Neue VFC-Fahrerpaarung - Russinov sieht gute Zukunft gemeinsam mit den „Rasenden Falken“

Zum Abschluss der Saison hatte sich die Redaktion in Person von Michael Kosbau mit Wladislav Russinov getroffen, um ein Interview bei Kaviar und Vodka durchzuführen. Der Teamchef von Russia GP sprach dabei über die kommende Saison und ließ 2021 Revue passieren. Hier nun das Interview.



Redaktion: Herr Russinov, ihr Team hat zum ersten Mal einen Weltmeisterschafts Grand-Prix gewonnen und auch sonst in diesem Jahr für viel Furore gesorgt. Wie zufrieden sind Sie mit diesem Jahr?


Russinov: Auch wenn die erste Saisonhälfte eher enttäuschend war, da wir einige Probleme mit der Setupfindung hatten bin ich letztendlich sehr zufrieden. Wir haben das Ziel mit P4 in der KWM erreicht und zudem ein Rennen gewonnen. An dieser Stelle will ich mich nicht nur bei Marc, sondern auch bei Fabian Jungbluth bedanken. Er wird Teil unserer Familie bleiben, auch wenn er nächstes Jahr nicht mehr VFC für uns fahren wird.


Red.: Marc Schlüter hingegen, welcher den Grand Prix Sieg holte, wird auch 2022 für ihr Team antreten. Man hat das Gefühl, dass er endlich ein Umfeld gefunden hat, in welchem er sich wohl fühlt und erfolgreich sein kann. Generell hat Russia doch ziemlich aufgerüstet und sich mit Falcon Simracing zusammengetan. Was erhoffen Sie sich konkret von diesem Schritt?


R: Marc hat sich in der Saison 2021 super entwickelt. Er hatte zwar Startschwierigkeiten und ist lange im alten „Marcmuster“ verblieben, hat aber gezeigt, dass er durchaus das Potenzial hat Weltmeister zu werden. Da wird 2022 einiges passieren. Der Zusammenschluss mit den Rasenden Falken (Falcon Simracing d. Rede) ist einfach der nötige Schritt um GSO-weit konkurrenzfähig zu sein. Diese Leute haben sehr viel Erfahrung und wir sind sehr breit aufgestellt, was Fahrer anbelangt. Alle haben ihre Stärken und Schwächen und werden diese einbringen. Ein weiterer Faktor ist, dass die Chemie einfach passt, ich weiß wir sind dort gut aufgehoben, weil man sich abends mit den Jungs zusammen setzen kann, um einfach mal ein Bier zu trinken.


Red.: Für 2022 scheint also im Hause Russia auch abseits der VFC einiges los zu sein. Glauben Sie, dass ihre Fahrer den Fokus dennoch halten und Top Leistungen in der Königsklasse zeigen können?


R: Da mache ich mir keine Sorgen, wir haben einen so großen Fahrerpool dass man durchaus gut splitten kann. In der Academy haben wir auch zwei sensationell gute Nachwuchspiloten. Wie ich aber Marc und Fabian (Walter) kenne, werden die wohl fast überall mitfahren. Im Simracing musst du viel fahren um weiter deine Leistungen zu verbessern.


Red.: Werden wir konkreter. Natürlich haben Sie sich auch Ziele gesetzt. Welche sind das und wie stark werden die Fahrer in die Entwicklung des Wagens eingebunden? Erwarten Sie, dass es unterschiedliche Auffassungen geben wird? Inwiefern sind die großen Änderungen im technischen Reglement Ansporn, oder Grund zur Sorge?


R: Wir werden es wie 2021 machen, stundenlange Briefings.. Das heißt: Wir fangen mit einen leeren Stück Papier an und brainstormen. Dann testen wir die verschiedenen Ideen fürs Auto. Wir haben dieses Jahr vieles anders gemacht als die Konkurrenz, das wird wohl so bleiben. Unterschiedliche Auffassungen wird es immer geben, man muss dann den gesunden Mittelweg finden. Das Ziel ist natürlich den Platz an der Spitze der VFC zu festigen. Das heißt mindestens P3 in der KWM und Marc hat den WM-Titel fest im Blick. Mit Walter haben wir jemanden der immer in die Top 5 fahren kann. Mein Wunsch wäre natürlich auch der WM-Titel, aber die Konkurrenz rund um Newman und Cesario wird stark sein. Es wäre doch schön, wenn drei Traditionsteams bis zum Ende um den Titel kämpfen! Durch die großen Änderungen sehen wir die Chance diese Ziele auch zu erreichen, denn dass wir uns ins Reglement reinfuchsen können, haben wir bereits dieses Jahr bewiesen.


Red.: Aufgrund einer Vereinbarung, welche Sie während der vergangenen Saison erzielten, erhält ihr Team eine Budgetrestriktion. Dies hat mit Formalia und der Übernahme eines Teils des Speedster Restvermögens zu tun.* Glauben Sie, dass die Budgetrestriktion, welche dem Team auferlegt wurde, ein Problem darstellt?


R: Dieses Budgetthema stößt mir immer noch negativ auf, ich weiß nicht ob ich das heute noch mal so entschieden hätte. Es schien damals aber richtig, der Unmut war groß, wenn man bedenkt wo SCMM mit denen wir ein sehr gutes Verhältnis haben gelandet sind, fand ich es schon Sinnvoll es so einzugehen, ich denke es wird kein großer Nachteil und wir bauen somit auch schulden ab, was uns langfristig stärkt.


Red.: Vielen Dank für Ihre Zeit. Liegt Ihnen noch etwas auf dem Herzen?


R: Abschließend will ich mich noch bei allen Funktionären in der GSO bedanken. Das Jahr hat sehr viel Spaß gemacht und es war gut organisiert. Jetzt werden wir beim Racebet500 nochmal richtig performen und wie in Le Mans zeigen, dass mit uns überall zu rechnen ist. Die USA war schon immer unsere zweite Heimat. Ich selbst, lasse mir den Start beim Racebet500 auch nicht entgehen.


*Russia GP hatte beim Einstieg in die VFC Teile des eh. Kundenchassis Herstellers Speedster übernommen und deswegen einen leichten finanziellen Vorteil durch Prämienauszahlungen. Nach einer Einigung mit anderen Teams, wird dieser 2022 in Teilen kompensiert.



Autor: Michael Kosbau