Japan Analyse - OMD der siegreiche Underdog



Wieder hatte er zugeschlagen. Der Pilot, welchen man immer erst auf dem zweiten Zettel der Sieganwärter für einen Grand Prix hat. Nach dem ersten Triumph in Monaco diesen Jahres fährt Paisler in Malaysia offiziell als erster durchs Ziel und lässt seine Kritiker verstummen.


Triumph mit Ansage


Begonnen hatte der Abend des Bastian Paisler bereits in der Qualifikation äußerst positiv. Am Ende stand ein 8. Rang zu Buche und bereits die Gewissheit, sollte Paisler auf 1-Stopp planen wäre er ein Siegeskandidat. Zudem war er mit Abstand schnellster Pilot auf den Greenfield Reifen. Im Rennen bestätigte sich die Annahme. Paisler startete gut und verlor kaum Anschluss an die Spitzengruppe. Bereits Richtung Mitte des Rennens konnte man sich sicher sein, dass der Deutsche in den Top-3 wiederzufinden sein würde. So war es dann letztlich auch und noch besser. Paisler führte lange das Rennen an und musste nur die FSR-Piloten Brendel und Peters als ernsthafte Konkurrenten ansehen. Nachdem Peters auch noch zum dritten Mal in die Box ging, konnte man sich auf einen Kampf zwischen Paisler und Brendel einstellen. Doch es sollte anders kommen. Brendel flog zwar heran, fiel aber auch auf Grund eigener Fehler und abbauender Reifen wieder etwas zurück. Als dann zwei Runden vor dem Ende die Full-Course-Yellow Phase bis zur Zieleinfahrt ausgerufen wurde konnte sich der OMD-Pilot seines zweiten Saisonerfolges sicher sein.


Unauffällige Teamkollegen


Inmitten des Paislerischen Glanzauftrittes gerieten die Leistungen der Teamkollegen etwas in den Hintergrund. Gaggiano wurde bereits früh in die turbulente Startphase verwickelt und fiel auf Grund einer Strafe wieder etwas zurück. Am Ende profitierte der Italiener von den Ausfällen der Konkurrenz und nahm am Ende zumindest einen Punkt mit. Auch de Ciutis Rennen verlief unauffällig. Der zweite Italiener im Team fuhr im Großen und Ganzen trotzdem ein rundes Rennen, wäre ohne die Ausfälle aber wohl nicht in den Punkten gelandet. So profitierte auch er von den Ereignissen und kam am Ende als Zehnter ins Ziel.


Nächster Big-Point


Für OMD war es ein einschneidendes Rennen. Nachdem die Grand Prix unter nassen Bedingungen zuletzt selten von Erfolg gekrönt waren gab es in Sepang wichtige Punkte für die Team-WM. Man steht nur noch knapp hinter dem ausgeschiedenen Team MS4All auf Rang fünf in der Statistik. Zudem konnte man sich wichtige Zähler gegenüber dem Cliffort Rennstall sichern, welcher in einer guten Ausgangssituation ein Debakel erlebte.

Der Matchball liegt also nun bei OMD. In Suzuka erwartet man das Team ähnlich stark wie in Malaysia. Wieder könnte der Greenfield Reifen für die Strategie von entscheidender Bedeutung zu sein. Der Kurs in Japan verlangt den Gummis alles ab und vieles deutet derzeit auf einen trockenen Rennabend hin. Die bisherigen Rundezeiten der OMD Fahrzeuge untermauern zudem wieder die Konkurrenzfähigkeit beim kommenden GP.


Die Chancen stehen also gut, dass Bastian Paisler in Suzuka von seinem siebten Podium der laufenden Saison träumen kann.


Die aktuellen Trainingszeiten zum Japan GP findet ihr hier:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202020



Autor: Julian Kopp