Division 2 - Italien GP - Winter wirft den Vorsprung weg - Zweiter Doppelsieg für Afelian!


Der Monat Juni stand ganz im Zeichen der Division 2. Nachdem bereits vor zwei Wochen der Große Preis von Belgien über die Bühne ging, reisten die Teams nun nach Monza und damit zum nächsten Traditionskurs. Nachdem man dachte, das letzte Rennen sei an Dramatik kaum zu überbieten gewesen, sah man sich an diesem Abend getäuscht. Es wurde drama-tisch. Jan Winter (TDD by Kostec) ging mit 15 Zählern Vorsprung in der Meisterschaft in diesen Grand Prix. Am Ende des Abends sollten es nur noch drei sein.

Die Spannung baute sich dabei bereits in der Qualifikation auf. In dem Zeitrahmen von 15 Minuten entwickelte sich ein Wechselspiel um die ersten Startplätze. Mal waren entweder Meisterschaftsherausforderer Jörn Dicks (Afelian), Alexander Hess (Afelian) oder Heiko Kolvenbach (Buttler-Pal) auf der Pole-Position gelistet. Am Ende entschieden das bessere Zeitmanagement und der Killerinstinkt über die Spitzenposition. Kolvenbach erwischte in letzter Sekunde noch eine schnelle Runde und luchste somit kurz vorm Ziel Hess noch die Pole ab. Dahinter standen die Meisterschaftsrivalen Jörn Dicks und Jan Winter. Am über-raschendsten war hier aber sicherlich Philipp Feckeler (Cliffort), welcher sein derzeit-iges Formhoch in der D2 bestätigte und sich auf Rang fünf innerhalb der Startaufstellung in Position brachte, gefolgt von Nico Postkämper (WR Racing) und Morgan Freeway (KFZ-Service-Schubert). Debütant Alex Woitala positionierte sich im zweiten Buttler-Pal auf Rang acht. Für Stephan Gottwald lief die Qualifikation indes überhaupt nicht gut. Der URL Pilot hatte mit Internetproblemen zu kämpfen und konnte so in der Folge nicht mehr am Rennabend teilnehmen.

Die Ausgangssituation versprach also einen spannenden Rennabend. Gerade an der Spitze ging es teils um tausendstel und so ging Heiko Kolvenbach in seinem zweiten Rennen auch das zweite Mal von der Pole in den Grand Prix. Doch merkte man auch zu Beginn wieder schnell, dass Kolvenbachs runder Fahrstil den belastbaren Greenfield Reifen in den ersten Runden nicht genug forderte. Bereits am Start hatte Kolvenbach das Nachsehen und musste sich gegen die Afelians verteidigen. In der Folge fiel der Buttler-Pal Pilot allerdings hinter die beiden Kontrahenten zurück und musste sich auf Rang drei einreihen.

Besonders heikel verlief der Start für Jan Winter. Der Favorit ging in der zweiten Schikane geradeaus und verlor direkt eine Position gegen Kumpel Philipp Feckeler. Nach einem weiteren Ausritt musste Winter sich sogar auf Rang sieben einreihen. Daher reagierte der Meisterschaftsführende bereits nach 4 Runden auf die veränderte Situation. Er zog seinen Pflichtboxenstopp nach vorne und verabschiedete sich so aus dem Mittelfeldverkehr. Anschließend nahm er von ganz hinten die Verfolgungsjagd auf. Nachdem Winter die letzten Nachzügler überholt hatte ergab sich freie Bahn und die alternative Taktik schien nach und nach auf zugehen.

Der Kostec Pilot machte wieder Boden auf die Spitze gut. Das lag auch an Fehlern der Konkurrenz. Als Heiko Kolvenbach (Buttler-Pal) zur Rennhalbzeit zum Stopp hereinkam, unterlief dem erfahrenen SimRacer ein Unsafe-Release gegen Morgan Freeway (KFZ-Service-Schubert-Manziel). Die Folge war eine Durchfahrtsstrafe, welche Kolvenbach chancenlos gegen die Afelians zurückwarf und ihn auch noch hinter den heranstürmenden Jan Winter zurückwarf. Auch Verfolger Jörn Dicks unterlief ein Fehler. In der Ascari verlor der Afelian Pilot den Wagen und wichtige Sekunden auf die Konkurrenz. So kam Dicks nach seinem Stopp ebenfalls hinter Winter, aber vor Kolvenbach heraus. In dieser Phase sprach vieles für Jan Winter.

Doch dann geschah das Unfassbare. In Aussichtsreicher Top-3 bzw. gar Siegesposition machte der Meisterschaftsführende Jan Winter den entscheidenden Fehler. Der Kostec Pilot bremste in der Ascari mit zwei Reifen auf dem Gras an und verlor so die Kontrolle über den Wagen. Ein Aufprall war kaum zu verhindern und so verlor er sowohl Front- als auch Heckflügel. Die anschließende Reparatur warf ihn auf Rang dreizehn und damit hoffnungs-los hinter die Punkteplätze zurück.

Die Nutznießer waren die beiden Afelians. Zuletzt in Belgien in einer ähnlichen Situation profitierten sie nun vom Nuller Winters und machten an der Spitze den zweiten Doppelsieg der laufenden Saison klar. Gerade für Alexander Hess war es ein besonderer Moment. Zuvor hatte der kommende VM-Pilot in Spanien und Deutschland jeweils mögliche Siege unglücklich verloren. Dieses Mal reichte es deutlich vor dem Teamkollegen Jörn Dicks. Hess fuhr ein fehlerfreies Rennen und reiht sich damit in die Sieger 2021 ein. Auch für Dicks war es ein großer Schritt. Dieser hat damit nur noch drei Zähler Rückstand in der Meisterschaft, Hess zählt sieben Punkte. So wurde nun aus dem bisherigen Duell Winter-Dicks ein Dreikampf für die letzten drei Saisonrennen.

Heiko Kolvenbach komplettierte das Podium mit einer an diesem Abend nicht ganz sauberen Leistung. Dennoch gab der Buttler-Pal Pilot ein weiteres Zeichen in Richtung der VFC-Teams ab. Held des Abends war besonders für die Zuschauer Philipp Feckeler (Cliffort), welcher mit Rang vier sein bisher bestes Resultat einfuhr und Lob seines Teamchefs Dominic Röhken erntete: „Aber ich muss auch mal meinen Fahrer loben, der dieses Jahr quasi alles alleine macht bei uns in der D2. Und sich von Rennwochenende zu Renn-wochenende steigert. Hätten viele und auch ehrlich gesagt ich, nicht gedacht. Das man im Laufe der ersten Saison so eine Steigerung sieht.“

Selbiges Lob durfte sich auch Kolvenbachs Teamkollege Alex Woitala abholen. Trotz knapper Vorbereitung sicherte sich Woitala beim D2 Debüt den fünften Rang vor einem ebenfalls starken Nico Postkämper, welcher wichtige Punkte für WR Racing mitnahm.

Christian Dittmer hatte an diesem Abend mehr Glück als in Belgien. Der Falcon Pilot rettete einen siebten Rang vor Kostec Pilot Dominik Wiesner über die Linie. Selbiger fuhr dabei nun in seinen beiden ersten Rennen in die Top-10. Morgan Freeway (KFZ-Service-Schubert-Manziel) hingegen erwischte einen gebrauchten Tag und wurde nach zwischenzeitlichem Frontflügelverlust letztlich Neunter. Damit verabschiedete sich der Sieger aus Südafrika auch endgültig aus dem Titelrennen. Patrick Newman (Archer) fuhr zum zweiten Mal in Folge in die Punkteränge und nahm noch den letzten Zähler mit.

Die D2 geht damit in eine 5-wöchige Pause. Am 01.08. meldet sich die Nachwuchsserie mit der Fortsetzung des spannenden Meisterschaftsdreikampfes aus Großbritannien wieder.


Autor: Julian Kopp


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