VFC-2021: Schlechte Stimmung bei Volksmobil - Andrews Team vor der Feuertaufe


Mit großen Erwartungen ging man beim Volksmobil Team in die VFC-Saison 2021. Mit der Verpflichtung von Weltmeister Kevin Peters und der Vertragsverlängerung von Sven Schubert hatte sich Neubesitzer Peter Andrews mit seinem Rennstall im Sommer letzten Jahres fahrerisch gut aufgestellt. Eine Entscheidung die sich aber gleichzeitig auf das Budget des Rennstalls für den neuen Wagen auswirkte.


Nun nach sieben von 18 Rennen hat Volksmobil seine Anfangsziele zwar weitestgehend erreicht, befindet sich aber fernab von 100 %. Das hat mehrere Gründe. Das Team setzte unter anderem auf das Konzept mit weniger Entwicklung im Laufe der Saison, dafür ging man mit einem guten Ausgangswagen in das Jahr 2021. Damals hatte Andrews bereits angemerkt, dass man einen guten Saisonstart benötige um über den kompletten Zeitraum konkurrenzfähig zu sein. Die bisherige Ausbeute? Zwei Siege und drei weitere Podestplätze. Kein Resultat, welches man sich erhoffte. "Fakt ist, wir hatten gehofft und so war ja auch die allgemeine Erwartung von außen, zu Beginn des Jahres mehr Vorsprung vor der Konkurrenz zu haben. Das Auto war nicht so stark wie angenommen. Das hat auch mit der Reifenwahl zutun, welche uns die Rennstint einen Nachteil verschafft. Ich glaube jetzt im Nachhinein würden wir uns nicht mehr für Pironi entscheiden." sagte Andrews und übte so auch direkte Kritik am aktuellen Reifenhersteller.

Und dann ist da noch das Problem der Teamchemie. Gerade Neuzugang Kevin Peters zeigt sich dieser Tage nicht sonderlich zufrieden mit der Stimmung und Zusammenarbeit im Team. Das Band zwischen ihm und seinem Teamkollegen Sven Schubert bleibt weitestgehend zerschnitten. Kein gemeinsames Training und damit kein optimales Setup. Das hat Auswirkungen. Dem aktuellen Champion Peters gelang bisher im Gegensatz zu seinem Teamkollegen noch kein Sieg. Hinzu kamen verschenkte Punkte aus Südafrika und San Marino. Auch dazu äußert sich Andrews: "Rein von der Verteilung im Team sind wir zufrieden. Wir haben Kevin geholt, weil er ein zuverlässiger Top-5 Pilot ist. Bisher erfüllt er die Erwartungen, auch wenn es mehr Punkte hätten sein können." Das angeknackste Verhältnis sieht der Teamchef derweil kritisch: "Natürlich hätten wir auch gerne eine bessere Beziehung zwischen unseren Piloten gesehen. Es ist in der aktuellen Situation nicht immer förderlich. Unsere Fahrer müssen hier auch besser an sich selbst arbeiten." Damit spielt Andrews wohl auch auf das Trainingspensum von Sven Schubert an, welches im Gegensatz zur letzten Saison noch weiter nachgelassen hat. Die Fahrer-WM scheint der VM Pilot damit schon abgehakt zu haben. Ein Comeback an die Spitze, eher unwahrscheinlich.

Bleibt die Ambition für die Team-WM. Noch hat Volksmobil hier einen guten Vorsprung. Doch mit der abnehmenden Stärke des Wagens im Vergleich zur Konkurrenz könnten sich auch die Ergebnisse weiter verschlechtern. Dabei könnte vor allem das erstarkte Newman Team auf lange Sicht noch zum größten Konkurrenten werden. Die Entwicklung des Wagens ist die Beste aller Teams und es stehen noch einige Updates ins Haus. Unter anderem in Österreich. Die 38 Punkte Unterschied zwischen beiden Rennställen könnte sich noch als klein erweisen. Aber auch Cliffort Royal Racing zeigt sich mit der neuen Fahrerpaarung in Form von Fabian Walter und Cooper McAllister derzeit im Aufwind. Im Kampf der Silly-Season hält sich das Team derweil bedeckt. Andrews gibt dazu einen leichten Wink: "Wir sind natürlich nicht unbedingt abgeneigt beide Piloten zu halten. Sie zeigen weitestgehend die Leistungen, welche wir von ihnen erwartet hatten. Aber es gibt immer zwei Parteien und am Ende muss es sich für beide lohnen."


In Österreich braucht der Rennstall indes ein gutes Ergebnis um eine positive Ausgangslage zu schaffen.



Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des Österreich GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021


Autor: Julian Kopp