Titeldrama bis zum Schluss! – Die große Saisonanalyse der Division 2 2021 – Teil 3

Die Division 2 hat in ihrer Comebacksaison begeistert. Nicht nur mit tollen Neueinsteigern und schönen Fights im Mittelfeld. Das Highlight war insbesondere der Titeldreikampf zwischen Jan Winter (TDD by Kostec) und den beiden Afelian Piloten Jörn Dicks und Alexander Hess, welcher erst im letzten Rennen entschieden wurde. In unserem dritten Teil der D2 Saisonanalyse blicken wir zusammen auf die Teams, welche um die Podeste rangen.


KFZ-Service-Schubert-Manziel GP

Während das Manziel GP Team innerhalb der VFC 2021 wenig Glück hatte, präsentierte es sich innerhalb der D2 sowohl ebenso sympathisch als auch erfolgreicher. Teamchef Travis Carter setzte dabei auf eine interessante Fahrerpaarung bestehend aus dem VFC-erfahrenen Morgan Freeway und dem SimRacing Neuling und Liga-Oldie Stefan Schubert.

Dabei waren die eigenen Erwartungen zu Saisonbeginn eher bescheiden, dennoch sollte der erste große Erfolg nicht lange auf sich warten lassen. Bereits im zweiten Rennen in Südafrika gelang Morgan Freeway eine Triumphfahrt zum Sieg! Unterdessen trainierte Stefan Schubert wie wild, eignete sich früh den Namen "Trainingsweltmeister" an. Dennoch brauchte der Rookie seine Zeit um sich im Renngeschehen zurecht zu finden. Doch die Entwicklung über die Saison hin machte sich bemerkbar und so scheiterte Schubert in den letzten Rennen mehrmals knapp an den Top-10.


Freeway hingegen galt nach seinem Sieg in Kyalami als möglicher Titelkandidat. An den Erfolg konnte der Mann von den Färöer Inseln allerdings in der Folge nicht mehr anknüpfen. Auch die Technik spielte dabei immer wieder eine tragende Rolle. Auch mit dem Trainingspensum der Spitze konnte er nicht mithalten und rutschte so gepaart mit starken Neueinsteigern, immer mehr in die zweite Reihe. Ein Vierter sowie zwei Fünfte Plätze waren die stärksten Resultate. Dennoch, dank Freeways Punkten schlug man am Ende in der Team-Wertung knapp Volksmobil und ließ auch WR Racing hinter sich. Eine Saison auf der man aufbauen kann, gerade wenn nächstes Jahr Teamchef Travis Carter wieder selbst ins Lenkrad greift.



Aktive Fahrer 2021: Morgan Freeway (P5 - 49 Pkt.) - Stefan Schubert (P29 - 0 Pkt.)

Platzierung in der Teamwertung: P4

Beste Rennplatzierung: P1 (Morgan Freeway)

Siege: 1

Podien: 1

Punkte: 49

Ausfälle: 1



Buttler-Pal Motorsport

Das Buttler-Pal Team hatte zu Saisonbeginn niemand auf dem Schirm. Schlicht und ergreifend, weil sie noch nicht Teil der GSO waren. Ab dem fünften Rennen in Belgien ging der Rennstall derweil an den Start. Dabei war der Respekt der Konkurrenz bereits im Vorfeld des Rennstarts gewaltig groß. Gerade Heiko Kolvenbach gilt genau wie Alex Woitala als erfahrener SimRacer. Dennoch, da beide zuvor hauptsächlich in Langstreckenserien gefahren waren, gestaltete sich der Einstieg als Herausforderung. Diese meisterte Kolvenbach bei seinem ersten Auftritt direkt mit Bravour. Er sicherte sich die Pole und den Rennsieg und wurde so zur großen Unbekannte für die Piloten im Titelrennen. Doch auch Kolvenbach ließ in der Folge Federn. Immer wieder durch eigene Fehler verschuldet brachte er sich um große Siegchancen. So verlor er unter anderem in Großbritannien einen Sieg durch einen überflüssigen Boxenstopp in der Full-Course Yellow Phase. Dennoch gelang ihm noch ein Triumph beim Saisonabschluss und auch zwei weitere Podien können sich durchaus sehen lassen.


So kämpfte Buttler-Pal zwar nie um Titel im Jahr 2021, konnte aber ein Statement setzen. Denn auch Alex Woitala konnte bei seinen beiden Auftritten überzeugen, fiel aber leider immer wieder aus. Für Japan bleibt aber ein dritter Platz und damit ein Ausrufezeichen an das restliche Fahrerfeld. Letztlich sicherte sich das Team souverän noch den dritten Platz in der Teammeisterschaft und konnte in der Fahrer-Wertung mit Platz Vier für Heiko Kolvenbach überzeugen. Kommende Saison wird das Team nach Aussagen Kolvenbachs wohl in die VFC umziehen. In der D2 zumindest, war es schon einmal ein beeindruckender Auftritt.



Aktive Fahrer 2021: Heiko Kolvenbach (P4 - 60 Pkt.) - Alex Woitala (P10 - 17 Pkt.)

Platzierung in der Teamwertung: P3

Beste Platzierung: P1 (Heiko Kolvenbach)

Siege: 2

Podien: 5

Punkte: 77

Ausfälle: 0

TDD by Kostec

Das Kostec Team ging mit großen Ambitionen in die D2 Saison 2021. Mit Jan Winter hatte man sich innerhalb des TCG Nachwuchsteams einen vielversprechenden Rückkehrer geholt, welcher mit viel Eifer zusammen mit dem GSO-Urgestein Max Hayman an den Start ging. Der Saisonauftakt in Katalonien bestätigte die hohen Ambitionen. In einer Macht-demonstration bestimmte Jan Winter das Rennen. Bis auf Peter Andrews konnte keiner dem Kostec Doppelpodium zwischenzeitlich ernsthaft gefährlich werden. Doch auch hier setzte sich Hayman am Ende durch. Dem großen Triumph folgte jedoch schnell die Ernüchterung in Südafrika, als man gegen die Afelians und dem starken Morgan Freeway unterlag. Winters anschließender Sieg in Jerez unterstrich den Verlaufscharakter der ganzen Saison. Es war ein ständiges Auf- und Ab der Emotionen. Nach großen Erfolgen kamen meist große Misserfolge. Bezeichnend dafür auch der Belgien GP und Italien GP. In Belgien nutzte Winter den kollosalen Doppelfehler der Afelians mit einem zweiten Platz und sah so beinahe schon wie der sichere Meister aus. Doch bereits in Monza wendete sich das Blatt wieder, Winter holte nach einem vermeidbaren Fahrfehler 0 Zähler und erlebte so einen herben Rückschlag im Titelkampf, welcher auf einmal wieder spannend war.


Für Max Hayman hingegen lief es nach dem guten ersten Rennen eher bergab. Der Brite fuhr kein einziges Podium mehr ein und wurde zwischenzeitlich als Ersatz für Larry Fischer bei der Scuderia Cesario eingesetzt. Stattdessen griff in der Saisonmitte Dominik Wiesner für Hayman ins Lenkrad. Wiesner kam als Vollblutrookie und Kumpel Winters. Gepaart mit viel Trainingsmotivation half das auch Winter während dieser Phase positives zu schöpfen. Wiesner sammelte direkt Erfolgserlebnisse und fuhr drei Mal in die Punkte, bis Hayman ihn zum Saisonende wieder ablöste. Dennoch konnte man durch wenig Konstanz auf der zweiten Fahrerposition nicht in der Teammeisterschaft mit Afelian Racing konkurrieren. So musste die Titelentscheidung in der Fahrer-Wertung fallen. Doch zum Saisonende versagten Winter sowohl die Nerven als auch die Technik. Der Deutsche fiel in beiden Rennen aus den Top-5 und büßte so erst im letzten Rennen den Titel gegen Jörn Dicks ein. Durch das gute Teamergebnis der Afelians fiel Winter sogar auf Rang drei der Fahrer-Wertung zurück.


Was aus dieser Saison Kostec bleibt ist zumindest der Stolz auf die eigene Fahrer-Entwicklung. Jan Winter wurde erfolgreich zu einem VFC-Piloten geformt, der noch genug Luft für Verbesserungen hat, während Wiesner wohl nächstes Jahr eine ernsthafte Dauer-option in der D2 sein wird. Mit Kostec ist also weiter zu rechnen.



Aktive Fahrer 2021: Jan Winter (P3 - 83 Pkt.) - Max Hayman (P7 - 30 Pkt.) - Dominik Wiesner (P17 - 8 Pkt.)

Platzierung in der Teamwertung: P2

Beste Platzierung: P1 (Jan Winter)

Siege: 3

Podien: 6

Punkte: 121

Ausfälle: 1



Afelian Racing

Als Afelian zu Beginn des Jahres als neues Team in die GSO einstieg, dürften die Erwartungen nicht besonders anspruchsvoll gewesen sein. Mit Jörn Dicks stellte man schließlich auch nur einen Piloten in Katalonien. Zwar konnte Dicks hier einen guten fünften Rang herausfahren, eine Chance auf den Titel verspürte aber keiner. Als in der Vorbereitung zum Südafrika Grand Prix mit Alexander Hess ein alter Bekannter auf die GSO-Strecken zurückkehrte, änderte sich jedoch alles. Die Chemie passte von Beginn an und bereits in Kyalami war das Duo gemeinsam auf Podiumskurs. Ein Fahrfehler von Hess machte diesen frühren Megaerfolg allerdings zu Nichte. Dicks zumindest sicherte Platz zwei und hielt sich so weiter in der Spitzengruppe der Fahrer-Wertung.


Von da an, waren die Afelians als Team eine Macht. In Jerez war Alexander Hess bereits soweit in der Liga angekommen, dass er beinahe das Rennen gewonnen hätte. Da seine Boxencrew jedoch zwei Sekunden länger, als die von Kostec benötigte, gewann letztlich Jan Winter das Rennen. Dennoch sprangen beide Afelian erstmals zusammen aufs Podium und toppten dieses Ergebnis im Anschluss in Deutschland. Durch ein starkes Setup war man pacetechnisch der Konkurrenz überlegen und holte sich schließlich, nach einem härteren Kampf als erwartet, den Doppelsieg. Dicks vor Hess. Doch nach diesem Höhepunkt kam der Crash. Genauer, der Doppelcrash in Belgien, als beide Afelian zusammen in der Eau Rouge parallel die Kontrolle verloren und in die Reifenstapel krachten. Dicks musste durch die Folgeunfälle ganz abstellen, Hess konnte mit Rang vier Schadensbegrenzung betreiben. Es sollte aber der letzte negative Großmoment in der restlichen Saison sein. Obwohl man selbst die Titelchancen nach dem Spa Rennen schon abschrieb, kam man noch einmal zurück.


Es folgten unter anderem zwei Doppelsiege in Italien (Hess) und Japan (Dicks). Wobei gerade das vorletzte Rennen in Suzuka einen faden Beigeschmack hatte. Auf Grund der engen Titelsituation und den besseren Chancen für Jörn Dicks gab Hess freiwillig einen Sieg und damit mögliche eigene Titelträume auf. Da Jan Winter im letzten Rennen in technische Probleme kam, sicherte sich Afelian nicht nur die zuvor entschiedene Teammeisterschaft sondern auch den Fahrer-Titel mit Jörn Dicks. Ein Großerfolg für das junge Team, welches nächstes Jahr den Sprung in die VFC nicht geschafft hat und wohl wieder in der D2 antreten wird. Seine Topfahrer verliert der Rennstall jedoch an die Königsklasse.



Aktive Fahrer 2021: Jörn Dicks (P1 - 89 Pkt.) - Alexander Hess (P2 - 86 Pkt.)

Platzierung in der Teamwertung: P1

Beste Platzierung: P1 (Jörn Dicks und Alexander Hess)

Siege: 3

Podien: 12

Punkte: 175

Ausfälle: 1




Autor: Julian Kopp