Italien Analyse - Volksmobil unter Zugzwang



Das Volksmobil Team hat sich viel vorgenommen für die zweite Saisonhälfte. Nachdem man in der ersten Jahreshälfte selten vollends überzeugen konnte und trotz starker Fahrerpaarung nur drei Podien einfuhr, ist man auf Wiedergutmachung aus. Die bisherigen Ergebnisse ließen auch Zweifel an der Stärke des Autos aufkommen.

Bereits vor der Saison legte das Team darauf Wert am Saisonende verstärkt das Auto weiterzuentwickeln. Von dieser Strategie profitierte man in Spa allerdings noch nicht. Ohne Update ging es in die Ardennen. Das letztliche Resultat ähnelte der bisherigen Saison. Marc Schlüter lag lange Zeit auf Punktekurs ehe Pech und Unkonzentriertheit für einen der kuriosesten Momente der Saison sorgten. Der Deutsche drehte sich am Boxeneingang und blockierte mit dem VM die Boxengasse fast eine Minute lang. Entstanden war die Situation bereits als Patrick Newman (Speedster) den Wagen vor Schlüter in die linke Boxenmauer setzte und der VM-Pilot sich erfolglos versuchte durch die verbleibende Lücke zu quetschen. Schlüter wurde darauf von der Rennleitung disqualifiziert, da er der Aufforderung den Wagen am Boxeneingang abzustellen nicht nachkam.


Die Folgen sind für VM tragisch. Schlüter erhielt eine Rennsperre für Monza und ein Back-of-the-Grid für den Silverstone Grand Prix. Gerade beim anstehenden Monza Rennen wiegt Schlüters Fehlen schwer. Das Team kommt mit einem Abtriebs-Update nach Italien und zeigte sich bereits in den Trainings gut in Form. Dabei kommt VM vor allem der starke Motor zu Gute, so dass der Wagen auf der Geraden zu Cesario, OMD oder Newman durchaus konkurrenzfähig sein dürfte. Aber auch für Schlüter persönlich ist die Rennsperre bitter. Dass ihm die Strecke in Monza gut liegt, bewies er bereits im letzten Jahr als er mit dem GT Tempel das Rennen gewann.


Statt Schlüter wird nun der Rookie Sebastian Steinhauer im VM Platz nehmen. Dabei dürften die Ansprüche schon moderat angesetzt sein. Bereits im RaceBet500 trat Steinhauer an und erreichte einen überraschenden und starken vierten Rang. Bei den bisherigen Trainings zeigte sich Steinhauer anfangs noch vorsichtig. Mittlerweile fallen auch seine Trainingszeiten konstant und die Hoffnung auf eine mittlere Punkteplatzierung dürfte durchaus vorhanden sein.


Die ganz großen Hoffnungen liegen aber bei VM am Sonntag auf Sven Schubert. Wie so oft dieses Jahr stellte Schubert beim Endergebnis in Belgien den Teamkollegen in den Schatten und beendete den GP auf Rang vier. Trotz großem Pessimismus vor dem Rennen. Damit führt Schubert teamintern gegen den Teamkollegen mit 9-2. In Monza zeigte sich Schubert nun deutlich zufriedener mit dem Wagen. Die Top-5 sollte dabei wieder ein realistisches Ziel für den Schwaben sein.


Hauptkonkurrent dürfte dabei unter anderem wieder Newman Racing werden. Aber auch Cesario könnte ein Gegner der VM in Monza werden. Schließlich kommen die Italiener mit einem großen Heimupdate zum Grand Prix. So oder so, wird der Grand Prix wichtig für das Team. Denn in der Konstrukteurs-WM ist man immer noch im engen Fight mit Cliffort, während Newman Racing und Motorsport4All schon um einige Zähler weggezogen sind. Dennoch ist bis Rang zwei noch einiges machbar. Hinzu kommt eine kleine Resthoffnung für Schubert auf die Fahrer-WM. Den ersten Step dafür kann Volksmobil am Sonntag gehen. Das hängt jedoch von den Leistungen Schuberts und Steinhauers ab. Ob die bisherige Wettervorhersage dem Team entgegen kommt bleibt fraglich. Denn immer mehr bahnt sich auch für Sonntag ein nasser Grand Prix an.

Die bisherigen Trainingszeiten zum Italien GP findest du hier:

https://www.race-view.com/results?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202020

Autor: Julian Kopp