Mexiko Analyse Teil 3 - Der Kampf um die Krone


Am heutigen Sonntag steht der Abschluss einer spannenden und turbulenten 2020er Saison an. In unserem 3-Teiler werfen wir einen Blick auf die Teams und ihre Möglichkeiten zum Schlussakkord in Mexiko. Heute: Der Kampf um die Krone.


Die zwei Seiten der Medaille


Das Volksmobil Team zählte vor der Saison wohl zu einem der Rennställe, welcher auf Grund seiner starken Fahrerpaarung und seinem Werksstatus zu den Favoriten der Saison 2020 zählte. Mit Sven Schubert und Marc Schlüter ging man mit einem guten Gesamtpaket und einer Menge fahrerischen Potenzials an den Start. Am Ende war es ein Jahr der zweiseitigen Medaille. Die eine in Form von Sven Schubert, welcher abseits der Full Send Racing Piloten der einzige Fahrer war, der es schaffte in jedem Rennen in die Punkteränge zu fahren. Die andere von Marc Schlüter, der nach einem starken Saisonauftakt in Australien eine Saison mit einigen Tiefschlägen erlebte. Die Folge? Ein Jahr in dem man zu keiner Zeit in der Lage war in den beiden WM-Gruppen um den Titel mitzufahren. Dennoch kann man von keiner schlechten Saison reden. Seit der Aufgabe von MS4All nach dem Italien GP agiert VM als dritte Kraft in der VFC und kann mit fünf Podestplätzen auch auf Einzelerfolge zurückblicken. Die Hoffnung allerdings, mit einem im Saisonschlusspurt stark entwickelten Auto zum Siegerteam zu avancieren, verpuffte bereits vor einigen Rennen.


So ging zur Saisonmitte der Fokus schon einmal in Richtung 2021. Ein Jahr, in welchem das VM Team mit seinem neuen Partner Blue Horns groß angreifen will. Dabei baut man weiter auf Sven Schubert während Marc Schlüter am heutigen Rennabend das letzte Mal im Cockpit platznehmen wird. Umso mehr baut er auf eine weitere starke Vorstellung. Die Hoffnungen dafür sind nicht unberechtigt. In den Trainings zeigten die Volksmobil Autos die schnellsten Rundenzeiten und scheinen zum Saisonabschluss tatsächlich siegfähig zu sein. Inwieweit die Konkurrenz um die Teams Newman Racing und Full Send Racing in der Lage sein wird die Lücke bis heute Abend zu schließen bleibt abzuwarten. Auch wer bereits sein volles Potenzial offenlegte und wer noch weiter pokert.



Schulterschluss zum Saisonabschluss


Gerade das Newman Team wird für den heutigen Abend gerüstet sein. Der amtierende Weltmeister Jannis Wollborn steht am letzten Rennabend 2020 vor seiner wohl größten Hürde. Ob eine Sensation machbar ist? Dafür benötigt es eine eigene fahrerische Wahnsinnsleistung sowie eine Menge göttlichen Beistands. Zwölf Punkte beträgt der Rückstand auf seinen Vielleicht-Nachfolger Kevin Peters. Für den zweiten Meistertitel in Folge braucht es somit mindestens einen Sieg sowie einen maximalen zehnten Rang für Kevin Peters. Eine Situation, welche also nur zur Hälfte von Wollborns Fahrerkünsten abhängt. Sein Teamkollege Aleksandar Knezevic zumindest wird versuchen seinem Teamkollegen in seinem letzten GP für Newman Racing die maximale Rückendeckung zu geben. Der Zwist, welcher nach der Fahrerplanung für 2021 begann, ist mittlerweile teamintern abgehakt. Somit kann Wollborn auf einen Partner bauen, welcher zu den stärksten Piloten des Fahrerfeldes zählt. Das macht sich bemerkbar. Newman Racing ist das erfolgreichste Team der letzten fünf Rennen und stellte in diesen beide Piloten immer in die Top-5. Wollborns Altlasten aus der ersten Saisonhälfte könnten sich somit als der Titelkiller erweisen.


Die Hoffnung dürfte für den amtierenden Weltmeister aber zuletzt sterben. Am Ende wird auch vieles von seinem Kontrahenten Kevin Peters abhängen. Der Deutsche galt zu Saisonbeginn nicht zwingend zu den großen Titelkandidaten obwohl man FSR natürlich zum engeren Favoritenkreis zählen konnte. Das Peters, die Pace und die Nerven für einen einjährigen Titelkampf mitbrachte, war dann für viele eine Überraschung. Auch wenn man dabei auf das wohl stärkste Fabrikat im Feld, neben dem MS4All, bauen konnte.



Krone Nummer zwei?


Das machte sich bemerkbar. Dass Tim Brendel sich als starker Teamkollege zeigte unterstützte den Kampf um den Titel zusätzlich. Beide Piloten fuhren bisher in jedem Rennen in die Punkte und holten damit verdient den Titel in der Konstrukteurs-WM. Die zweite Krone in seiner Laufbahn könnte sich Peters nun am heutigen Abend aufsetzen. Nach seinem Triumph beim Indy-500 wäre es der nächste große Titel, welchen er sein eigen nennen könnte. Die Vorraussetzungen dafür sind alle mal gut. Am Ende kann der FSR Pilot durch sein eigenes Können und dem fernbleiben technischer Probleme die Weltmeisterschaft klar machen.


Dieses Szenario erscheint sehr wahrscheinlich, denn auch in Mexiko sollten die FSR zu den drei schnellsten Teams gehören. Ob Kevin Peters dem Druck standhalten wird? Nach den Ereignissen der Laufenden Saison dürfte es daran kaum noch Zweifel geben.


Hier gehts zum Livestream des Mexiko GP ab 18:40 Uhr:


Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des Mexiko GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202020


Autor: Julian Kopp