Rennbericht: VFC Mexiko GP - Peters sichert den Titel und Schubert den Sieg!


Vieles hatte darauf hingedeutet. Nun ist es Realität. Mit einem fünften Rang in Mexiko sichert sich Kevin Peters seinen ersten Weltmeistertitel in der GSO Ära. Der Star des Abends war aber ein anderer. Sein zukünftiger Teamkollege Sven Schubert holte sich zum Saisonabschluss seinen ersten Sieg 2020 und setzt ein Ausrufezeichen für das kommende Jahr.


Schon im Vorfeld des Abends hatte sich angedeutet, dass Volksmobil zu den Favoriten des Rennens gehören würde. In der Qualifikation lieferte man dann die Bestätigung. Schubert sicherte sich die Pole vor Kevin Peters, welcher damit seinen direkten Konkurrenten Jannis Wollborn schlug. Dieser erreichte in seinem Newman Rang fünf und musste sich so auch Teamkollege Aleksandar Knezevic geschlagen geben, der vom dritten Platz ins Rennen gehen sollte. Qualiexperte Tim Brendel enttäuschte dieses Mal (Rang sieben) und musste sich Bastian Paisler im OMD geschlagen geben, welcher abermals bester Greenfield Pilot in der Qualifikation war. Auch Japan Sieger Pascal Pohlenz war mit dem achten Platz wieder in aussichtsreicher Position für den Grand Prix.



Bereits am Start kam es zu den ersten Zwischenfällen. Cesario Pilot Larry Fischer erlebte auch beim Saisonabschluss einen rabenschwarzen Tag und verlor im Getümmel seinen Heckflügel. Tim Brendel schloss direkt an die verkorkste Quali an und fiel durch seinen Ausritt in Kurve eins bis auf den 19. Platz zurück. Abermals musste der Deutsche also zu einer Aufholjagd ansetzen. Sven Schubert konnte am Start seine Führung verteidigen und versuchte vorne wegzuschießen. WM-Anwärter Jannis Wollborn machte direkt Boden gut und schob sich bereits innerhalb der ersten Runde auf den zweiten Rang. Dennoch lief es für den WM-Führenden Peters zu diesem Zeitpunkt nach Plan. Mit Rang sechs war dieser immernoch sicher Weltmeister. Der Trierer ging mit zwölf Zählern Vorsprung in den Mexiko GP. Auch für OMD Pilot Paisler lief die Anfangsphase äußerst positiv. Dieser nutzte seine gute Ausgangslage und positionierte sich früh auf dem fünften Rang hinter Marc Schlüter und den beiden Newman Fahrern.


Für viele überraschend: In diesen ersten Runden fand sich Daniel Bentenrieder (Saldo) auf Platz sieben wieder. Der 2020 vom Pech geplagte hatte bereits in der Quali überzeugt und den Teamkollegen Luca Zorn deutlich in die Schranken gewiesen, was aber größtenteils an dessen alternativer Taktik auf den harten Reifen lag.



Im Mittelfeld positionierte sich unterdessen der Cliffort Block. Die drei Piloten Jannyk Maleika, Alexander Kraft und Cooper McAllister standen von Platz zehn bis Platz zwölf geschlossen in den Punkten. An der Spitze setzten sich derweil Sven Schubert und Jannis Wollborn vom Rest des Feldes ab. Dahinter nahm allerdings auch Marc Schlüter an Fahrt auf und überholte den Bosnier Knezevic auf der Geraden. Mit freier Fahrt voraus fuhr der VM-Fahrer dann auch die schnellsten Rundenzeiten. Ab Runde neun begann die Aufholjagd von Tim Brendel indes langsam Früchte zu tragen. Der FSR Pilot holte auf den Cliffort Block auf und konnte sich so bis auf den elften Rang nach vorne schieben. Gleiches galt auch für Pascal Pohlenz. Der Clipper Fahrer war ebenfalls am Start zurückgefallen und nun wieder bis auf den siebten Rang nach vorne gefahren, was ihn abermals in Richtung der Top-5 schielen ließ.


Auch in die Spitzengruppe kam nun Bewegung. In Runde 12 hatte Schlüter die Lücke zu Jannis Wollborn zugefahren und begann den amtierenden Weltmeister zu attackieren. Bevor es aber zur ersten ernsthaften Attacke kam zog Wollborn die Notbremse und legte als erster der Spitze seinen Boxenstopp ein. Dabei entschied er sich für einen Stint auf den harten Reifen.



Damit war die Reihe der Boxenstopps eröffnet und so kamen in den Folgerunden auch die anderen Piloten aus dem vorderen Feld zum abfertigen. So übernahmen die Greenfield Piloten Bastian Paisler und Pascal Pohlenz vorerst die Führung im Grand Prix. Für Wollborn hatte der Undercut in des Folgen, denn nach seinem Stopp fiel der Weltmeister von 2019 hinter Marc Schlüter zurück.


In Runde 17 sah das Rennen indes seinen ersten Ausfall. Larry Fischer, welcher bereits drei Runden in Rückstand war, gab den Grand Prix auf und sorgte so für einen persönlich unrühmlichen Abschluss des Jahres 2020. Die Cesario Hoffnungen lagen zu diesem Zeitpunkt nun auf Yannik Barwig, welcher auf Kurs der Top-10 lag.


An der Spitze setzten die Medium Fahrer dann statt wie in diesem Jahr üblich auf eine 2-Stopp Strategie. Das betraf sowohl den Führenden Paisler als auch den Cliffort Piloten Cooper McAllister. Doch noch bevor Volksmobil die Doppelführung übernehmen konnte setzte Jannik Maleika seinen Cliffort in die Wand. Zuvor hatte Maleika bereits Strafen erhalten und war wohl aus Frust nicht mehr motiviert das Rennen fortzusetzen. Die Aktion hatte Folgen. Im nächsten Rennen 2021 muss Maleika aus der Box in das Rennen starten.



Das Resultat für den laufenden Grand Prix war eine Full-Course-Yellow Phase, welche vor allem Pascal Pohlenz zu Gute kam, welcher in Führung liegend deutlich weniger Zeit verlor und nach dem Stopp auf Rang zwei wieder herauskam. Für Bastian Paisler, der gerade erst zur Box gekommen war, war dies der denkbar ungünstigste Moment. Für Pohlenz hielt der zweite Rang allerdings nicht lange. Marc Schlüter nutzte seinen Reifenvorteil zu Beginn des Stints und ging schnell wieder am Clipper Piloten vorbei.


Gerade in diesem Abschnitt begann Sven Schubert, welcher relativ unbedrängt in Führung lag, die zweite Phase der Boxenstopps. Auch wenn der WM-Kampf zu diesem Zeitpunkt für Kevin Peters in trockenen Tüchern lag stieß er nun im Rennen auf seinen direkten Kontrahenten. Er und Jannis Wollborn lieferten sich einen fairen Fight, welcher bis zum Rennende in mehreren Konstellationen wiederkehren sollte. Ein würdiger Abschluss der beiden besten Piloten 2020. Faktisch war der Titel für Kevin Peters an diesem Abend nie gefährdet.



Nach seinem Boxenstopp landete Sven Schubert direkt hinter den beiden WM-Führenden, kam allerdings schnell vorbei. Zuerst drehte sich Kevin Peters im Mittelsektor in die Auslaufzone und anschließend schnappte Schubert den amtierenden Weltmeister auf der Start-Ziel Geraden. Nachdem auch die restlichen Yasuda und Pironi bereiften Piloten ihren nächsten Stopp erledigt hatten, kristallisierten sich immer mehr die Siegchancen des Pascal Pohlenz heraus. Auch der zweite Clipper Fahrer Travis Carter stach in dieser Phase heraus und war zeitweise auf dem 10. Rang unterwegs. Die GSO-Legende durfte sich berechtigt Hoffnungen auf das zweite Punkteergebnis der laufenden Saison machen.


Eine Ausgangslage, welche sowohl den Speedster als auch Saldo Piloten Angst machen konnte. Bis auf Fabian Jungbluth (Speedster) sah es für keinen der Teampiloten nach Zählern aus. Bei Saldo hatte Bentenrieder aufgrund von Zwischenfällen an Boden verloren und war aus den Top-15 gerutscht, während beim Schweizer Luca Zorn die alternative Taktik auf Grund der Full Course Yellow Phasen nicht auf ging.


Ab der 38. Runde absolvierten auch die Greenfield Piloten ihren zweiten Boxenstopp und läuteten die letzte Phase des Rennens ein. Nach seinem Zwischenstopp kam Pascal Pohlenz nur knapp hinter den beiden Volksmobil Fahrern wieder auf die Bahn und befand sich so in ausgezeichneter Position da beide Vordermänner noch ihren letzten Stopp vor sich hatten.



Doch dann kam den VM wie Pohlenz in der ersten Rennhälfte die höhere Gewalt zu Gute. Daniel Bentenrieder musste den Saldo auf Grund technischer Probleme abstellen, was eine zweite Full Course Yellow zur Folge hatte. Diese nutzte man bei VM dann für den letzten Stopp der beiden Piloten und damit befand man sich vor dem Schlussrun direkt hinter Pohlenz Clipper. So wurde es in den letzten Runden nochmal spannend. Doch schnell zeigte sich, dass Pohlenz den möglichen zweiten Sieg in Folge nicht einfach abgeben wollte. Hart wehrte er sich gegen die Angriffe von Sven Schubert, während Marc Schlüter mittlerweile auch komplett aufgeschlossen hatte.


Umgehend wurde der Kampf um den Sieg wieder unterbrochen. Gino Gaggiano (OMD), erwischte einen rabenschwarzen Tag und hatte den Wagen schließlich im ersten Sektor in der Wand verloren. Das hatte die dritte Full-Course-Yellow zur Folge und ein weiteres Durchatmen an der Spitze.


In Runde 45 wurde das Rennen schließlich wieder freigegeben und die VM setzten zu neuen Attacken an. Doch trotz aller Verteidigungsmaßnahmen musste sich der Clipper erst Sven Schubert und anschließend Marc Schlüter geschlagen geben. Letzterer begann nun sogar den eigenen Teamkollegen zu jagen. Der Kampf um den ersten Sieg der Saison war teamintern freigegeben worden und zwischenzeitlich überholte Schlüter sogar Schubert. Damit rückte auch der erste Doppelsieg für Volksmobil näher, aber passend zum aktuellen Jahr erlebte Schlüter schließlich doch noch seine Nemesis.



Erst holte sich Schubert gegen ihn die Führung zurück ehe in der letzten Runde Schlüters Motor die Lebenskraft verlor und der Unglücksrabe im ersten Sektor ausrollte. Ein bitteres Saisonende was aber bezeichnend für Schlüters 2020er Jahr steht. Am Ende triumphierte so Schubert vor Pascal Pohlenz in Mexiko. Schlüter wurde auf Grund der überrundeten immerhin noch elfter. So komplettierte überraschend Bastian Paisler das Podium, welcher in seinem OMD weitestgehend abgetaucht war und ein eher ruhiges Rennen erlebte. Damit sicherte sich der Underdog zudem Rang drei in der Fahrer-WM vor Sven Schubert.


Dahinter ging das Duell der WM-Führenden Kevin Peters und Jannis Wollborn bis ins Ziel weiter. Schließlich war es Wollborn, welcher sich in der letzten Kurve am Kontrahenten vorbeidrückte und so vierter wurde. Für Peters wird das alles egal gewesen sein. Der Deutsche wurde fünfter und sicherte sich so seinen ersten VFC Meistertitel. Damit setzt er sich nach dem Indy500 die zweite GSO Krone auf und geht als Gejagter in das Jahr 2021. Die


Plätze sechs und sieben gingen am Ende an das Cliffort Team in Form von Alexander Kraft und Cooper McAllister. Somit überholte Cliffort noch das ausgestiegene MS4All Team in der WM und sicherte sich so den 5. Gesamtrang. Beide setzten sich gegen Aleksandar Knezevic durch, welcher einen schwierigen Rennabend erlebte und nach tollen Duellen im Mittelfeld schließlich achter wurde.



Für die Scuderia Cesario endete die Katastrophen Saison 2020 auf dem letzten Platz der Konstrukteurs-WM. Immerhin holte Yannik Barwig in seinem letzten Cesario Rennen abermals einen neunten Rang und zeigte so, dass auch er im nächsten Jahr für das Newman Team über ordentlich Potenzial verfügt. Die Top-10 rundete Fabian Jungbluth (Speedster) ab, während Lorenzo de Ciutis (OMD) hinter dem ausgefallenen Schlüter den letzten Punkt mitnahm.


Damit verabschiedet sich die VFC in die wohlverdiente Winterpause. Am 07.03.2021 startet dann die neue Saison beim Großen Preis von Australien. Bis dahin wird sich einiges tun und dementsprechend lohnt es sich neben der Homepage auch immer mal ein Blick auf den Youtube Kanal der GSO.


Bis dahin...Keep Racing!



Hier findest du die komplette Wiederholung des Mexiko GP:


Autor: Julian Kopp