VFC: Österreich-Analyse - Teil 2: Richtungsweisende Zeiten

Für die Teams im Mittelfeld der VFC kommt nun die Zeit sich auszurichten. Es kann sowohl noch einmal nach oben, als auch nach unten gehen. In Österreich kann dazu der erste Schritt gemacht werden.

Razor GP - Im Schwung des Aufwärtstrends

Für Razor GP war der Saisonstart zur Zerreisprobe geworden. Schlechter als angenommen war der Wagen gewesen und das wesentlich. Doch das Team hat diese Phase überstanden und bekommt dank Updates ein immer konkurrenzfähigeres Auto. Die Belohnung dafür sind vier Punkterennen in Folge für den Rennstall von Bastian Paisler, woran der Teamchef selbst den größten Einfluss hat. Zuletzt in Deutschland lief zwar abermals nicht alles glatt, dennoch holte man dank Tim Brendel zumindest einen Zähler. Momentan steht das Team damit drei Punkte vor Beta Guilia und hat erheblichen Rückstand auf Rang sieben in der Team-WM.


In Österreich nun muss Razor indes ohne Updates auskommen, ob man mit dem kraftlosen Motor auf der Topspeed-Strecke konkurrenzfähig sein wird erscheint durchaus fraglich. Aber am kommenden Sonntag steht auch das Wetter im Fokus und das könnte dem Rennstall durchaus helfen. Denn dann wäre auch der Nachteil auf der Geraden geringer als unter normalen Verhältnissen. Die Vorraussetzungen auf den kommenden Strecken mit Belgien und Italien werden indes nicht besser und so könnte es nach den zuletzt positiven Ergeb-nissen auch zu einer kleinen Mid-Season-Crisis kommen.


Umso mehr könnte sich Bastian Paisler in Österreich die Hilfe der Wetterhexe erbeten.

Equipo Saldo - Die eigene Motivation als Nemesis

Für Equipo Saldo war der Saisonstart der VFC-2021 ein Erfolgslauf. Nach den ersten Grand Prix etablierte man sich vorübergehend als vierte Kraft. Danach ging es jedoch bergab. Die Gründe dafür sind verschieden, liegen aber gerade in der schlechten Form des Schweizers Luca Zorn und der generellen Vorbereitungszeit des Teams. Ein Punkt der so schon zu Beginn der Saison existierte, sich aber erst jetzt anfängt negativ auszuwirken. Nach dem Punkteerfolg in Monaco, auch dank Ersatzfahrer Morgan Freeway, kam es in Deutschland wieder zur Nullnummer. Das hat auch Konsequenzen auf die Team-WM.


Gerade das Abrutschen hinter Razor GP und Beta Guilia könnte schlimmstenfalls langfristig drohen. In Österreich zumindest kann sich das Team Hoffnungen machen. Im Vorfeld kündigte man ein Abtrieb Update an und durch die Antriebseinheit von Hersteller VM sieht man sich hier für die langen Geraden gut aufgestellt. Aber die Konkurrenz schläft nicht und so wird vor allem Fleiß im Vorfeld des Rennens ein Faktor sein. Ein Wettereingriff in Form von Regen könnte der Qualität der beiden Piloten ebenfalls stark entsprechen. Bisher sah man zumindest noch keinen der Fahrer auf der Strecke innerhalb der Trainings. Die Vorbereitung bei den Spaniern wird dementsprechend kurz sein. Der Abstieg könnte so weiteres Potenzial erhalten oder doch gebremst werden.


Clipper Motorsport - Mit Pohlenz weiter Siegfähig

Die Aussichten für Clipper Motorsport bleiben weiter rosig. In Deutschland sicherte sich der Rennstall sein zweitbestes Teamergebnis und macht sich so Hoffnungen für die Zukunft. Trotz zweier Rennen, in welchen das Team komplett abwesend war, steht man in der Konstrukteurs-WM weiter konkurrenzfähig da. Nur acht Zähler ist man von Russia GP entfernt, das Gap zu den Top-4 aber wohl mittlerweile wohl zu groß. Dennoch ist man zu außergewöhnlichen Ergebnissen in Form von Pascal Pohlenz fähig. Der Sieg in Spanien und der dritte Platz in Deutschland zeigt, dass man bei Clipper dieses Jahr einen Wagen besitzt, welcher den Fähigkeiten eines Pascal Pohlenz entspricht. Auch dank der Cesario Antriebs-einheit ist der Wagen von einer Schmusekatze 2020 zu einem Tiger im neuen Jahr geworden.


Dementsprechend stark präsentiert sich Pohlenz auch in Österreich wieder. Aktuell liegt der Deutsche knapp auf dem zweiten Platz der Hotlapliste. Er könnte also wieder Podiumsfähig sein. Zum Problem könnten die empfindlichen Pironi Reifen dieses Mal aber wohl weniger werden. Die Reifenbelastung erweist sich in Österreich als vergleichsweise mild. Bleibt die Frage nach der Tagesform von Pascal Pohlenz, welche wohl über die Qualität des Resultates entscheiden wird. Auf der zweiten Fahrerposition geht der Rennstall nun mit einer geplanten Konstante in Form von Leif Nordic in den Grand Prix. Nordic zeigte im letzten Rennen eine gute und unauffällige Leistung. Eine, die für einen guten 9. Platz ausreichte. Mit ihm könnte der Rennstall nun den zweiten Punktegaranten im Team haben, ein wichtiger Faktor für den Rest der Saison.


Russia GP - Unruheherd Schlüter verlangt Russinov Nerven ab

Marc Schlüter dürfte ein Rätsel der VFC bleiben. In den Hotlaps jedes Grand Prix an der Spitze zu finden, versagen Schlüter im Rennen regelmäßig die Nerven und die Übersicht. So zu sehen beim vergangenen Hockenheim Rennen. Bereits in Runde 1 schoss Schlüter Daniel Bentenrieder (Beta Guilia) ab und kassierte die erste Strafe des Grand Prix. In der Folge startete der Russia Fahrer seine Aufholjagd ohne Erfolg. Mit altem Motor tat er sich beim Überholen schwer und fiel durch eigene Fehler sowie durch das harte Verteidigen seiner Kontrahenten immer wieder zurück.


Am Ende standen 0 Punkte und Unmut bei Russia. Fabian Jungbluth hingegen fuhr das dritte Mal in Folge in die Punkteränge und erreichte so zuletzt zwei Mal bessere Resultate als sein Teamkollege. Für Teamchef Russinov eine schwierige Situation, gerade im Hinblick auf die Planungen für 2022. Gerüchten zu Folge laufen im Hintergrund bereits Verhandlungen, der Ausgang zumindest offiziell noch unklar. Ob Marc Schlüter dabei sein wird, dürfte auch von den nächsten Resultaten abhängen. In Österreich führt der Mann mit den zwei Gesichtern bisher die Hotlapliste an. Im Vergleich zum letzten Rennen hat man nun einen neuen Motor im Wagen, welcher deutlich helfen dürfte.


Auf Punktehamster Jungbluth könnte das Team wieder zurückgreifen, Russinov selbst wird also vor allem Hoffen, dass sich bei Schützling Schlüter eine Trendwende einläutet. Erst dann kann Russia auch in der Team-WM wieder Hoffnungen auf mehr haben. Der Kavier bei den Russen dürfte momentan zumindest noch etwas salziger schmecken als sonst.


Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten zum Österreich GP: https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021 Autor: Julian Kopp