Malaysia Analyse - Der tiefe Fall der Scuderia



Hätte man vor einigen Wochen die Leute zu der Scuderia Cesario befragt hätte man wohl zu hören bekommen, dass dies eine verkorkste Saison sei. Eine die man einfach nur noch irgendwie ins Ziel bringen sollte, in der aber zumindest noch ein bis zwei Punktesprünge in der Team-WM machbar sind. Eine die man am Ende des Tages einfach abhaken muss um optimistisch nach vorne zu blicken.


Das Aggregat als Handicap


Nach den letzten beiden Grand Prix in Italien und Großbritannien hat sich diese Lage allerdings noch einmal verändert. Natürlich war spätestens nach dem Monza Rennen klar, dass es schwer werden könnte den vorletzten Platz noch einmal zu verlassen. Speedster und Equipo Saldo noch einmal einzuholen. Nun nach dem Großbritannien Rennen offenbart sich immer mehr das absolute Worst-Case Szenario. Der Traditionsrennstall droht auf den letzten Rang der Team-WM abzurutschen. Ein Saisonresultat, welches den Tiefpunkt in der Historie der Italiener darstellen würde. Cattivos Bekenntnis im Anschluss an das Rennen, nach welchem der Wagen eine Fehlkonstruktion sei, war auf der Strecke wieder eindrucksvoll zu beobachten. Gerade bei nassen Bedingungen scheint das Auto unberechenbar und beinahe unfahrbar zu sein. Zumindest für die Fahrer, welche bei den Roten im Cockpit sitzen. So wurden es am Ende Rang vierzehn und fünfzehn. Unterdessen punktete das Clipper Team mit Pascal Pohlenz und robbte sich bis auf drei Zähler in der Team-WM heran. Lange hatte man es bei den Roten auf eigenes Unvermögen oder schlicht Pech geschoben. Nun ist klar, es ist auch das italienische Material, welches auf vielen Strecken untauglich ist.


Hoffnung für Malaysia


Beim kommenden Malaysia GP steht der Rennstall nun unter Zugzwang. Immerhin positiv ist dabei, der jetzige Wetterbericht, welcher auf ein trockenes Rennen hindeutet. Die Chance für Yannik Barwig und Larry Fischer noch ein positives Saisonhighlight zu setzen, auch wenn es schwer wird. Mit MS4All fehlen zumindest zwei Autos, welche im Normalfall vor den Italienern gewesen wären. Für Gonzalez Cattivo wird nun die größte Herausforderung sein die Motivation zu bündeln und oben zu halten. Gerade bei Barwig wird der Mexikaner arg zu knabbern haben. Den deutschen Piloten zieht es kommendes Jahr zum Newman Racing Team, die persönliche Motivation für die laufende Saison scheint bei ihm im Keller. Ob zeitgleich Larry Fischer sein Formtief überwinden kann wird die nächste Frage sein. Unter trockenen Bedingungen zeigte Fischer immer mal wieder sein Potenzial aufblitzen, ehe er durch eigene Fehler wichtige Punkte wie in Ungarn aus der Hand gab. Noch gibt es nicht genug Trainingsdaten um einsehen zu können wo sich die Italiener unter trockenen Bedingungen befinden werden. Einfach wird es ihnen das Auto sicher nicht machen.


Dennoch, nichts kann der kommende Malaysia GP mehr an Möglichkeiten bieten um den Balanceakt zu schaffen. Den zwischen der Lust auf Punkte und der Angst vor der drohenden Niederlage.


Hier seht ihr die aktuellen Trainingszeiten zum Malaysia GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202020



Autor: Julian Kopp