Division 2 Vorbericht: Großer Preis von Australien – Häuserschlacht in Adelaide

Das letzte Rennen und erste der D2 2022 war ein echtes Spektakel: Viele Überholmanöver, zwei FCY-Phasen und ein spannender Kampf ums Podium bis zur letzten Runde. Das dürfte mit dem heutigen Australien Grand Prix noch einmal getoppt werden, nicht wenige erwarten jedoch bei der Unerfahrenheit vieler Fahrer und dem engen Stadtkurs von Adelaide ein Chaosrennen.


Hier nun der Vorbericht zum heutigen Division 2 Rennen in Adelaide.


TR Motorsports

Das Auftaktsrennen für das internationale Team von TR Motorsports verlief katastrophal. Der Lichtblick war die Qualifikation, in der Damian Vingerhoets auf Platz 18 fuhr, während der Isländer Patrekur Magnusson noch mit den Problemen seines gebrochenen Arms zu kämpfen hatte und auf den letzten Platz startete. Viel gibt es dann zu dem Rennen in Südafrika nicht zu sagen, Magnusson stellte den Wagen nach einer Runde in der Box ab, Vingerhoets crashte nach eineinhalb Runden in die Bande und löste das erste FCY aus.

Adelaide könnte der nächste harte Brocken für die beiden sein, trainiert hat man für diese spezielle Strecke kaum und ist fünf Sekunden abseits der Pace, zumindest bis jetzt. Vor dem Rennen könnte man die beiden aber noch einmal auf dem Server trainieren sehen, dann werden die beiden vielleicht auch schneller werden.


Infernal Void Racing

Das erste Rennen lief für die vormaligen Meister der D2 2021 überhaupt nicht nach Plan. Stefan Cerne verzettelte sich frühzeitig in eine Kollision, musste dadurch den Heckflügel reparieren und verlor so früh an Anschluss an die Spitze. Philipp Maier war anfangs ganz gut dabei, verlor aber nach vier Runden das Auto, wodurch Infernal Void punktelos Südafrika verlassen musste.

Australien könnte ein genauso schweres Pflaster für die letztjährigen Meister sein. Stefan Cerne ist nicht anwesend, weshalb wohl Paul Müller, Teamchef des Teams, einspringen sollte. Der Deutsche ist aber fernab jeglicher Pace. Philipp Maier dagegen ist bisher nur drei gezeitete Runden gefahren und befindet sich auf dem viertletzten Platz in der Zeitentabelle. Jedoch hat der Neuling beim letzten Rennen auch erst vor dem Start richtig trainiert und hatte eine vernünftige Pace. Ohnehin gilt bei diesem Rennen die Devise, durchzufahren.


Sapphire Motorsports

Auch die Jungs von Sapphire rund um Jendrik Bierhoff und Tim Hauck erlebten ein schwieriges Rennen, jedoch mit mehr Lichtblicken als angenommen. Die Qualifikation gestaltete sich schwierig für die beiden Neuen in der GSO, starteten von P20 und P21. Doch gerade die Rennpace wirkte bei Hauck sehr aufmunternd. Während Bierhoff in Runde 6 den Wagen verlor und abstellen musste, kämpfte sich Tim Hauck stark nach vorne, bis dieser aber nach einer Fehlkalkulation beim Sprit in Runde 28 aufgeben musste.

Das Rennen in Adelaide wird ein Kampf ums Überleben und das scheint gerade Hauck zu verinnerlichen. Seine gezeiteten Runden sind konstant uns gut fürs Mittelfeld, jedoch ist nicht ersichtlich, ob diese nur mit wenig Sprit waren. Bierhoff hingegen ist bis jetzt kaum gefahren, doch dürfte man den jungen Deutschen vor dem Start des Rennens nochmal eifrig trainieren sehen.


Archer Grand Prix

Relativ unauffällig präsentierte sich Archer Grand Prix im ersten Rennen der Saison. Stefan Schubert und Patrick Newman, Teil der sogenannten "Altherren-Gruppe", qualifizierten sich für P14 und P16, wobei gerade Schuberts Qualy-Pace im Vergleich zum letzten Jahr sich deutlich verbessert zu haben scheint. Nicht mehr als letzter zu starten dürfte dem Vater des Vizeweltmeisters von 2022 noch mehr motivieren als so schon. Im Rennen unterliefen dann beiden Fahrern wieder Fehler, aber die Pace sah gut aus und Schubert konnte sogar mal mit anderen fighten.

Für Australien hat sich Schubert einiges vorgenommen. Nur zwei Wochen lagen zwischen dem heutigen und letzten Grand Prix und trotzdem hat Schubert wieder einmal über 452 gezeitete Runden auf die Strecke gebrannt. Dazu ist er nur zwei Sekunden abseits der besten Zeit und könnte so ein Kandidat für die Punkte sein. Newman dagegen hat nur den Plan, dass Rennen zu beenden und so vielleicht auch Punkte mitzunehmen. Der Newman-Teamchef kommentierte nur knapp "#einfachdurchkommen".


Agil Racing

Das zweite Altherrenduo in der Division 2 schlug sich zum Auftakt der Saison ganz ordentlich. Toni Wenzel qualifizierte sich für P15, Hanspeter Kapun hatte jedoch Probleme und fuhr nur auf den vorletzten Platz. Doch die Rennpace war dagegen deutlich besser, Wenzel und Kapun erlebten einige Fights und konnten sich immer wieder vor dem jeweils anderen behaupten, teilweise sogar tolle Manöver setzten. Und so reichte es am Ende für P13 und P14, Kapun machte elf Plätze gut und gehörte zu den schnelleren im Mittelfeld.

In Adelaide hat man diesen aber bisher nicht gesehen, daher ist es fraglich, ob der Österreicher fährt. Sein Teamchef und Teamkollege hat dagegen felißig trainiert, fuhr ganze 100 Runden bisher und kann sich mit den Zeiten auf einen Platz im Mittelfeld freuen. Sollte er unbeschadet durchfahren. Agil winken in Australien auf jeden Fall die Punkte.


Mandalore Racing (WR)

Mit einem lachendem und weinenden Auge dürfte WR Racing, welches sich aufgrund des Krieges durch Russland gegen die Ukraine nun in Mandalore Racing umbenannt hat, die Strecke auf Kyalami verlassen. Robin Ihde fuhr als kurzfristiger Ersatz für Nico Postkämper im Auto und konnte sich auf Platz 6 qualifizieren, während Christian Dittmer große Probleme hatte und nur auf P23 fuhr. Im Rennen kehrte sich das ganze dann um, Ihde kämpfte zwar oft und viel, machte aber Fehler und beendete das Rennen auf P12, noch hinter seinem Teamkollegen, der bis zum Schluss durch eine konstante Fahrt um die Punkte fuhr, sich am Ende jedoch Tobias Dorsch auf P11 geschlagen geben musste.

Ob Mandalore zum Australien Rennen überhaupt antritt, ist sehr fraglich. Postkämper muss den Tag über arbeiten, Dittmer gab an, dass ihm die Unebenheiten der Strecke nicht bekommen würde. Es bleibt abzuwarten, ob er oder Postkämpper es zum Rennen schaffen werden.


URL Racing

Mit einem Punkt verließ URL den Paddock in Kyalami, nach einer taktisch und konstant-guten fahrt von Tobi "Tuna" Dorsch. In der Qualifikation auf P11, startete der Norddeutsche auf den haren Reifen und fihr seinen Stiefel ab. Der späte Boxenstopp auf softe Reifen ermöglichte es dann, eine Aufholjagd mit Überholmanövern zu starten, das wichtigste davon gegen Christian Dittmer, was URL einen Punkt einbrachte. Lars Ottos Rennen dagegen endete frühzeitig in der Mauer, ein ernüchterndes Ergebnis für den Zurückkehrer.

In Australien ist Otto nicht von der Partie, weshalb es Dorsch richten muss. Hier zeichnet sich ein enger Kampf ums Mittelfeld ab, momentan steht Dorsch auf P9 der Zeitentabelle. Durch die Konstanz des Norddeutschen und der Möglichkeit eines Chaosrennens werden gut Punkte möglich sein.


Cliffort Royal Racing D2

Den Alleinunterhalter in Kyalami hat Jan Berberich für Cliffort gespielt, wo der Veteran der GSO zeigte, dass er nichts verlernt hatte und mit ihm zu rechnen ist. Berberich qualifizierte sich auf einem starken fünften Platz und hielt sogar Anschluss zum Teil des Spitzenfeldes. Durch eine frühe Kollision in der ersten Runde verlor aber Berberich diese gute Ausgangslage und musste sich zurückkämpfen, was schließlich auf P8 endete. Hier zeigte aber Berberich, dass immer noch ein starker Fahrer in ihm steckt, vor allem, wenn er trainiert.

Das hat Berberich auch vor dem Australien GP umgesetzt. Wieder hat er gut trainert, steht dadurch auf P7 der Zeitentabelle und kann sich wieder auf eine gute Ausgangslage freuen, sollte er dies ins Qualyfying umsetzen. Wichtiger ist jedoch, dass Rennen zu beenden und wieder Punkte für den weißen Rennstall mitzunehmen.


Manziel GP

Viel Licht und Schatten war bei Manziel in der Garage nach dem Rennen zu sehen. Morgan Freeway startete auf seiner Lieblingsstrecke von P4, Travis Carter auf P13. Das Rennen war dann in der ersten Hälfte ein gutes für Freeway, der Mann von den Färöer-Inseln hilet sich nahe bei der Spitzengruppe, hatte jedoch immer mehr Probleme mit den Reifen und verlor an Pace. Dann machte ein Fehler bei der Technik alles zunichte, wodurch Rouven Meschede unverschuldet in den Manziel-Ersatzfahrer hineinkrachte. Freeway reparierte, stellte das Auto aber in Runde 23 ab. Travis Carter dagegen konnte jubeln, nach starker Fahrt, tollen Überholmanövern und einer guten Verteidigung gegen Jan Berberich in den letzten Runden, reichte es am Ende für Platz 7 und vier Punkte.

Adelaide dürfte wieder ähnlich gut werden, sollten beide Fahrer Fehleranfälligkeiten abstellen. Freeway ist momentan auf P3 der Zeitenliste zu finden, dürfte mit seinem Kumpel Peter Andrews ums Podium fighten. Travis Carter dagegen dürfte wohl gerne einfach nur durchkommen, einem Chaosrennen entgehen und Punkte mitnehmen. Eine schwierige, aber machbare Aufgabe.


SCMM Hope Racing

Die Hoffnung stirbt zuletzt, so auch beim Partnerteam von SCMM, Hope Racing. Das erste Rennen war für die Neuankömmlinge zufriedenstellend, gerade die Qualifikation solide, wo Enrik Horn und Christopher Neugebauer ihr Auto auf P9 und P10 stellten, Horn dabei sogar seine bisherige Zeit aus den Trainings unterbot. Der Start verlief holprig, Neugebauer krachte in ein Fahrzeug hinein, welches den Start verpennt hatte und musste sofort an die Box, dass Rennen war für den Rheinländer gelaufen. Am Ende wurde es P16. Horn dagegen hatte ein starkes Rennen, hielt sich aus allem heraus und konnte durch eine gute Strategie schließlich mit P6 fünf Punkte mitnehmen.

Ob sich dies wiederholt ist allerdings etwas fraglich. Zwar ist Horn eben zum ersten Mal auf der Strecke gewesen, jedoch scheint der Teamkollege von Neugebauer Probleme mit der Strecke zu haben. Neugebauer hingegen ist ganz gut dabei, hält den Anschluss ans vordere Mittelfeld und darf sich Chancen auf die ersten Punkte ausrechnen.




Chapman Racing

Viel Aufregung gab es nach dem Grand Prix bei Chapman Racing, nachdem man das Podium durch eine Kollision in der letzten Runde verlor. Aber der Reihe nach: Für das Rennen hatten sich Neuankömmling Philipp Puschke und Roy Seifert auf P12 und P7 qualifiziert, wobei Puschke relativ wenig trainiert hatte. Das holte der Deutsche dann im Rennen selbst nach, wurde von Runde zu Runde schneller und konnte durch konstante Fahrt und der Nutzung von Fehlern der anderen sich bis auf P4 vorarbeiten. Gegen Ende hatte er dann Moritz Kropp im Visier und war kurz vorne, doch Moritz Kropp verursachte die Kollision in Kurve 1, wodurch Puschke das Podium verlor und auf P5 zurückfiel. Viel wurde danach diskutiert, wodurch fast übersehen wurde, dass sich Roy Seifert lautlos und konstant auf P9 vorgearbeitet hatte, nur P8 in den letzten Runden an den schnelleren Berberich verlor. Das ganze Rennen motivierte Chapman aber nur noch mehr.

Denn Seifert und Puschke haben nur noch mehr trainiert, sind schneller geworden und haben Ansprüche auf ein starkes Ergebnis. Puschke dürfte der Kandidat für den Sieg sein während Seifert mit einem Augo aufs Podium schielt. Momentan stehen beide auf P1 und P5 der Zeitenliste, ahben Anschluss an die Spitze. Chapman könnte sich als eines der Teams positionieren, welches um Podien und vielleicht sogar die Meisterschaft mitkämpft.


Falcon Academy

Deutlich mehr hatte man sich bei den jungen Falken erwartet. Rouven Meschede war Kandidat auf den Sieg, Moritz Kropp ebenfalls fürs Podium oder sogar den Doppelsieg. Es lief nicht alles schlecht beim Rennen, die Qualifikation wurde auf P2 und P8 abgeschlossen, wobei gerade Kropp durch sein niedriges Trainingspensum hier Probleme hatte. Das machte der junge Deutsche aber im Rennen schnell wett, fuhr sich nach Fehler von Peter Andrews auf P4 vor und hatte durch die Ausnutzung von Freeways Technikfehler sich auf P3 vorgearbeitet. Durch eine unüberlegte Aktion verlor er dann nach einer Strafe sein Podium. Meschede hatte hingegen Probleme und durch die Kollision mit Freeway wurde es nach der Reperatur nur P3.

Meschede hat hierdurch aber gezeigt, dass er Kandidat auf den Titel ist. Schnell ist er allemal, dass wurde auch in seinem Ersatzauftritt in Australien deutlich. Jedoch scheint der junge Deutsche noch mit Problemen auf Adelaide zu hadern, was die Konkurrenz ausnützen dürfte. Moritz Kropp hat man bisher noch gar nicht auf der Strecke gesehen.


Volksmobil Senior Team

Viel zu feiern gab es bei Volksmobil. Nach einer starken Qualifikation mit P1 und P3, wobei Maleika seine schon zweite Pole auf Kyalami einfuhr, ging der Erfolg im Rennen weiter. Peter Andrews holte sich Platz 1, verlor die Position aber nach der FCY durch einen Fehler in der Technik Maleika nutzte dies aus und holte sich P1 zurück, Andrews erholte sich nach dem Fehler am Lenkrad und fuhr durch ein starkes Manöver und Ausnutzung der Fehler der Konkurrenz auf Platz 2. Maleika verwaltete den ersten Platz und sicherte sich mit Andrews den zweiten Doppelsieg in der Geschichte des Volksmobil-Teams. Umso ist hierbei auch, dass Volksmobil in Gestalt von Andres und Maleika ihrer Favoritenrolle auf den Titel gerecht werden.

Adelaide dürfte ein schwierigeres Pflaster für die beiden Oldies werden. Mit Philipp Puschke hat sich ein starker Konkurrent offenbart und Rouven Meschede dürfte auch noch bis zum Rennstart schneller werden. Trotzdem sind Maleika und Andrews wieder vorne mit dabei, wobei vor allem der Teamchef diesmal den Vorteil zu haben scheint. Gerade Andrews ist diesmal der Kandidat für den Sieg, er muss dieser Favoritenrolle nur gerecht werden. Und beide müssen durchfahren, dann dürfte es zu einem guten Ergebnis führen.



Autor: Jörn Georg Dicks