic definitiv Talent und Können hat. Schon in Jerez hätte er seine ersten Punkte holen können, machte aber einen Fehler in der Boxengasse. In Hockenheim war es dann endlich soweit, mit dem neunten Platz sicherte sich Nordic seine ersten Punkte. Mit einer unauffälligen und konstanten Fahrt hielt Nordic die ganze Zeit seinen Platz, fuhr seine Strategie herunter und machte keine Fehler. Die Belohnung war dementsprechend vier Punkte und der Stammplatz bei Clipper in der restlichen Saison 2021.

Flops

Max Hayman

Mit großen Hoffnungen dürfte Max Hayman nach Hockenheim und in die Cesario-Box gekommen sein. Er ersetzte den von Pleiten, Pech und Pannen verfolgten Larry Fischer und konnte es eigentlich nur besser machen. Dazu gab es eigentlich keine großen Erwartungen an Hayman. Trotzdem: Ein P17 im Qualifying und P19 im Rennen sind einfach nicht genug für ein Cesario-Auto, mit dem man relativ einfach in die Punkte kommen sollte. Im Rennen zeigte Hayman vor allem Nerven und machte viele kleine Fehler und leistete sich Dreher. Man sollte natürlich nicht zu hart urteilen, allerdings war Haymans erste Ausfahrt im Cesario Wasser auf den Mühlen der Kritiker von Gonzalez Cattivo und Cesario, die deren Personal-entscheidung laut anzweifeln. Hayman hat allerdings noch Zeit, um sich einzugewöhnen und zu zeigen, was in ihm steckt.



Das SCMM-Duo

Was ist bloß los bei der Scuderia CM Motorsport? Seit dem starken aber unglücklichen Rennen in Imola gab es nur noch Negatives bei der Scuderia zu berichten. Beide Fahrer, Alexander Rütt und Gino Gaggiano, scheinen sich leistungstechnisch in einem Tief zu befinden. Das zeigte sich auch wieder in Hockenheim, wo beide Fahrer nur auf P20 und P21 ins Ziel kamen. Gaggiano plagte hierbei im Rennen wieder das Pech; in der ersten Runde war er sprichwörtlich nur ein Ping-Pong-Ball, als mehrere Fahrer ihm in beide Seiten fuhr. Alexander Rütt hingegen kam überhaupt nicht auf Pace. Dabei ist der Wagen nun wirklich nicht schlecht, allerdings scheint man sich selbst im Weg zu stehen. Beide SCMM-Fahrer müssen sich nun aus diesem Loch zurückkämpfen und mit einem guten Ergebnis zeigen, dass das Team eigentlich zu einer der Besten der Neu-Teams gehört.



Marc Schlüter

Marc Schlüters Rennen und seine Leistung lässt sich mit einem Wort gut zusammenfassen: Katastrophal. Es passte in Deutschland schlicht und ergreifend nichts zusammen. In der Qualifikation schaffte der Russia-Pilot nur den zehnten Platz, obwohl er anfangs in den Trainings gezeigt hatte, dass er deutlich schneller kann. Der zehnte Platz am Start war dann schnell verloren, als er in Daniel Bentenrieder reinfuhr und den Beta Giulia-Piloten ab-räumte. Die nachfolgende Strafe reichte Schlüter bis auf Platz 20 durch. Im weiteren Verlaufe des Rennens wirkte es bei Schlüter so, als stände er vollkommen neben der Spur. Unen-thusiastische Überholversuche gegen einen deutlich langsameren Luca Zorn, die nie Früchte trugen. Dann viele kleine Konzentrationsverluste, die zu gefährlichen Situationen für sich und andere führte. Nach Rennende soll angeblich in der Rennleitung sogar darüber dis-kutiert worden sein, ob Schlüter nicht für ein Rennen gesperrt werden sollte. Bisher gibt es da keine weiteren Infos und Schlüter war bisher in den Trainings in Österreich unterwegs. Ob er diese Sperre im Verlaufe der Saison noch vermeiden kann, wird sich zeigen.



Hier gehts zur Wiederholung des KFZ-Service-Schubert Deutschland GP:

Autor: Jörn Georg Dicks