VFC-2021: Rennbericht Spanien GP - Pohlenz rast im Clipper zum Sieg - Zweiter Massencrash in Kurve 1

Aktualisiert: Mai 16


Der VFC-Spanien GP in Jerez bildete den Auftakt für einen harten Mai innerhalb der GSO. Das erste von vier Rennen im vollterminierten Monat wurde dabei zur Taktikschlacht, aus welcher ausgerechnet Pascal Pohlenz (Clipper) siegreich hervorging. Dabei hatte der Grand Prix neben der Taktik noch einige Action auf der Strecke zu bieten.


Bereits in den Trainings hatte sich im Vorfeld eine enge Qualifikation abgezeichnet. Das Grid hielt dabei was es versprach, auch wenn sich letztlich Pohlenz relativ unbedrängt die Pole-Position sicherte. Dahinter qualifizierte sich der in Hochform befindliche Marc Schlüter (Russia GP) vor dem ersten Volksmobil von Kevin Peters. Der Teamkollege des Weltmeisters und WM-Führende, Sven Schubert, trat mit gesundheitlichen Problemen an und qualifizierte sich nur auf Rang acht. Positiv hingegen fielen Yannik Barwig (Newman) mit Rang vier und Rookie Fabian Walter (Cliffort) mit Rang neun auf. Der WM-Zweite Lukas Schmidt (Cesario) hingegen konnte dieses Mal keine Akzente nach vorne in der Qualifikation setzen und ging als Sechster ins Rennen.

Doch auf den eigentlichen Rennstart mussten die Piloten in der Folge noch etwas warten. In Erinnerung an den chaotischen Monaco GP von 2020 misslangen auf Grund technischer Schwierigkeiten zwei Versuche den Start erfolgreich durchzuführen. Schlussendlich wurde die Einführungsrunde gestrichen und die Fahrer führten direkt den stehenden Start durch. Die lange Kaltphase bis zu Beginn des Rennens hatte Konsequenzen. Vorne wurde Yannik Barwig (Newman) von Teamkollegen Jannis Wollborn (Newman) und Marc Schlüter (Russia) in die Mangel genommen. Die Folge war eine Kollision und eine Straßenblockade für das folgende Grid. So kam es nach Brasilien zum zweiten Massencrash der 2021er Saison und zu schwerwiegenden Folgen in das hintere Feld. Unter anderem Barwig und Alexander Rütt (SCMM) mussten die Boxengasse zur Reparatur aufsuchen und auch Daniel Benten-rieder (Beta Guilia), welcher seinen Heckflügel verlor, erlebte eine kuriose Startphase. Die Rennleitung identifizierte in der Folge Marc Schlüter als Schuldigen der Ereignisse und verhängte eine 10-Sekunden Stop-and-Go gegen den Deutschen. Eine bittere Strafe, welche Schlüter die Chance auf den Kampf um das Podium raubte und ihn ins Mittelfeld zurückwarf. Auch Sven Schubert (Volksmobil) hatte mit Startproblemen zu kämpfen, blieb bei der Freigabe des Rennes stehen und so fuhr ihm der Cesario von Larry Fischer auf, welcher ebenfalls direkt an die Box zur Reparatur musste.

An der Spitze setzte sich unterdessen das Trio rund um Pascal Pohlenz (Clipper), Kevin Peters (Volksmobil) und Jannis Wollborn (Newman) vom Rest des Feldes ab. Die dahinter fahrenden Cooper McAllister (Cliffort) und Lukas Schmidt (Cesario) waren auf den harten Reifenmischungen unterwegs und verloren so vorerst an Zeit. Gerade beim Cesario Piloten lief aber nicht alles glatt. Eigentlich hätte Schmidt auf Soft-Reifen losfahren sollen, aber innerhalb der chaotischen Startversuche hatte der Schweizer das falsche Setup geladen und in der Folge sowohl mit improvisierter Strategie als auch mit Untersteuern zu kämpfen. Weitere Gewinner der Startphase waren unter anderem Fabian Jungbluth (Russia), welcher sich auf Platz sieben wiederfand vor dem Trio der Rookies bestehend aus Fabian Walter (Cliffort), Leif Nordic (Clipper) und Jan Winter (Beta Guilia). Gerade Walter hatte in der Startphase einiges einstecken müssen und fuhr fortan wie viele andere mit krummer Aufhängung.


In Runde 11 verzeichnete der Rennabend seinen ersten Ausfall. Travis Carter, ebenfalls Opfer der Startphase, stellte den unrund laufenden Manziel in der Box ab. Andere wie Yannik Barwig oder Sven Schubert gingen indessen auf Aufholjagd durch das Fahrerfeld. Doch schon in dieser Phase zeichneten sich in Form der 3-Stopper die ersten Boxengäste ab. Kevin Peters zog vorne als erster die Reißleine und holte sich neue Soft-Pironis. Für eine Platzverschiebung reichte der Undercut zwar nicht, doch hoffte Peters auf die optimale Temperatur der Reifen. Als seine Kontrahenten Pohlenz und Wollborn aus der Box kamen schnappte sich Peters erst Wollborn nur um in der gleichen Runde noch am Pohlenz-Clipper vorbeizugehen. Der ließ sich den Move allerdings nicht lange gefallen und holte sich die Spitzenposition zeitnah wieder mit einem tollen Manöver in Kurve eins zurück.


Unterdessen hatten die auf Hart-fahrenden Cooper McAllister und Lukas Schmidt die Führung übernommen, verloren durch den Undercut des Trios aber erst einmal wieder an Zeit. Als dann beide ihre Stopps absolvierten ging Schmidt durch die abweichenden Stra-tegien nach dem Stopp des Australiers erst einmal wieder vorbei auf Rang vier. Auch Kevin Peters verlor in der Folge an Boden auf Pascal Pohlenz und musste sich schließlich auch dem Newman von Jannis Wollborn geschlagen geben. Der Reifennachteil des VM machte sich hier deutlich bemerkbar. Weiter hinten zeigte Wollborns Teamkollege Yannik Barwig unterdessen, wieviel bei normalem Rennverlauf möglich gewesen wäre. Durch den neuen Motor flog der Heidelberger förmlich durchs Feld und ackerte sich so Stück für Stück zurück zu den Punktepositionen.

Überholmanöver auf der Strecke blieben in der Folge zwar vorhanden, aber vergleichsweise rar und auch die zweiten Boxenstopps brachten so vorne erst einmal weiter keine Versch-iebung. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings auch klar, dass Pohlenz, Wollborn und Peters noch ein drittes Mal kommen mussten, während Schmidt und McAllister ihr Vertrauen auf eine zwei Stopp Strategie legten, wobei gerade bei Lukas Schmidt der letzte Stint besonders lange gezogen werden sollte. Die Aufholjagd des Marc Schlüter kam derweil langsam an seine Grenzen. Der Russia Pilot setzte sich im Kampf um um die Punkte erst gegen Bastian Paisler (Razor GP) sowie den Teamkollegen durch, um anschließend auch den weiter stark fahrenden Fabian Walter (Cliffort) zu attackieren. Als Schlüter auch das gelang, war ein weiterer Positionsgewinn kaum mehr möglich, da der Abstand zu den Top-5 bereits 30 Sekunden betrug.


Weiter hinten erlebte das Rennen unterdessen seinen letzten Ausfall. Luca Zorn stellte nach einem weiteren Unfall mit dem Equipo Saldo das Fahrzeug frustriert ab und setzt seinen Negativtrend der letzten Rennen fort. Damit schieden auch erstmals zwei Piloten in der lauf-enden Saison in einem Rennen aus. Auch für die in Imola erstarkten SCMM Piloten lief der Grand Prix nicht gut. Nachdem beide Piloten in den Startcrash verwickelt waren, gingen jegliche Punktehoffnungen verloren.

Auch für den zweiten Cliffort lief es nicht ideal. Cooper McAllister drehte sich beim Boxen-eingang zu seinem zweiten Stopp, gerade als auch der dahinter liegende Kevin Peters zu seinem dritten Stopp hereinkam. Dadurch verlor McAllister die Position und versuchte in der Folge wieder am Volksmobil vorbeizugehen. Vorne an der Spitze war unterdessen Lukas Schmidt der Gejagte. Pascal Pohlenz kam nach seinem letzten Boxenstopp nur knapp 1,5 Sekunden hinter dem Cesario Piloten auf den älteren Durzaam Reifen heraus und war schnell wieder an Schmidt heran. Nach leichtem Abtasten setzte der Clipper Pilot un-gefährdet in Runde 42 das Überholmanöver und setzte sich in den weiteren Runden ab. Schmidt musste sich eher nach hinten orientieren. Der fliegende Wollborn nahte heran und schmiss seinen Newman derart hart um die Strecke, dass man jede Kurve mit einem Abflug rechnete.


Doch der Weltmeister von 2019 wusste was er tat. Zwar gelang erst nach ein paar Runden das Manöver gegen Lukas Schmidt, doch durch einen Fehler des Cesario Piloten in der letzten Kurve wurde es ihm auch unerwartet einfach gemacht. Wollborn holte dann zwar noch rasend schnell auf Pascal Pohlenz auf, dessen Reifen langsam einknickten, doch gelang es nicht mehr den Sieg des Clipper Piloten ernsthaft zu gefährden. Damit holte Pohlenz den ersten Sieg der laufenden Saison und den ersten seit Japan 2020.

Kevin Peters (Volksmobil) unterdessen verpasste knapp das Podium, konnte sich aber zumindest noch gegen den Australier McAllister (Cliffort) erweren. Trotzdem zeigte sich der Weltmeister nach dem Renne erbost, da er der Meinung war vom überrundeten Team-kollegen Sven Schubert, blockiert worden zu sein, was ihm beinahe noch Platz vier gekostet hätte. Für Schubert war es ein verkorkster Rennabend unter schwierigen Bedingungen. Nach etlichen Drehern innerhalb und außerhalb der Box kam der WM-Führende als Elfter ins Ziel und verlor so um einen Punkt den Spitzenplatz in der WM. Vor ihm landete ein starker Bastian Paisler im Razor GP, der wichtige Punkte für die Team-WM holte. Jannik Maleika im zweiten Equipo Saldo schloss die Punkteränge auf Platz 12 ab. Fabian Walter (Cliffort) holte als einziger Rookie Punkte und wurde starker Siebter.


Das komplette Rennergebnis:


Der aktuelle WM-Stand nach dem Spanien GP:



Hier gehts zur Wiederholung des Spanien GP:


Autor: Julian Kopp