Großbritannien Analyse - Wollborn im Rausch der Jagd

Aktualisiert: 4. Okt 2020



Das Newman Team hatte bis zum Belgien GP eine enttäuschende Saison hinter sich. Dank einem engen Fahrerfeld hielt man jedoch lange den Anschluss nach oben. Seit der Rückkehr aus der Sommerpause läuft es aber wieder besser und das weckt bereits abgeschriebene Hoffnungen.


Schwankungen in Monza


Beim Italien Grand Prix wollte man natürlich gerne an den Doppelsieg aus Belgien anknüpfen. Dennoch war sich der Rennstall der Schwere der Aufgabe durchaus bewusst. Zu groß ist der Nachteil des Wagens gegenüber MS4All und Teams wie FSR auf der Geraden gewesen. Umso mehr kam auch Newman Racing der einsetzende Regen entgegen. War man doch bisher im Nassen immer sehr stark. In Italien allerdings kam dieser Vorteil nicht ganz zur Geltung. Gerade Jannis Wollborn hatte mit heißen Regenreifen zu kämpfen und die Fehlentscheidung des Teams mit beiden Piloten weiter auf Regenreifen zu gehen rächte sich schließlich. Auffallend war wieder mal ein starker Aleksandr Knezevic, der ohne den Zwischenfall mit Lorenzo de Ciutis (OMD) in der Schlussphase, wohl vor dem amtierenden Weltmeister und Teamkollegen gelandet wäre. So blieben am Ende Rang vier und fünf sowie die Erkenntnis, dass an diesem Tag wahrscheinlich nicht viel mehr machbar war.


Die Chance als Hoffnung


So stehen die Karten für die letzten vier Rennen dennoch gar nicht schlecht für das Weltmeisterteam. Die kommenden Strecken dürften dem Auto deutlich besser liegen als Monza. Zusätzlich kann man gerade in Silverstone wieder mit Regen rechnen. Vorzeichen die optimistisch stimmen. Gerade da die Ausgangslage in der WM besser denn je ist. Newman hat sich mittlerweile auf Rang zwei der Team-WM geschoben. Ein Angriff auf FSR in den letzten Rennen ist zwar rechnerisch noch möglich, allerdings wohl kaum realistisch. Nach hinten dagegen hat sich die Lage durch den Rückzug von MS4All aus der laufenden Saison etwas entspannt. Der nächste Verfolger Volksmobil liegt bereits 33 Zähler zurück. Eher denkbar ist dagegen noch ein Angriff in der Fahrer-WM. Jannis Wollborn rückte durch die guten Leistungen nun auf Rang zwei und hat 21 Punkte Rückstand zu Kevin Peters im FSR.


Team oder Gegner?


Ob Wollborn die Aufholjagd in den letzten Rennen gelingt hängt zwar in erster Linie von ihm, in zweiter Linie aber auch vom Teamkollegen ab. Seit dem Deutschland GP sind die Fronten bei Newman verhärteter als zuvor. Der unseriöse Rauswurf des Bosniers für 2021 hat Spuren hinterlassen. Die Leistungen und das Trainingspensum von Knezevic nahmen seitdem aber immer mehr zu. Dass es am Ende trotzdem nicht reichte um Wollborn zu schlagen lag oft an Details und Pech in den entscheidenden Situationen. Ob die beiden Piloten sich am Ende zusammenraufen und so die theoretische WM-Chance zu einer realistischen machen hängt sowohl von Kevin Peters als auch von ihnen selbst ab.



Die aktuellen Trainingszeiten zum Großbritannien GP findest du hier:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202020


Autor: Julian Kopp