Division 2 Vorbericht: Großer Preis von Südafrika – Enges Rennen als Vorbote für die Meisterschaft?

Nachdem die erfolgreiche Comebacksaison der Division 2 2021 geglückt war, dürfte es nicht viele verwundert haben, dass die Nachwuchsklasse der GSO in ihre nächste Saison gehen wird, um wieder herauszufinden, wer der nächste Champion wird und damit eine Chance auf das Aufsteigen in die VFC hat. Dabei wird der Auftakt in Kyalami sein, genauso wie die VFC eine Woche zuvor. Die Anzahl der angemeldeten und auf dem Server bisher gefundenen Fahrer dürfte damit wohl augenscheinlich direkt den Rekord aus letztem Jahr brechen, als sich 18 Fahrer in Hockenheim einfanden. Angemeldet sind 26 Fahrer, mit 20 bis 24 dürfte man beim ersten Rennen rechnen. Ursprünglich sollten es eigentlich auch 28 Fahrer und 14 Teams sein, aber mit der Sperre des Michael Kosbaus zog sich auch KosTec mit seinen beiden Fahrern Philipp Feckeler und Dominik Wiesner zurück.

Hier nun aber der erste Vorbericht der neuen D2 Saison 2022, von Team zu Team.

Infernal Void Racing

Das Meisterteam aus 2021 geht in der neuen Saison unter dem neuem Namen Infernal Void Racing an den Start, nachdem es zu inhaltlich anderen Vorstellungen zwischen eSports-Kanal und dem YouTube Mutterkanal gab. Teamchef Paul Müller suchte sich nach einer einen neuen Heimat um und fand sie in Infernal Void, die den Deutschen aufnahmen und dementsprechend Afelian Racing übernahmen. Nun steht Müller und sein Team vor der Herausforderung, die Team- und Fahrermeisterschaft aus 2021 zu verteidigen, was jedoch aufgrund der neuen Fahrer schwierig bis unmöglich werden dürfte. Stefan Cerne als neuer Nummer-1-Fahrer ist eher bekannt dafür, sich im hinteren Mittelfeld aufzuhalten, was seine bisherigen Zeiten auch widerspiegeln. Der 2. Fahrer an Cernes Seite wird Philipp Maier sein, der aber noch relativ unbekannt in der GSO ist. Seine beste Zeit deutete bisher auch nur auf das hintere Feld hin.

Manziel Grand Prix

Manziel wird mit Morgan Freeway und Teambesitzer Travis Carter 2022 an den Start gehen. Dabei darf man bei den Amerikanern hoffen, dass sie wieder quasi das Dark Horse der Saison werden. Freeway fuhr 2021 eine starke Saison mit einem Sieg, den er auch noch ohne Force Feedbacke einfuhr. Eine ganze Zeit stellte sich dann auch die Frage, ob er vorne im Titelkampf mitwirken kann. Vor dem Südafrika Grand Prix bestätigt sich diese Annahme auch wieder, der Kyalami-Experte Freeway ist auf seiner Lieblingsstrecke wie immer im vorderen Feld und nah am Spitzenreiter in der Zeitentabelle zu finden. Somit ein Kandidat auf den Sieg, sollte die Konstanz beim Mann von den Färöer-Inseln stimmen. Teamchef Carter dagegen befindet sich im zeitentechnischen Mittelfeld, mehr erwartet der Amerikaner aber wohl nicht. Ein Garant für Punkte ist er aber allemal.


Volksmobil

Alles neu bei VM, nicht nur in der VFC. Nach dem Abgang von Dominic Rustemeier zu SCMM in die VFC fand Peter Andrews mit dem Saldo-Abgänger Jannik Maleika einen starken Ersatz, der schon in der Königsklasse der GSO zeigte, dass er die Großen ärgern kann. Mit seiner Erfahrung und Schnelligkeit ist Maleika also möglicherweise ein Garant auf die Meisterschaft, auch, wenn er bisher etwas den besten Zeiten auf Kyalami hinterher hinkt. Aber schon jetzt hat Maleika mehr trainiert als in seinen VFC-Rennen davor, was wohl auch an Teamchef und Fahrer Peter Andrews liegt, welcher als guter Motivator bekannt ist. Auch bei Andrews ist (fast) alles neu, der US-Amerikaner hat sich mittlerweile neue Hardware angeschafft, was es ihm ermöglicht, ohne Ruckler durchs Rennen zu kommen. Und dadurch zeigt sich, dass Andrews nichts verlernt hat: In Kyalami ist er momentan schnellster, schlägt sogar den jungen Rouven Meschede. Andrews ist ein Siegkandidat in Kyalami, aber auch ein Meisterschaftskandidat?


WR Racing

Die Jungs von WR Racing sind wohl das Partyteam der D2. Beide Fahrer, Christian Dittmer und Nico Postkämper, sind für den Spaß in der D2 und GSO, nicht für den Aufstieg in die VFC. Somit neben es die beiden Fahrer nicht immer all zu ernst mit dem Training vor einem jedem Rennen, was sich schon 2021 zeigte. Trotzdem gelang Postkämper und auch Dittmer kleine Achtungserfolge, wie z.B der sechste Platz in Italien. Dittmer und Postkämper sind auf jeden Fall nicht langsam, trainieren aber nicht genug, um vorne mitfahren zu können. Für Punkte könnte es aber immer mal wieder reichen. Zum ersten Mal auf der Strecke sah man Dittmer am heutigen Samstag, jedoch noch mit großen Problemen. Postkämper hingegen wird verhindert sein, weshalb man zur großen Überraschung Robin Ihde im WR trainieren sah. Er dürfte also Postkämper ersetzen. Wo die beiden am Ende landen, ist fraglich, die Zeiten sind nicht aussagekräftig genug.


Cliffort Royal Racing D2 Team

Ein Revival der alten Zeiten, dass dürfte die Fahrerpaarung Dominic Röhken und Jan Berberich ganz gut beschreiben. Röhken gibt nach vielen Jahren nun sein richtiges Comeback (den USA GP 21 außen vorgelassen), mit Lenkrad und, wie man hört, einer kräftigen Ladung Motivation. Der Kauf eines Fanatec-Lenkrads dürfte dies deutlich belegen. Ein Problem ist jedoch momentan Corona; Röhken hat sich mit dem Virus angesteckt und kann daher vorerst nicht ins Cockpit für Kyalami steigen. Und so muss Jan Berberich die Aufgabe erfüllen, Cliffort im ersten Rennen zu repräsentieren. Der alte Hase der GSO sieht dabei bisher nicht allzu schlecht in der Zeitentabelle aus, mit seiner Erfahrung in der Racecraft ist er ein Fahrer, der für Punkte gut ist.


Falcon Russia Academy

Im Nachwuchsteam der Falcon-Truppe steckt unfassbar viel Potenzial für die gesamte Saison. Rouven Meschede und Moritz Kropp sind zwei der interessantesten Talente der GSO und damit eigentlich automatisch zwei Anwärter auf den Titel der D2 2022. Doch während Meschede viel trainiert und diesen Anwärter-Status bestens widerspiegelt, sucht man Kropp auf Kyalami bisher vergebens. Letztes Jahr war der junge Deutsche auch zwar erst kurz vor knapp beim trainieren, aber da war das Fahrerfeld auch noch dünner. Sein Teamkollege Meschede hat währenddessen schon extrem viele Runden auf die Strecke gezaubert und dürfte mit seiner besten Zeit der Kandidat für den Sieg in Kyalami sein. Doch wie man hört, hat der junge Deutsche momentan Probleme mit dem Setup und der Konstanz. Interessant wird es daher zu beobachten sein, wo Meschede am Sonntag steht.


Archer Grand Prix

Ein Urgestein der GSO und der Vater des VFC-Vizemeisters 2021 gehen zusammen in eine Bar. Heraus kommen sie mit dem Archer Grand Prix-Auto und fahren um die Wette. So sieht das Archer Grand Prix Team in 2022 aus. Patrick Newman als das Urgestein der GSO und Teambesitzer des Traditionsteams Newman, Stefan Schubert als Trainingsweltmeister und Vater von Sven Schubert, dem VFC Vizemeister 2021. Es ist ein interessantes Duo für die D2 Saison. Letztes Jahr war Patrick Newman mit einigen konstanten Leistungen gerne mal in den Punkten zu finden, Stefan Schubert verpasste die Punkteränge jedoch gerne mal aufgrund seiner Unerfahrenheit. Nun ist der alte Mann aber einer der erfahreneren Fahrer im Feld und wird immer schneller. Das zeigt sich vor Kyalami in der Zeitentabelle, dass Schubert im Mittelfeld zu finden sein dürfte, genau wie sein Teamchef Patrick Newman. Punkte sind also drin und vielleicht auch endlich für Schubert. Sollte dies der Fall sein, dürfte es eine Party bei KFZ-Service Schubert geben.


Chapman Racing Team

Leif Nordic dürfte selbst überrascht gewesen sein, was er sich da für einen Fahrer geholt hat, der dermaßen motiviert ist. Roy Seifert ist in diesem Sinne unfassbar gut drauf, trainiert von Anfang an viel, ist schnell und gut im vorderen Mittelfeld mit dabei und scheint sich in die GSO schon jetzt gut zu integrieren. Für Punkte dürfte also während der Saison gesorgt sein, wenn Seifert seine Trainingsfreude so Aufrecht erhält. Für benannte Punkte dürfte es in Kyalami zum Saisonauftakt auf jeden Fall reichen. Ansonsten ist wenig zu Chapman zu sagen; Miguel Pfeffermann hat seine Teilnahme an der D2 kurz vor knapp zurückgezogen, weshalb man beim Nachwuchsteam von Clipper erstmal nur mit einem Fahrer startet.


URL Racing

Ein weiteres Oldie-Team der D2 ist URL Racing mit seinen Fahrern Tobias Dorsch und Lars Otto. Beide sind schon länger im Simracing zu finden, dazu in der GSO. Otto ist dazu der Zurückkehrer, nach Abstinenz ist er nun wieder in der GSO und D2 vertreten. Das Fahrerduo von Teamchef Stefan Koehler ist dabei kein schlechtes. Dorsch ist ein erfahrener Fahrer, der letztes Jahr beinah ein Podium in Deutschland einfahren konnte. Wie man hört, ist er aber mit der neuen Mod eher unzufrieden und kommt mit dem Auto noch nicht ganz klar. Was auch die beinah zwei Sekunden Abstand auf die Spitze erklärt. Otto befindet sich dabei genauso auf einer Augenhöhe mit Dorsch, zwei Sekunden Abstand und für das erste Rennen wohl erstmal ein Fall für das hintere Mittelfeld. Trotzdem, werden beide erst einmal in Fahrt kommn, so sind Punkte in der gesamten Saison möglich.


Agil Racing

Eines der neuen Teams in der D2 wird Agil Racing mit seinen zwei erfahrenen Fahrern Toni Wenzel und Hans Peter Kapun sein. Die beiden gehören mit Stefan Schubert oder Dominic Röhken sozusagen zum alten Eisen der D2, aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters. Laut Wenzel natürlich ein Nachteil, aber: ...Meine Erfahrung liegt vor allem im Setup Bereich, das könnte ein Vorteil sein, wobei man wie gesagt das Auto erst verstehen muss, aber das meist ein paar Rennen lang dauert." Der Österreicher freut sich dabei laut Aussagen gegenüber Julian Kopp auf die neue Saison und ist gespannt auf die neue Community, die neuen Gegner und neue Leute. Vor allem die Neugier auf eine neue Community und ein neues Auto habe den Österreicher in die Community gebracht.

Seine Ziele vor der Saison fasst Wenzel so zusammen: "viel bin ich noch nicht gefahren - aber man sieht schon daß ich weit weg bin von den Rundenzeiten der anderen Fahrer. Setuptechnisch hab ich das Auto noch nicht verstanden - ich hoffe das wird noch. Ziel ist es wohl, nicht letzter zu werden."

Dieses Ziel dürften beide Fahrer auf jeden Fall in Kyalami erfüllen, zeitentechnisch steht man zwar im hinteren Feld, von der roten Laterne ist man aber entfernt. Und gerade die Erfahrung der beiden Fahrer kann im Rennen und durch die Saison hinweg helfen.


SCMM Hope Racing

Das zweite neue Team der D2 ist eine Fusion aus SCMM und Hope Racing. Durch Kontakte in der Universität kamen Christopher Neugebauer und Enrik Horn in die Division 2 und formten mit Gino Gaggiano zusammen ein Team. Und hierbei zeigt sich, dass Neugebauer ein konstanter und schneller Fahrer ist, der vielleicht sogar ein Außenseiterkandidat für die Meisterschaft sein dürfte. Die bisherigen Zeiten auf Kyalami sehen für Neugebauer auf jeden Fall gut aus, wenn man berücksichtigt, dass seine beste Zeit wohl im Renntrimm gefahren wurde. Teamkollege Horn ist währenddessen im Mittelfeld zu finden, wird aber seit Beginn des Trainierens immer schneller und kann auch ein Kandidat für die Punkte sein. Die Aussichten auf eine gute Saison stehen also gar nicht schlecht.


TR Motorsport

Das internationalste Team in der Division 2 ist ohne Zweifel TR Motorsport. Angeführt vom Mexikaner Mike Teichmann, tritt das Team mit dem Isländer Patrekur Magnusson und dem Niederländer Damian Vingerhoets an. Vor dem Saisonstart aber die schlimme Nachricht, dass Magnusson sich den Arm gebrochen hat und somit das erste Rennen aussetzen muss. Sein Teamkollege Vingerhoets muss daher den ersten Auftritt für das internationale Team durchführen, muss sich dabei auch erstmal nicht verstecken. Der Niederländer ist im Mittelfeld wiederzufinden, zwar zwei Sekunden weg von der Zeit, aber für sein erstes Outing in der GSO ist das ganz ordentlich.




Sapphire Motorsports

Das letzte neue Team, was sich für die D2 angemeldet hatte, ist Sapphire Motorsports mit Jendrik Bierhoff und Tim Hauck. Das ganze war tatsächlich relativ knapp, so knapp, dass Leif Nordic sich für eine Nacht für einen Skin dransetzte, um die Deadline einzuhalten. Am Ende reichte dies und die beiden Neuen konnten ihre ersten Runden auf dem Server setzen. Die Zeiten sind dabei für die kurze Eingewöhnungszeit in Ordnung, wobei aber Hauck bisher deutlich mehr trainiert hat als Bierhoff. Das schlägt sich darin wieder, dass Bierhoff sechs Sekunden off-Pace ist, Hauck nur drei. Punkte im ersten Rennen dürften also schwierig werden, wie es weiter über die Saison hinweg aussehen wird, zeigt sich im Verlauf des Jahres.



Autor: Jörn Georg Dicks