Division 2 Vorbericht: Großer Preis von Österreich – Windschattenduelle in den Bergen

Nach nur zwei Wochen der Pause geht es für die Division 2 weiter nach Österreich zum Blue Horns Ring, der Heimatstrecke von Volksmobil und seinem Hauptsponsor, dem Brausehersteller Blue Horns. Viele Windschattenduelle erwarten die Fahrer auf der kurzen Strecke; daher ohne große Umschweife der Vorbericht zum heutigen Österreich-Grand-Prix.


Chapman Racing

In Portugal zeigte Roy Seifert in beiden Rennklassen, dass er ein Fahrer für die Zukunft ist. Im D2-Grand Prix lieferte sich der Deutsche einen packenden Fight mit dem Titelanwärter Rouven Meschede um den zweiten Platz, wobei Seifert am Ende den kürzeren ziehen und sich mit Platz 3 zufrieden geben musste. Das schien dann auch Manziel-Teamchef Travis Carter zu beeindrucken, der Seifert für ein Rennen als Ersatzfahrer in Portugal verpflichtete und wo dieser dann prompt auf P8 fuhr. So machte Seifert weiter auf sich aufmerksam.

In Österreich spielt Seifert weiter den Alleinunterhalter für Chapman Racing, hält sich dazu als Außenseiter im Titelkampf. Immer mehr zeichnet sich aber dabei ab, dass der Kampf um die D2 Krone ein Ding zwischen Maleika und Meschede wird. Momentan steht der Deutsche dabei nur auf P4 in der Zeitenliste, eine Sekunde weg von Meschede. Doch auf dem Blue Hrons Ring ist vieles möglich, so könnte auch für Seifert wieder ein Podestplatz drin sein.


Volksmobil

Mit einer Machtdemonstration meldete sich Jannik Maleika nach dem sehr unglücklichen Ausfall aus Australien in Portimao zurück. Die Pole holte der deutsche GSO-Veteran dabei mit fast sechs Zehntel Vorsprung, im Rennen fuhr er dann mit Abstand die schnellste Runde, machte einen Stop mehr als seine Mitkonkurrenten und sicherte sich dann mit zehn Sekunden Vorsprung den Sieg. Dazu überrundete Maleika dann alle ab P5. Trotzdem ist der VM-Pilot immer noch hinter Rouven Meschede in der Meisterschaft, jedoch nur zwei Punkte.

Die Chance, die Führung zu übernehmen hat er auf dem hauseigenem Circuit. Dabei dürfte es jedoch schwieriger werden als erhofft; Rouven Meschede scheint in der Form seines Lebens zu sein, dazu ist Teamkollege und Teamchef Peter Andrews momentan ebenfalls schneller in der Zeitenliste. Der US-Amerikaner ist nach einem Ferienaufenthalt in Florida wieder im Cockpit und scheint nochmal im Meisterschaftskampf eingreifen zu wollen. Es zeichnet sich auf jeden Fall ein enger Fight ab an der Spitze.


Falcon Academy

Licht und Schatten gab es wieder einmal bei den Falcons. Aufgrund der Rennsperre von Moritz Kropp setzte sich Teamchef Johannes Michl höchtpersönlich ins Cockpit, wo dieser mal wieder zeigte, dass er ein harter Fahrer ist. Michl lieferte sich im Rennen einen harten Kampf mit Morgan Freeway, der nach einigem hin und her schließlich in einer Kollision endete, die Michl aus dem Rennen warf und Freeway eine Strafe einbrockte. Währenddessen lieferte sich der Nachwuchsfahrer Rouven Meschede und Roy Seifert einen packenden Kampf um den zweiten Podestplatz, den Meschede schließlich für sich entscheiden konnte.

So geht Meschede als Führenderin der Meisterschaft nach Österreich und will dort wohl einen draufsetzen. Den Zeiten nach zu urteilen will der junge Deutsche nun seinen ersten Sieg in der GSO holen, denn bisher steht er fünf bzw. acht Zehntel vor beiden Volksmobils. Sollte Meschede allerdings heute den Alleinunterhalter bei Falcon spielen, so dürfte er sich auf einen harten Fight mit den beiden Volksmobils einstellen.


Hope Racing

Einen sehr frustrierenden Abend erlebte Hope Racing in Portimao. Während Christopher Neugebauer sich auf P4 qualifizierte, startete Enrik Horn P11; keine gute Ausgangslage in der Division 2. Während Neugebauer mit seinem starken Start sich dann auf P2 vorfuhr, geriet Horn in eine Startkollision und musste den Wagen früh reparieren lassen. Punkte waren somit nicht mehr drin; schlimmer noch war dann der Ausfall von Neugebauer, der infolge eines PC-Absturzes ausfiel und so den ersten Nuller für Hope Racing 2022 perfekt machte.

Somit sitzen wieder andere Teams den Hope Fahrern im Nacken, unter anderem Manziel GP. Aufgrunddessen müssen Punkte her und die scheinen beide Fahrer auch zu kriegen, sollte die Zeitenliste stimmen. Momentan steht man auf P5 und P8, hat dazu viel trainiert; gerade Horn scheint die wenige Trainingszeit aus Portimao wieder gut machen zu wollen. Sollte das Setup und der mörderische Start von Neugebauer wieder einmal funktionieren, so sind Punkte und vielleicht sogar eine Überraschung drin.


Manziel GP

Ein wenig überraschend ist bisher die Rollenverteilung bei Manziel GP. Während Top-Fahrer Morgan Freeway regelmäßig in Kollisionen verwickelt ist und bisher drei Punkte geholt hat, ist Travis Carter der Punktegarant für Manziel GP und steht mit 11 Punkten auf P6 in der Fahrer-Meisterschaft, ist somit der Best of the Rest hinter den Topfahrern. Gerade in Portimao zeigte der US-Amerikaner eine starke und konstante Form, fuhr von P8 los und holte aufgrund einer Zwei-Stop-Strategie und konstanter Fahrt schließlich P5, sein bisher bestes Saisonergebnis. Freeway hingegen musste nach Kollisionen und Strafen sich mit P10 begügnen, wodurch er sehr wahrscheinlich seine letzten Hoffnungen auf die Meisterschaft begraben muss.

In Österreich scheint der Mann von den Färöer-Inseln dazu gar nicht erst anwesend zu sein, hat bisher noch keine Runde gesetzt; überraschend, schließlich ist der Blue Horns Ring Freeways Lieblingsstrecke. So muss Teamchef Travis Carter den Alleinunterhalter für sein Team spielen, eine schwierige Herausforderung bei dem mittlerweile doch ausgedünnten und kompetitiven Fahrerfeld.


Cliffort Royal Racing

Erstmals in dieser Saison gingen zwei Cliffort-Fahrer an den Start; mit Thomas Raschke hatte Jan Berberich eindlich seinen langersehnten Teamkollegen, der auch noch gleich zeigte, dass er für Punkte gut ist. Trotz weniger Vorbereitungszeit qualifizierte sich Raschke auf P9 und holte nach konstanter Fahrt, die sogar den harten Reifen beinhaltete, mit P8 drei Punkte. Teamkollege Berberich zeigte ebenfalls ein gutes Rennen mit einer kleinen Unvorsichtigkeit und holte nach schwacher Qualifikation von P14 aus mit P7 vier Punkte. Dies ist die beste Punkteausbeute für die weißen Renner in 2022.

Weitere Punkte soll es dann in Österreich geben, wo Thomas Raschke bisher alleine einige Trainingsrunden für die Briten gesetzt hat. Dabei positioniert sich der Neuling der GSO im Mittelfeld, hinter dem weiter starken Stefan Schubert. Raschke dürfte dabei darauf setzen, vor Tobias Dorsch und URL Racing zu sein, welche nur einen Punkt hinter Cliffort sind. Möglich ist dies allemal.


URL Racing

Tobias Dorsch bewies in Portimao wieder mal, dass er ein guter Fahrer ist, wenn es darum geht, konstant Punkte zu holen. Nach zwei holprigen ersten Rennen holte Dorsch mit einem starken vierten Platz und damit acht Punkten endlich ein gutes Ergebnis für das Team rund um URL Racing; dass Dorsch dabei im Niemandsland von Portimao herumfuhr ist mal zu ignorieren, denn er gehörte zu den Dreien, die sich nicht haben überrunden lassen. So ist man auf P7 vorgekommen und auf einen Punkt an Cliffort Royal Racing herangerückt.

Zwar würde Dorsch diesen Trend gerne fortsetzen, aber bisher hat der Norddeutsche starke Probleme mit dem Blue Horns Ring gehabt, dazu scheint er mit dem Setup des Autos zu kämpfen. Ungewohnt weit hinten ist Dorsch zu finden, momentan wäre er so sogar außerhalb der Punkteränge. Doch mit der Konstanz von Dorsch dürften die Punkte trotzdem drin sein.


Archer GP

Große Party soll es gegeben haben bei Archer GP. Nach beinah eineinhalb Jahren und 11 Versuchen hat es Stefan Schubert nun endlich geschafft und erstmals Punkte geholt. Dies hatte sich schon in den Trainings zu Portimao angekündigt, wo Schubert überraschend schnell für seine Verhältnisse war. Man staunte nicht schlecht, als Schubert plötzlich den Archer auf P7 in der Qualifikation setzte; doch dann sah es infolge von Kollisionen danach aus, dass die Punkteträume wieder fort waren. Doch Schubert behielt den Kopf unten, fuhr seinen Stiefel runter und konnte von Kollisionen anderer profitieren. Und so fuhr er mit P9 seine ersten Punkte ein, wozu sogar die Rennleitung gratulierte. Teamchef Patrick Newman erlebte währenddessen einen verkorksten Rennabend mit einer ausgelösten Startkollisionen und fehlender Pace.

Jetzt scheint Stefan Schubert es auf eine Punkteserie abgesehen zu haben. Der Oldie ist in Österreich auf P6 der Zeitenliste zu finden, hat laut Berichten aus dem Fahrerlager dazu stark am Auto geschraubt und ein stabiles und schnelles Setup gebaut. Eins, welches wohl auch stark begehrt ist. Und auch Patrick Newman schickt sich wieder an, in die Punkte zu fahren, steht auf P9 der Zeitenliste. So kann man nun sagen: Plötzlich sind Stefan Schubert, Patrick Newman und Archer GP Anwärter auf regelmäßige Punkte.


Mandalore Racing

Viel Freude gab es nach dem Portugal GP bei Mandalore Racing. Christian Dittmer hatte sich trotz geringer Vorbereitungszeit und schwieriger Qualy-Ausgangslage konstant und sicher auf P6 geschoben und so fünf Punkte für die Pink-Schwarzen Renner mitgenommen. Darüber freute sich Dittmer sichtlich, der mit einer Ein-Stop-Strategie und den Fehlern anderer ebenfalls profitierte. Hierdurch gab es einen Sprung und Mandalore Racing hat sich auf P10 in der Team-Meisterschaft festgesetzt.

So dürfte es wohl auch gerne für Teamchef Nico Postkämper am heutigen Sonntag weitergehen. Dittmer hat dazu, für seine Verhältnisse, eine gute Anzahl an Trainingsrunden hingelegt, steht bisher an vorletzter Stelle. Doch der Deutsche hat bisher immer gezeigt, dass er kurz vor dem Start des Rennens immer etwas findet und im Verlaufe des Rennens schneller wird. Dementsprechend kann man von Dittmer auch wieder Punkte erwarten, sollte der seine Pace finden.



Autor: Jörn Georg Dicks