Kämpfe um die Punkte! – Die große Saisonanalyse der Division 2 2021 – Teil 2

Nachdem wir uns in der letzten Folge die D2 Saison der Hinterbänklerteams zu Gemüte geführt haben, blicken wir in der heutigen Ausgabe auf die Teams, welche regelmäßig um gute Punkteränge fighten konnten, von Personalproblemen aber nicht verschont blieben.


404 MG Falcon Simracing

Falcon Simracing hat eine verrückte erste D2 Saison hinter sich gebracht. Denn gerade auf personeller Seite hatte Teamchef Johannes Michl alle Hände voll zutun. So kam der Rennstall vor dem Spanien GP in die Serie. Ursprünglich sollte dabei Fabian Walter das Steckenpferd des Teams sein. Doch es kam alles anders. In der VFC hatte sich zuvor Aleksandar Knezevic aus dem Cliffort Cockpit zurückgezogen. Als Walter nun seine ersten Trainingsrunden in der D2 drehte wurde schnell klar, dass dieser hohes Potenzial besitzt. So handelte Cliffort-Teamchef Dominic Röhken reaktionsschnell und verpflichtete Walter als Stammfahrer. Zum Einstieg musste man bei Falcon nun improvisieren und Teamchef Michl stellte Hendrik Adolphs noch Stefan Cerne zur Seite, während US-Amerikaner Christian Dittmer vorerst bei Chapman Racing unterkam. In Deutschland musste dann Michl auf Grund Abwesenheit von Adolphs selbst ins Lenkrad greifen. Als ehemaliger VFC Pilot fuhr Michl in einem harten Fight aufs Podium und setzte damit ein Ausrufezeichen. Doch schon beim nächsten Rennen erwarteten den Teamchef neue Schwierigkeiten. Auf Grund des Riesenunfalls in der Eau-Rouge erhielt er eine Sperre für die kommenden zwei Austragungsorte. Die Rennleitung war der Meinung, Michl hätte seinen Crash in der Eau Rouge nicht aktiv genug verhindert. Daraufhin zog Falcon Christian Dittmer wieder bei Chapman Racing ab und setzte ihn neben Stefan Cerne als zweiten Fahrer ein. Diese Paarung sollte sich bis zum Jahresende so einspielen, auch wenn Michl in Japan noch einmal ohne Erfolg einsprang. Sein Podium sollte das beste Saisonresultat des Teams bleiben und fast 50 Prozent der Punkte ausmachen. Dittmer und Cerne zumindest gelangen in der Folge immer wieder ordentliche Punkteergebnisse. So festigte das Team am Ende seinen 8. Platz und blickt dank der Kooperation mit Russia GP einer rosigen Zukunft in 2022 entgegen.


Aktive Fahrer 2021: Johannes Michl (P13 - 10 Pkt.) - Christian Dittmer (P15 - 10 Pkt.- Falcon und Chapman) - Stefan Cerne (P20 - 4 Pkt.) - Hendrik Adolphs (P24 - 3 Pkt.)

Platzierung in der Teamwertung: P8

Beste Rennplatzierung: P3 (Johannes Michl)

Siege: 0

Podien: 1

Punkte: 21

Ausfälle: 3



Cliffort Royal Racing D2 Team

Für Cliffort sollte es eine Saison der One-Man-Show werden. Teamchef Röhken überraschte die GSO-Öffentlichkeit schon vor Saisonbeginn mit einer Fahrerpaarung gemischt aus Erfahrung und junger Power. GSO-Legende Steven Klatten feierte sein Comeback an der Seite des unerfahrenen Philipp Feckeler, welcher zusammen mit Jan Winter neu in die D2 kam. Doch gerade das Comeback Klattens gestaltete sich äußerst kurzweilig. Beim Saisonaufakt bereits fehlte der ehemalige VFC-Fahrer, in Kyalami gab es keinen Punkterang. Danach bereits zog sich Klatten aus der D2 wegen persönlicher Gründe wieder zurück. Eine undankbare Aufgabe für Philipp Feckeler, welcher sich bei seinen ersten Auftritten sichtlich schwer tat. Dennoch legte der Youngster wohl eine der stärksten Entwicklungen des Jahres hin und konnte so seine Resultate fortlaufend verbessern. Den Höhepunkt stellte dabei ein starker vierter Platz in Monza dar, welchem bereits ein fünfter Rang in Belgien vorraus-gegangen war. Die Belohnung für Feckelers harte Arbeit war letztlich ein 6. Platz in der Fahrermeisterschaft. Beim Schlussrennen in den USA feierte Teamchef Dominic Röhken zudem sein Fahrercomeback an Feckelers Seite ohne dabei jedoch zählbares zu holen. Zu diesem Zeitpunkt war aber das warme Verhältnis zwischen Röhken und Feckeler bereits deutlich abgekühlt. Der Rookie bat einige Wochen zuvor um Freigabe für 2022 um bei einem anderen D2 Team anzutreten. Spätestens hier endeten Röhkens Lobeshymnen zur Saisonleistung Feckelers.


Aktive Fahrer 2021: Philipp Feckeler (P6 - 34 Pkt.) - Steven Klatten (P30 - 0 Pkt.) - Dominic Röhken (P33 - 0 Pkt.)

Platzierung in der Teamwertung: P7

Beste Platzierung: P4 (Philipp Feckeler)

Siege: 0

Podien: 0

Punkte: 34

Ausfälle: 1



WR Racing

Trat man beim Nachwuchsteam von Russia GP vor der Saison noch mit großer Motivation in der Nachwuchsserie an, war der Rennstall Richtung Jahresende quasi nicht mehr präsent. Dabei hatte alles so stark angefangen und das hatte vor allem am ehemaligen VFC-Piloten Tobias Dorsch gelegen. Der Norddeutsche fuhr in den ersten vier Rennen insgesamt dreimal in die Top-5. Agierte dabei weitestgehend alleine. Der geplante Teamkollege Martin Uhlemann fuhr zwar in Südafrika mit, zog sich nach seinem starken fünften Platz aber aus Zeitgründen wieder aus der D2 zurück. Auch Dorsch hatte mit seinem Zeitkonto zu kämpfen. Nach dem guten Start fehlte er in vier der letzten fünf Rennen und sollte auch keine Punkte mehr holen. Die Personalprobleme bekam man indes nicht gelöst. Zwar fuhr Nico Postkämper zwischenzeitlich noch drei Rennen für das Team, schied dabei zweimal aus und sicherte sich zumindest in Italien noch einen guten 6. Platz. Dennoch ließ WR Racing so viel Potenzial liegen und musste sich letztlich gegen die Kontrahenten Volksmobil und KFZ-Service Schubert Manziel GP im Teamranking geschlagen geben. Für das nächste Jahr will man mit der Fahrerkombination aus Nico Postkämper und Christian Dittmer aber wieder neu angreifen.


Aktive Fahrer 2021: Tobias Dorsch (P8 - 26 Pkt.) – Martin Uhlemann (P18 - 7 Pkt.) - Nico Postkämper (P19 - 5 Pkt.) - Marcel Miller (P28 - 1 Pkt - aber für Archer GP)

Platzierung in der Teamwertung: P6

Beste Platzierung: P4 (Tobias Dorsch)

Siege: 0

Podien: 0

Punkte: 38

Ausfälle: 3



Volksmobil Junior Team

Eine wirkliche Zufriedenheit wollte sich nach dem US-GP bei Volksmobil über die D2 Saison nicht einstellen. Zu inkonstant war sowohl die personelle Besetzung als auch die Punkteausbeute über die laufende Saison. Bezeichnenderweise holte man das beste Einzelresultat bereits zum Saisonauftakt. Zusammen mit Teamchef Peter Andrews trat Dominic Rustemeier (ehemals Cybok) für den Rennstall an. Andrews gelang in Katalonien direkt ein Blitzstart. Zwar scheiterte der Amerikaner am gut verteidigenden Max Hayman (TDD by Kostec), fuhr aber das erste Mal seit langer Zeit ein Podium in der D2 ein. Dieses Resultat ließ sich allerdings nicht wiederholen. In der Folge fehlte dem Team oft die nötige Cleverniss und ein bisschen Rennglück. Dennoch punktete man in der Folge konstant. Der eigentliche Bruch kam vor dem Italien Grand Prix. Da Peter Andrews sich nach Management Problemen innerhalb des VFC-Teams aus dem D2 Geschehen zurückzog musste, war Rustemeier vorerst auf sich alleine gestellt. Doch auch ihm schien dieser Break schwer zugesetzt zu haben. An den letzten drei Rennen nahm er nicht einmal teil, konzentrierte sich in dieser Phase scheinbar bereits auf den VFC-Deal mit SCMM. Das fahrerische Argument zumindest blieb er dafür indessen schuldig. In Japan hielten ihn zudem technische Probleme von der Teilnahme ab. Zum Glück für Peter Andrews fand sich in den letzten zwei Rennen noch der erfahrene Racer David Jundt als Einsatzpersonalie. Im letzten Grand Prix kam an dessen Seite auch Rookie Moritz Kroop erstmals zum Einsatz. So sicherte sich VM wichtige Zähler für den letztlich fünften Platz in der Teammeisterschaft. Umso ärgerlicher aber trotzdem für Andrews und Co., dass man schließlich nur einen Punkt an KFZ-Service-Schubert-Manziel GP scheiterte.


Aktive Fahrer 2021: Peter Andrews (P9 - 20 Pkt.) – Dominic Rustemeier (P11 - 14 Pkt.) – David Jundt (P12 - 12 Pkt.) - Moritz Kropp (P25 - 2 Pkt.)

Platzierung in der Teamwertung: P5

Beste Platzierung: P3 (Peter Andrews)

Siege: 0

Podien: 1

Punkte: 48

Ausfälle: 2



Autor: Julian Kopp