Großbritannien Analyse - Macht Peters den nächsten Schritt zum Titel?



Mit seinem Last-Minute Triumph in Monza konnte Kevin Peters einen gewaltigen Schritt in Richtung WM-Titel machen. Nun hat der Deutsche 21 Zähler Vorsprung vor seinem ärgsten Kontrahenten Jannis Wollborn. Dabei kam Peters der sofortige Rückzug des MS4All Teams sehr entgegen.


Italien als Grundlage


Lange sah es beim Großen Preis von Italien so aus, als würde Peters sich bis zum Schluss im Hintergrund halten. Anfangs auf Sicherheit bedacht merkte man ihm an, dass der FSR-Pilot eher auf Sicherheit fuhr. Durch die clevere Teamentscheidung für die Trockenreifen spielte man schließlich doch eine wichtige Rolle und profitierte von der Kollision zwischen Sven Schubert (VM) und Rene Weller (MS4All). Zusätzlich kam auch die letzte Safety-Car Phase sehr gelegen. Am Ende zeigte Peters abermals Kaltschnäuzigkeit und schnappte sich Schubert in der letzten Runde. Hier zeigte sich auch wieder die starke Wirkung des Boost-Knopfes beim FSR-Wagen. Peters Teamkollege Tim Brendel erlebte einen Rennverlauf mit Höhen und Tiefen wobei auch er durch die Trockenreifen mit nach vorne gespült wurde. Eine Runde mehr und auch Brendel wäre wohl das Überholmanöver gegen Schubert gelungen und damit nach dem Newman Team der zweite Doppelsieg der laufenden Saison.


Der Regen als Nemesis?


Für Peters aber war die Entwicklung perfekt. Zwar liegen zwischen den Fahrerplätzen zwei bis sechs nur wenige Punkte, er selbst konnte sich aber absetzen. Eine Ausgangssituation die zwar komfortabel aber gleichzeitig gefährlich ist. Im kommenden Großbritannien Grand Prix wird die Konkurrenz wohl stärker denn je sein. Die Strecke in Silverstone kommt dem Newman Team wieder mehr entgegen, weshalb gerade mit Jannis Wollborn zu rechnen ist. Hinzu kommt die hohe Wahrscheinlichkeit für ein Regenrennen. Selbige sind für Peters oft in dieser Saison eher schlechter verlaufen. Kontrahent Wollborn hingegen konnte oftmals im nassen überzeugen und gilt als bester Regenfahrer der Liga. Ebenso wenig darf Sven Schubert im Regen unterschätzt werden. Sowohl Fahrer als auch das Auto hatten sich in Monza bei feuchten Bedingungen wieder sehr wohl gefühlt. Hinzu kommt, dass Volksmobil abermals mit einem Update nach Silverstone kommt. Im Bereich Aero konnte dem Rennstall ein weiterer Sprung nach vorne gelingen.


Optimismus statt Pessimismus


Aber trotz dieser guten Vorzeichen für die Konkurrenz kommt Peters natürlich auch selbst mit gespitzten Waffen nach Großbritannien. In den Trockentrainings setzte der FSR-Fahrer die bisher schnellste Einzelrunde und machte auch nach den letzten Sessions einen zufriedenen Eindruck. Zudem zeigte sich auch Teamkollege Tim Brendel in guter Form und könnte eine effektive Hilfe auf der Jagd nach dem Titel sein. Peters weiß um die gute Ausganssituation und darum, dass er nicht derjenige ist der unter Zugzwang steht. Gerade da die Konkurrenz sich gegenseitig die Punkte wegnehmen könnte. Letztlich muss Peters ein Nuller Rennen vermeiden und solide seine Zähler holen. Gelingt ihm das in Silverstone dürfte sein erster Weltmeistertitel nur eine Frage der Zeit sein.


Die aktuellen Trainingszeiten zum Großbritannien GP findest du hier:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202020


Autor: Julian Kopp