Kevin Peters ist VFC-Weltmeister 2020!

Aktualisiert: 25. Nov 2020




Vom Politiker zum Meister der Herzen


Kevin Peters muss man nicht mögen, kann man aber. Über die Jahre hat er nie probiert „Everybody´s Darling“ zu sein, sondern hat stets den maximalen Erfolg gesucht. Dass man Diesen auch neben der Strecke vorbereiten kann hat er früher und besser verstanden als viele andere. Das macht ihn für manchen zu einem Bösewicht des GSO-Universums. Peters ist eben ein Fahrer der mit allen Wassern gewaschen ist. Politiker eben – Immer bereit die Fäden zu ziehen. Ein Bruch in seiner Karriere war im Jahr 2019 sein unrühmlicher Abgang von Newman Racing, samt dazugehörigem „Gate.“ Später im Jahr zeigte er im unterlegen Veloce-Forsch enorm starke Leistungen. Karrierehighlights sind sicher die Ernennung zum „Norisking“ und sein Sieg beim Indy500. Es ist nicht verwunderlich, dass er auch als Rennklassenleiter mittlerweile einen exzellenten Ruf genießt. Er ordnet die Dinge, behält den Überblick. Dass es trotzdem, oder gerade deshalb auch kritische Stimmen ob dieser „Doppelrolle“ Fahrer/Rennklassenleiter gibt, liegt in der Natur der Sache. Geraune eben.



Fahrender-Ingenieur


Als Fahrer bringt Peters keine brachiale aber überdurchschnittliche Grundpace mit – seine Stärken liegen im Setupbau und bei der Strategie. Leuten wie Gonzalez Cattivo, aktuell Tim Brendel und den Teams mit denen er bisher zu tun hatte, gilt er als „Fahrender-Ingenieur.“

Die Diskussion ob man der Schnellste sein muss um Weltmeister zu werden stellt sich nicht. Gebe acht verschiedenen Leuten zehn verschiedene Autos, mal mit Setup-Änderung, mal ohne und du wirst dein blaues Wunder erleben. Fahrer, Auto und Setup, das gehört zusammen. Peters jedenfalls werden Attacken, welche in diese Richtung zielen kalt lassen, spätestens wenn er seinen Pokal in den Händen hält.



Nun doch der Meister der Herzen?


Die Vorfälle um seine Grid - Penalty für den vorletzten Grand Prix von Japan warfen ein neues Licht auf die Rollenverteilung. Hier der fast sichere Weltmeister Peters, gegen den man mit Hilfe der GSO vorgeht, dort der von vielen fahrerisch hoch geschätzte amtierende Weltmeister, der sich offensichtlich nicht mehr anders zu helfen weiß. Wollborn gefährdete die Geschichte, welche ihm zustand. Der hochgeachtete, knapp geschlagene Weltmeister wurde auf den letzten Metern zum Politiker. Gut, dass das faire Duell im spannenden Mexiko Grand Prix als „happy end“ fungierte. Kevin Peters hat sich nun für immer in die Geschichtsbücher der Global Simracing Organisation eingetragen. Er folgt auf Cooper McAllister, Gonzalez Cattivo, Jacques Kerni (2), Alexander Quickström, Lukas Schmidt (2) und Jannis Wollborn. Gewinnt er nächstes Jahr Le Mans, könnte er sich als erster Fahrer die Meisterschafts-Triple Crown sichern.


Die Redaktion sagt: Herzlichen Glückwunsch!


Autor: Michael Kosbau