VFC-Monaco Analyse 2021 - Teil 2: Beta Giulia, Saldo, Clipper und Russia GP

Aktualisiert: Mai 9

Im Mittelfeld hofft man auf Punkte

Man könnte fast von einer „englischen“ Woche in der VFC sprechen. Dieses Wochenende findet nach nur einer Woche das Back-to-back Rennen in Monaco, nach dem spannenden Grand Prix in Spanien, statt. Somit ist nicht nur für die Teams die Vorbereitungszeit kurz, sondern auch für uns als Redaktion, weshalb wir in dieser Analyse das aktuelle Mittelfeld rund um Beta Giulia, Saldo, Clipper und Russia GP untersuchen werden.



Beta Giulia: Dieses Mal ohne Fehler in den Punkten?

Beim letzten Grand Prix hatten der Ersatzfahrer Jan Winter und der bisherige Erfolgsgarant des Teams, Daniel Bentenrieder, Pech. Beide mussten aufgrund von Kollisionen ihre Chance auf Punkte zurückstecken. Auf dem Zettel hatten die beiden jungen Piloten durchaus konkurrenzfähige Zeiten für den hinteren Punktebereich vorzuweisen. Ob dies in Monaco bestätigt werden kann? Jan Winter, der wieder für Teamchef Greulich ins Cockpit steigen wird, rechnet sich nicht viele Chancen im Fürstentum aus, da „es wie Jerez eine Strecke ist, die dem Beta Giulia nicht liegt. Dementsprechend ist es nicht so einfach das Auto über die Strecke zu kriegen, es fehlt einfach der Grip und die Downforce, um wirklich sauber fahren zu können. Daneben ist unser Motor schon fünf Rennen alt und zeigte bereits in Jerez schon Gebrauchsspuren.“ Ein Risiko, was man in Monaco sicherlich eingehen könnte. Immerhin gilt der Grand Prix nicht als eine Strecke für Überholmanöver und man kann auch mit einem schwächeren Motor die Konkurrenten hinter sich lassen. „Nichtsdestotrotz gehe ich positiv an die Sache heran. Ich liebe Monaco, denn es ist eine sehr anspruchsvolle Strecke, auf der man sein Können unter Beweis stellen kann. Und mit dem Quäntchen Glück hoffe ich, dass ich das erste Mal Punkte für Beta Giulia einfahren kann“, so Winter. Bei seinen beiden Auftritten in dieser Saison war er jeweils in den Punkten, musste aber aufgrund von Fehlern die Hoffnung auf Zähler einstellen. Alle guten Dinge sind drei, vielleicht geht es dieses Mal besser aus.




Saldo: Die Stiere im Fitnessstudio

Für die Saldo-Piloten hatte der Heim-GP nur auf gewisser Weise ein versöhnliches Ende. Immerhin konnte Jannik Maleika mit Platz 12 einen Punkt zu Hause lassen, währenddessen Luca Zorn durch einen gravierenden Fahrfehler sein Auto wegwarf und abstellte. Beide Fahrer konnten nicht wirklich überzeugen, was wieder auf eine schwache Vorbereitungszeit für das Rennen zurückzuführen ist. Was hilft es, wenn man gebaut ist wie ein Stier, jedoch im Fitnessstudio nur die Sauna besucht? Um Erfolg zu haben, muss man auch ans Gerät, wo es bei Saldo wieder mal fehlt. Man kann nur hoffen, dass es in Monaco besser wird. „Auch dieses Mal wird die Vorbereitung bei uns beiden eher mäßig sein, da wir beide nicht dazu kommen werden“, so Maleika. „Immerhin habe ich persönlich keine guten Erfahrungen mit der Strecke, weil bei den bisherigen Rennen, die ich dort bestritten habe, bin ich zweimal auf dem Dach gelandet.“ Daraus kann man wohl schließen, dass ihm der Grand Prix nicht liegen wird und ein Platz in den Punkterängen für andere frei werden könnte. Wollen wir hoffen, dass wenigstens die Sauna nicht kalt wird.




Clipper: Der Grand-Prix-Sieger im Mittelfeld?

Viele haben sich bestimmt eingehend gefragt, was der Clipper im Mittelfeld zu suchen hat. Denn der Grand-Prix-Sieger vom letzten Wochenende, Pascal Pohlenz, selbst hat bekundet, dass in Monaco das große Ziel „das Rennen zu Ende zu fahren“ sein wird, „um die Punkte für die Entwicklung des Fahrzeugs nicht zu gefährden.“ Daneben hat er klargestellt, dass er noch nicht wisse, ob er selbst im Cockpit sitzen wird. „Für das Rennen am kommenden Sonntag in Monaco ist noch offen, ob ich fahren werde. Ich bin gerade noch am Verhandeln, welche Piloten ich einsetzen werde.“ Nach einem guten Rennen in Jerez wird wohl weiterhin mit Leif Nordic zu rechnen sein, der unter spanischen Himmel immerhin um die Punkteränge mitgefahren ist. Immerhin zeigt im Vergleich zu Brasilien bei ihm die Leistungskurve nach oben. Wer für Pohlenz in Monaco fahren wird bleibt nach aktuellem Status noch offen. Wirft man einen Blick auf die aktuellen Zeiten im freien Training, ist der aktuelle WM-Achte Pohlenz mit vielversprechenden Rundenzeiten unterwegs. Fährt er nun doch? Eine Alternative wäre noch ein Comeback von Marvin Schumacher im Clipper, welcher seit den ersten beiden Rennen wie vom Erdboden verschluckt ist. Mal sehen, inwiefern Clipper uns dieses Mal überraschen wird.




Russia GP: Die Stunde des Schlüter?

Wieder mal musste Marc Schlüter harte Kritik von der gesamtem VFC-Fahrerfeld einstecken, weil er durch seine aggressive Fahrweise eine Kollision verursacht hat, wodurch sogar eine Massenkarambolage nach dem Start in Jerez entstanden ist. So mussten mehrere Fahrer ihre Boliden zur Reparatur an die Box bringen oder mussten mit beschädigtem Auto das Rennen zu Ende fahren mussten. Frägt man bei Teamchef WladislavRussinov nach, glaubt er weiterhin an seinen Spitzenfahrer: „Schlüter bereitet sich wie bei jeden Grand Prix intensiv auf das Rennwochenende vor. Sogar mehr als 90% des restlichen Fahrerfeldes. In Brasilien und Imola hat er bewiesen, was in ihm steckt. Ich finde es nur schade, dass nur er als Hauptschuldiger betrachtet wird, denn nach dem Startcrash in Brasilien wurde die Stimme gegen die involvierten Fahrer auch nicht so erhoben. Also habe ich es nicht nötig ihn zu ‚entschlütern‘, er macht das schon selber. Ich stehe voll hinter meinen Spitzenfahrer Schlüter.“ Wollen wir es hoffen, dass in Zukunft nicht mehr „geschlütert“ wird, so wie es in der GSO Community nett bezeichnet wird. Vielmehr sollte Schlüter durch gute Leistungen überzeugen und glaubt man den aktuellen Trainingszeiten, ist wohl mit ihm zu rechnen. Glaubt man den aktuellen Rundenzeiten wäre sogar ein Start in der ersten Reihe möglich, jedoch gleichauf mit Wollborn und wir wissen, dass diese Konstellation für Zündstoff sorgen kann. „Vor allem spitzt sich der Kampf gegen Newman langsam zu. Denn es wird um den vierten Platz in der Konstrukteurs-WM gegen Sie gehen. Somit gilt es Matchpoints zu sammeln“, so der russische Teambesitzer.




Resümee:

Glaubt man den Aussagen der Teambeteiligten wären alle Mittelfeld-Teams im Kampf um die Punkte involviert. Wer jedoch die Nase vorn haben wird, ist schwer zu sagen. Immerhin ist wegen Schlüter und Diffusor 3 auf alle Fälle mit Russia GP zu rechnen, wobei auch Clipper nicht wieder unterschätzt werden darf. Was Saldo und Beta Giulia machen werden, bleibt offen. Immerhin versucht Beta Giulia, rund um Bentenrieder und Winter, die Fehlerquellen zu finden und abzuschalten, während Maleika und Zorn im Saldo sich für Monaco nicht die größten Chancen auf was Zählbares ausrechnen.