VFC-2021: Rennbericht Monaco GP - Wollborn holt die Krone! - Schmidt baut WM-Führung aus

Aktualisiert: Mai 16


Der Große Preis von Monaco stellt Jahr für Jahr ein Prestigerennen in der VFC dar. Nicht umsonst, hat das Rennen in den Straßenschluchten doch einiges zu bieten. So auch schon im vergangenen Jahr, als in einer verrückten Schlussphase Jannis Wollborn (Newman) zwar ohne Frontflügel auf der Strecke gewann, diesen Sieg im Nachhinein am grünen Tisch aber wieder verlor. So war es für den Weltmeister von 2019 an der Zeit für eine Korrektur. Mit Erfolg.


Doch bis dahin war es ein langer Weg. So stellt vor allem die Qualifikation eine wichtiges Element für einen erfolgreichen Monaco GP dar. Doch bereits hier setzte sich Wollborn gegen die Konkurrenz durch. Mit einer 1.09.538 holte sich der Deutsche hauchdünn vor Marc Schlüter (Russia) und Cooper McAllister (Cliffort) die Pole-Position. Der eigentliche Favorit, Kevin Peters (Volksmobil), kam nicht ansatzweise an seine Bestzeit aus den Trainings heran und musste sich mit dem fünften Platz hinter Teamkollege Sven Schubert und vor Kontrahent Lukas Schmidt (Cesario) zufrieden geben. Unterdessen wurden die Startpositionen acht bis zehn von Rookies besetzt. Alexander Hess bewies bei seiner Ersatz-fahrt für SCMM, dass Monaco als seine Lieblingsstrecke gilt und setzte sich so gegen Fabian Walter (Cliffort) und Jan Winter (Beta Guilia) durch. Als Enttäuschung galt Fabian Jung-bluth (Russia), welcher nicht ansatzweise an die Zeit des Teamkollegen Schlüter herankam und nur von Rang 19 ins Rennen ging. Auch für Daniel Bentenrieder (Beta Guilia) war es kein geglückter Auftakt in den Rennabend. Er schaffte nur P16, musste sich dem Ersatz-Kollegen Winter geschlagen geben und kassierte wegen dem Verursachen einer Kollision noch eine 10 Plätze Strafe für die Startaufstellung.

Im Gegensatz zu 2020 gelang dieses Jahr direkt beim ersten Versuch der stehende Start in den Grand Prix. Jannis Wollborn (Newman) startete als einziger der Top-5 mit harten Reifen und gewann den Start gegen seinen Rivalen Marc Schlüter. Der Russia Pilot hingegen verlor eine Position gegen Cooper McAllister (Cliffort). Dahinter überholte Weltmeister Kevin Peters (Volksmobil) vorläufig den Teamkollegen Schubert, der Schwabe ließ sich das aller-dings nicht gefallen und holte sich die Position mit einem harten Manöver schnell zurück. In dieser Phase griff das Taktikgenie in Jannis Wollborn, welcher Tempo herausnahm um seine harten Reifen zu schonen. Die Folge war ein Wollborn-Train. Dieser sorgte dafür, dass gerade die Top-10 in dieser Phase lange nahe beieinander blieben. Zwar gestaltete sich Überholen als schwierig, dennoch gab es die ein oder andere Situation und so konnte sich Sven Schubert nach einer Unaufmerksamkeit seiner Gegner an Marc Schlüter vorbei auf Platz drei quetschen.

Hinten ging es deutlich chaotischer zu. Erst verhakten sich zu Beginn Daniel Bentenrieder und Travis Carter (Manziel) am Ende des Feldes, was zu einer 10-Sekunden Strafe auf das Rennergebnis für den Beta Guilia Piloten führte. Dann krachte es richtig. Der zweite Beta Guilia Fahrer Jan Winter verlor nach der Tabak die Kontrolle über seinen Wagen und schlug in die Wand ein. Ein Horrorszenario an der verhältnismäßig schnellen Stelle. Die Leid-tragenden wurden so die dahinter kommenden Piloten in Form beider R-cademys. Erst krachte der Italiener Lorenzo de Ciutiis in den Beta Guilia und verlor seinen Frontflügel. Dann kam Teamkollege Alexander Kraft, welcher Winter voll traf und so selbst irreparablen Scha-den davontrug. Sowohl Winter als auch Kraft mussten das Rennen aufgeben und die erste Safety-Car Phase der VFC-2021 wurde ausgerufen. Das nutzten auch ein paar Piloten im hinteren Feld um einen ersten Boxenstopp einzulegen. Darunter war auch Russia-Fahrer Fabian Jungbluth.

Als die Trümmer beseitigt waren und das Rennen freigegeben werden sollte kam es zu einer kuriosen Situation. Der Führende Jannis Wollborn verlangsamte im letzten Sektor, was für einige im hinteren Feld, welche zuvor zu große Lücken gelassen hatten zum Problem wurde. Tim Brendel (Razor GP) fuhr Sebastian Steinhauer (Manziel) auf. Beide verloren Flügel und mussten daraufhin zur Box. Der Restart wurde um eine Runde verlegt. Diesen meisterte Wollborn souverän und verteidigte seine Führung. Dahinter zeigte Sven Schubert (Volks-mobil) weiter seinen Willen zum Sturm und Drang. In der ersten Kurve attackierte er außen den Cliffort von Cooper McAllister und setzte sich sensationell durch. Das bereits dritte Manöver des WM-Zweiten. Weiter hinten kam es indessen zur nächsten brenzligen Situation. Bastian Paisler (Razor) überschätzte seine 0er Bremse im letzten Sektor und drehte dabei den vor ihm fahrenden Fabian Walter (Cliffort) um. Walter wartete geduldig bis das Feld vorbei war, legte dann aber zu motiviert den Rückwärtsgang ein und verlor so den Heckflügel an der Leitplanke. Zumindest war die Box nur ein paar Meter weiter, die anschließende Reparatur machte Hoffnungen auf Punkte aber zunichte. Selbiges konnte man über Larry Fischer sagen. Der Cesario Pilot galt schon zuvor als kein Verfechter des Monaco Grand Prix und verlor nach einem ersten taktischen Stopp bei freier Fahrt den Wagen und seinen Frontflügel. Das passierte in der Folge noch ein paar Mal, sodass Fischers Rennen früh gelaufen war.

In den folgenden Runden setzte sich vor allem die Gruppe der Top-8 immer weiter ab ohne aber durch den bummelnden Wollborn auseinander zu fechern. Als dann die ersten Piloten auf 2-Stopp hereinkamen, unter anderem mit Cooper McAllister und Alexander Hess, konnte Wollborn aber die wahre Pace zeigen. Der Newman Pilot begann einen klaren Vorsprung herauszufahren. Der dahinter liegende Sven Schubert (Volksmobil) konnte auf abgefahrenen Soft-Pironis nicht mehr folgen. Alexander Hess (SCMM) hingegen lieferte sich in dieser Phase einen tollen Zweikampf mit Lorenzo de Ciutiis, in welchem beide Piloten fast eine halbe Runde lang nebeneinander durch die Kurven fuhren. Am Ende konnte sich Rookie-Hess gegen den Italiener mit frischen Reifen durchsetzen. Dann mussten auch die 1-Stopper zu ihrem Halt in die Boxengasse. Nun kam die Stunde für den WM-Führenden Lukas Schmidt, welcher noch einiges an hartem Durzaam übrig hatte und so am längsten fuhr. Da die bereits gestoppten Marc Schlüter und Sven Schubert sich in einen Zweikampf verwickelten, an derem Ende Schlüter in Kurve 1 bei einem Überholmanöver von Schubert die Nase verlor und einen weiteren Stopp einlegen musste. Schubert erhielt die Verant-wortung für den Unfall und musste eine Durchfahrtsstrafe absolvieren. So kam Lukas Schmidt hinter Jannis Wollborn und Cooper McAllister heraus, letzterer musste aber noch einen zweiten Stopp absolvieren. Auch Wollborns Teamkollege Yannik Barwig profitierte von seinem langen ersten Stint und platzierte sich so in den Top-5, welche er bis zum Ende nicht mehr verlassen sollte.

Der Australier McAllister tätigte schließlich seinen zweiten Boxenstopp und positionierte sich so knapp hinter Kevin Peters (Volksmobil) auf Platz vier. Eine Tatsache, welche Teamchef Dominik Röhken so nicht einkalkuliert hatte. Ein Fehler auf dem Datenmonitor kostete so Cliffort die Position. Von da an jagte der Mann aus Perth den Weltmeister und versuchte ihn in einen Fehler zu treiben. Am Ende machte den aber der Jäger selbst. Im letzten Sektor küsste der Australier die Wand und verlor den Frontflügel. Die Spitze des Ärgers war aber, dass er danach auch noch zu schnell durch die Box fuhr, was noch eine Durchfahrtsstrafe nach sich zog und dafür sorgte, dass er bis auf Rang sechs zurückfiel. Auch Alexander Hess (SCMM) zerstörte sich in dieser Phase das Rennen. Der Rookie kassierte bei seinem zweiten Stopp ebenfalls eine Strafe wegen Speeding und fiel so aus den Punkten. Generell lief für den italienischen Rennstall wieder einiges schief. Teamchef Gino Gaggiano hatte einen rabenschwarzen Tag und verlor ein paar Runden vor dem Ende den SCMM vor dem Tunnel, woraufhin er abstellte und so die zweite Safety-Car Phase des Rennens auslöste.

Das versuchten einige Piloten für sich zu nutzen. Unter anderem Jannik Maleika (Saldo) und Marc Schlüter (Russia) gingen an die Box um sich neue Reifen zu holen und verloren so noch eine Position. Wie sich im Nachhinein herausstellte keine kluge Entscheidung, da das Rennen vier Runden vor Schluss von der Rennleitung nicht nocheinmal freigegeben wurde. Ein Restart wäre auf Grund der sich Zurückrundenden für die letzten 1-2 Runden ein zu großes Sicherheitsrisiko gewesen.


So holte sich Jannis Wollborn (Newman) wieder einmal den Sieg in Monaco und setze sich so gegen Lukas Schmidt (Cesario) und Kevin Peters (Volksmobil) durch. Zu den Gewinnern konnte man aber auch Yannik Barwig im zweiten Newman zählen. Der Heidelberger, welch-er in der bisherigen Saison ständig in Zwischenfälle verwickelt war, absolvierte einen Fehler-losen Grand Prix und wurde so Vierter vor Sven Schubert (Volksmobil) und Cooper McAllister (Cliffort). Dahinter schaffte es Daniel Bentenrieder im Beta Guilia einen starken siebten Rang zu sichern, auf Grund der anfänglichen 10-Sekunden Strafe wurde er aber schließlich Neunter. Stattdessen nahm Bastian Paisler seine Position ein und holte wichtige Punkte für Razor GP, welche ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Auch Fabian Jungbluth (Russia GP) hatte nach gescheitertem Qualifiying ein gutes Rennen und wurde Achter.

Ganz besonders hervorzuheben war aber Morgan Freeway. Der D2-Fahrer war kurzfristig für Equipo Saldo eingesprungen. Der Schweizer Luca Zorn war in den alpischen Serpentinen liegen geblieben und so stellte sich Freeway ohne große Vorbereitung der Herausforderung Monaco. Mit Erfolg, denn durch die Stopps in der zweiten Safety-Car Phase überholte er sowohl den Teamkollegen Jannik Maleika als auch Marc Schlüter im Russia kurz vor Schluss.



Autor: Julian Kopp



Das komplette Rennergebnis des Monaco GP:


Der aktuelle WM-Stand:



Hier gehts zur Wiederholung des Monaco GP: