Die erste Saison als Prüfstein! – Die große Saisonanalyse der VFC 2021 – Teil 1

Eine unterhaltsame VFC Saison 2021 liegt hinter uns. Zeit ein Fazit über die 10. Saison der Königsklasse der GSO zu ziehen. Teil dieses verrückten Jahres waren natürlich auch wieder einige kleinere Teams, welche auf den hinteren Plätzen um die Zähler rangen. Im ersten Teil unserer Analyse wirft Kommentator Julian Kopp einen Blick auf die Saison der neuen Teams.


Manziel GP

Bereits vor der Saison wusste man, es wird ein schweres Jahr für das zurückgekehrte Traditionsteam Manziel GP werden. Mit kleinem Budget und einer äußerst sympathischen Fahrerpaarung ging man 2021 an den Start. Dafür verpflichtete Teamchef Travis Carter, welcher auch selbst als Pilot an den Start ging, den noch frischen VFC-Neuling Sebastian Steinhauer, welcher 2020 zu einem ersten Ersatzeinsatz bei Volksmobil kam.


Da man aber bereits vor der Saison wusste, dass man während des Jahres kaum Entwicklungsmöglichkeiten am Fahrzeug haben würde, war man sich der Schwere der Aufgabe bewusst. Zumindest halbwegs. Bereits vor dem Start der Saison schimpfte Carter über sein goldenes Fahrzeug direkt aus der Hölle des Untersteuerns. Dennoch verlief der Saisonstart trotz des frustrierenden Wagens nicht gerade unerfolgreich. Steinhauer zeigte auf Anhieb sein Potenzial und nutzte die Fehler der Konkurrenz gnadenlos. So sammelte der kleine Rennstall durch ihn in den ersten vier Rennen ganze sechs Zähler. Eine Ausbeute die Hoffnung gemacht haben dürfte. Doch danach begann der große Abstieg bzw. die Rückkehr in die Realität. Während der Manziel auf seinem Status quo blieb, wurde die Konkurrenz immer stärker. Die Folge? Fünf Rennen ohne Zähler, ehe Travis Carter sein persönliches Saisonziel erreichte.


Beim Chaosrennen in Italien sicherte sich Carter in der letzten Runde mit einer tollen Aufholjagd und dank einer Strafe für Yannik Barwig den 12. Rang und damit einen Zähler. Es sollte der erste und einzige in der 2021er Saison für die GSO-Legende bleiben. Denn ansonsten ging in der zweiten Jahreshälfte nichts mehr. Die Lücke nach vorne vergrößerte sich zusehends und auch obwohl Steinhauer noch mehrmals in die Top-15 fuhr, kam nichts zählbares mehr dabei heraus. So beendete Manziel seine Comebacksaison auf dem letzten Platz der Team-WM. Ein Ergebnis das nicht überrascht an Hand der schwierigen Rahmenbedingungen der ersten Saison.


Konsequenzen daraus wurden bereits gezogen. Travis Carter absolvierte seine letzte VFC-Saison und wagt sich im Manziel nun in der D2 an den Start. Die Neuverpflichtung Alexander Kraft verspricht aber in Kombination mit Sebastian Steinhauer einiges für die neue Saison.



Aktive Fahrer 2021: Travis Carter (P30 - 1 Pkt.) - Sebastian Steinhauer (P24 - 6 Pkt.) - Morgan Freeway (P27 - 2 Pkt. -> 2 Punkte nur für Saldo)

Platzierung in der Teamwertung: P12

Beste Rennplatzierung: P10 (Sebastian Steinhauer)

Siege: 0

Podien: 0

Pole: 0

Schnellste Runde: 0

Punkte: 7

Ausfälle: 4



Scuderia CM Motorsport

Auch SCMM war eines der neuen Teams in der Saison 2021. Die Italiener gingen mit viel Motivation sowie mit den zwei noch recht unbekannten Fahrergrößen Gino Gaggiano und Alexander Rütt an den Start und waren dementsprechend noch schwer einzuschätzen. Teamchef Gaggiano hatte jedoch schon 2020 als Ersatzfahrer positiv auf sich aufmerksam gemacht.


Die anfänglich gute Stimmung wich aber schnell Ernüchterung. Eigene Fehler und diverse Zwischenfälle sorgten für zwei Nullnummern zum Saisonstart. Gerade Alexander Rütt tat sich zu Beginn mit dem Wagen schwer und fiel in den ersten drei Rennen zweimal aus. Ein Kniff von Teamchef Gaggiano sorgte dann allerdings für eine kleine Wende. SCMM wechselte als erstes Team bereits in Brasilien auf einen frischen Motor. Eine Entscheidung die sich bemerkbar machte. Gaggiano holte mit Rang neun erstmals Punkte und auf der folgenden Station in Imola zeigte die SCMM lange ihre wohl beste Performance. Doch durch eigene Fehler machte man sich ein Resultat mit beiden Autos in den Top-8 am Ende zu Nichte und holte nur zwei Punkte.


Von da an gingen die Resultate wieder steil bergab. Das sorgte auch wohl unter anderem dafür, dass die Stimmung teamintern kippte. Nach einem weiteren Rütt Ausfall in Österreich beschloss Gaggiano auch mit Hinblick auf die Finanzsituation für 2022 in der kommenden Saison ohne Alexander Rütt zu planen. Dieser war mit der Entscheidung alles andere als glücklich. Die bestmögliche Reaktion zeigte Rütt direkt in Belgien. Der Deutsche nutzte das Chaosrennen für sich und wurde dank einer konstanten Leistung unter schwierigen Wetterbedingungen am Ende Fünfter.


Das rief wohl direkt Clipper Teamchef Pohlenz auf den Plan, welcher hier wohl schon ersten Kontakt zu Rütt suchte. Für den blieb Platz fünf das beste Saisonergebnis. Generell verlor auch der Wagen von SCMM immer mehr den Anschluss zur Konkurrenz und so blieben größere Erfolgserlebnisse bis zum Jahresende aus. Die Ersatzfahrer von Kooperationspartner Afelian Racing Alexander Hess und Jörn Dicks bekamen zwar ihre ersten Einsätze, kämpften im SCMM aber mit stumpfen Waffen. Aus der erwartet schweren ersten Saison kann das Team so nur gestärkt hervorgehen. 2022 dann mit den Fahrern Gino Gaggiano und dem diesjährigen D2 VM Piloten Dominic Rustemeier.



Aktive Fahrer 2021: Gino Gaggiano (P20 - 1 Pkt.) - Alexander Rütt (P21 - 6 Pkt.) - Jörn Dicks (P34 - 0 Pkt.) - Alexander Hess (P19 - 9 Pkt -> Alle Punkte durch Clipper)

Platzierung in der Teamwertung: P11

Beste Rennplatzierung: P5 (Alexander Rütt)

Siege: 0

Podien: 0

Pole: 0

Schnellste Runde: 0

Punkte: 17

Ausfälle: 6



Beta Guilia

Mit großer Euphorie ging mit Beta Guilia ein weiterer italienischer Rennstall 2021 erstmals an den Start. Angeführt vom Teamchef Johannes Greulich stellte man mit ihm und Daniel Bentenrieder zudem ein bayerisches Duo in der VFC. Außerdem wurde das Team mit seiner Gründung Teil von der Torino Car Group nachdem Greulich 2020 bereits für die Scuderia Cesario als Ersatzfahrer zum Einsatz kam. So sicherte man sich auch die Möglichkeit den aufstrebenden D2 Piloten Jan Winter als Back-Up vom TDD by Kostec Team einzusetzen.


Bereits der Saisonstart sollte den Charakter der Debütsaison von Beta Guilia widerspiegeln. In Australien verlor man durch einen Unfall zwischen Winter und Barwig erste Punkte. Gerade Daniel Bentenrieder schwankte in der Folge immer wieder zwischen Genie und Wahnsinn. Guten Punkteergebnissen folgten stets Phasen, in denen sowohl Glück als auch eigene Nerven versagten. Gerade Johannes Greulich erlebte eine Saison zum Vergessen. Trotz enormer Vorbereitung auf den heimischen Italien Grand Prix gelang im Topspeed-Beta Guilia kein Punktgewinn und so blieb der Bayer bis zum Saisonende der einzige Stammfahrer der nie zählbares holen konnte. Die bereits früh getroffene Entscheidung, nur eine Saison als Fahrer antreten zu wollen, erwies sich letztlich als vernünftig. Bentenrieder zumindest gelang es in Großbritannien mit einem sechsten Platz sein bestes Saisonresultat einzufahren.


So kristallisierte sich zum Saisonende ein Dreikampf um Platz 8 in der Team WM zwischen Beta Guilia und den Razor Teams heraus. Doch in den letzten zwei Rennen versagten gerade Daniel Bentenrieder die Nerven. In Mexiko nutzte man die Disqualifikation von Bastian Paisler nur bedingt. Zwar sammelte Jan Winter erstmals Punkte in der VFC, aber Teamkollege Bentenrieder warf eine ebenfalls gute Platzierung kurz vor Schluss in die Wand. Durch einen ebenfalls sehr ärgerlichen und selbst mitverschuldeten Nuller rutschte man schließlich noch hinter Razor GP und R-cademy auf Rang 10 in der Team-WM.


Doch der kurzen Ernüchterung wich schnell die Vorfreude auf die neue Saison. Gerade auf personeller Ebene hat man sich für 2022 enorm verstärkt. Für Teamchef Greulich greift im nächsten Jahr der erfahrene Bosnier Aleksandar Knezevic bei Beta Guilia ins Lenkrad. Knezevic hält mit 81 Rennen in der VFC immernoch den Rekord und kann diesen so in der Zukunft weiter ausbauen. Zusammen mit Daniel Bentenrieder und einem soliden Material steckt hier einiges an Potenzial.



Aktive Fahrer 2021: Daniel Bentenrieder (P14 - 27 Pkt.) - Johannes Greulich (P31 - 0 Pkt.) - Jan Winter (P25 - 5 Pkt.)

Platzierung in der Teamwertung: P10

Beste Rennplatzierung: P6 (Daniel Bentenrieder)

Siege: 0

Podien: 0

Pole: 0

Schnellste Runde: 0

Punkte: 32

Ausfälle: 2



Autor: Julian Kopp