Großbritannien Analyse - Cesario und die Ernüchterung



Das Heimrennen in Monza war für die Scuderia Cesario ein komplettes Desaster. Viel hatte man sich versprochen vom großen hauseigenen Aero-Update und den eigenen Fähigkeiten mit einem schnelleren Aggregat. Optimistisch die Hoffnung die normalerweise unerreichbaren Top-3 anzugreifen. Was blieb war ein fetter Nuller für die Scuderia. Larry Fischer erwischte bereits ab der Qualifikation einen rabenschwarzen Tag und stellte im Rennen nach mehreren Zwischenfällen und Differenzen mit der Rennleitung schließlich ab. Für seinen Teamkollegen Yannik Barwig sah es lange sehr gut aus. Barwig zeigte Pace und vermied die großen bzw. schwerwiegenden Fehler. Am Ende killte die letzte Safety-Car Phase seine Top-5 Hoffnungen. Ein Zwischenfall mit Lorenzo de Ciutis in der Ascari sorgte dann in der letzten Runde für den Totalausfall und den Verlust mehrerer Punkte.

Damit ging Monza als sinnbildlicher Lichtblick für die verkorkste Saison 2020 verloren. Es scheint Ernüchterung eingekehrt zu sein beim italienischen Rennstall der nun seinen Fokus endgültig auf die nächste Saison legen wird. Die letzten vier Rennen erscheinen nun nur noch wie ein lästiges Pflichtprogramm. Dabei geht es für die Roten darum die Saison vor einem kompletten Desaster zu bewahren indem man den Abrutsch auf den letzten Konstrukteursplatz vermeidet. Logischerweise stellt sich so aber auch die Frage nach der Motivation. Yannik Barwig verlässt Cesario 2021. Der Deutsche wirkte nach Monza demotiviert und hielt seine bisherige Vorbereitung auf das Rennen in Grenzen. Ein starker Gegensatz zu den letzten Rennen. Ob er allein also dem Team noch einige Punkte bescheren kann bleibt abzuwarten. Ansonsten wird diese Aufgabe Larry Fischer zu Teil, der sich aber seit Wochen in einem Formtief befindet. Cesario hatte Fischer zuletzt mit der Vertragsverlängerung bis 2022 einen riesigen Vertrauensvorschuss gegeben. Auch Fischer wird diesen irgendwann zurückzahlen müssen.

Dass in Großbritannien ein weiteres Regenrennen droht dürfte kaum ein echter Vorteil sein. Bei den bisherigen Regenpokern sahen die Roten nämlich nicht sonderlich gut aus.

So wird man eher darauf hoffen, dass es Trocken bleibt, auch wenn ein Wetterchaos gerade für Teams wie Cesario immer eine Chance bietet.


Die aktuellen Trainingszeiten zum Großbritannien GP findet ihr hier:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202020


Autor: Julian Kopp