Gonzalez Cattivo neuer Interims-Teamchef bei der Scuderia Cesario

Aktualisiert: 14. Juni 2020





Eine schlimme Saison ist das bisher für die Scuderia Cesario. Es stehen nur drei Punkte zu buche, das Auto wirkt schwach, der Star-Fahrer Pohlenz hat das Handtuch geworfen. Vor dem Kanada Grand Prix wurde bekannt, dass Fabrizio Mauri als Rennleiter entlassen wurde und der junge Chef-Designer Zarella vorerst übernehmen soll. Überraschend wurde nun vor dem Türkei Rennen bekannt, dass man Gonzalez Cattivo (bisher Testfahrer und FWC Champion 2013) als Ersatz gewinnen konnte. Wir haben den Mexikaner, für ein kurzes Gespräch, telefonisch erreicht.

R: Herr Cattivo, sie sind nun überraschend zum Interims-Teamchef berufen worden. Ist dies in der jetzigen Situation nicht etwas undankbar?

C: Freunden hilft man, gerade in schlechten Zeiten.

R: Es sind also schlechte Zeiten?

C: Das sehen sie doch….

R: Die Zahlen sehen momentan sehr schlecht aus, das stimmt. Was bedeutet das für ihre Arbeit?

C: Es bedeutet vor allem Aufbauarbeit zu leisten und die Fehler zu finden. Antonia (Zarella d.R.) hat in Kanada sein Bestes getan um dem Team eine gewisse Stabilität zurückzugeben. Immerhin haben wir zwei gute Jungs in den Autos und haben in der Türkei viel Potential gesehen. Es gilt jetzt die Ruhe zu bewahren und sachlich weiterzuarbeiten. Die Saison müssen wir allerdings abschreiben, wir werden alle Ziele verfehlen.

R: Das klingt ja nicht gerade optimistisch. Wie wollen sie denn mit solchen Aussagen für Motivation sorgen?

C (lacht): Haben sie gesehen wie demotiviert die Jungs in der Türkei waren? Die Fahrer wissen genau was Sache ist und wir hatten ein gutes Gespräch. Rumgeeiere kann ich mir nicht leisten, dazu ist die Lage zu Ernst. Das beschönigen und dramatisieren von Dingen überlasse ich gerne Ihnen….

R: Für sie ist es das erste Mal als Teamchef seit Division 2 und Division 3 Zeiten und dem Kurzintermezzo bei CRT-TITAN 2014. Warum fiel die Wahl gerade auf Sie und nicht – mit Verlaub – einen erfahrenen Mann aus den Reihen des Konzerns?

C: Fabrizio (Mauri d.R.) - und ich will nicht schlecht von ihm reden – war genauso ein Mann. Wenn man sich nun die Situation ansieht stellt man fest: Entscheidungen wurden seit dem Wiedereinstieg 2019 eher nach Prinzipien getroffen, nicht auf Basis von Daten und Fakten. Das werde ich ändern.

R: Besteht die Möglichkeit, dass man Sie nun dauerhaft am Cesario Kommandostand sieht?

C (lacht): Was meinen sie mit dauerhaft? Wenn sie auf ein festes, längeres Engagement anspielen, sind sie doch die Ersten, die davon erfahren ….