VFC-2021: Stimmen zum Italien GP


Wieder einmal hat der Regengott zugeschlagen. Ob man damit Jannis Wollborn meinen könnte oder das während des Rennens einsetzende Wetter, kann jeder für sich selbst beantworten. Die Stimmen zum Rennen sind durchaus mit wechselnden Gefühlen zu betrachten, da viele, ähnlich wie in Spa, nicht mit dem einsetzenden Wetter in der Form gerechnet haben. Trotz alledem konnte die VFC somit wieder mal ein spannendes Rennen darbieten, was nicht nur die Kommentatoren zum Schwitzen gebracht haben sollte, sondern auch die Fahrer und deren Renningenieure.


P1 – Jannis Wollborn (Newman Racing):

„Bin gut von der Linie weggekommen und hab die erste Kurve gut erwischt, danach war ich glaube schon vierter nach Start-platz 8. Kurz darauf habe ich mir Nordic holen können und hab versucht auf Fabian aufzuschließen. Runde 8 oder 9 war ich dann dran und konnte ihn in der zweiten Schikane ausbremsen. Danach bin ich dann meine Pace gefahren, weil der Zug nach vorne zu Marc abgefahren war, wenn ich nähergekommen wäre, hätte Marc auch zulegen können. Bei dem Safety-Car hat es dann angefangen zu regnen. Wir haben uns dazu entschlossen auf dem Soften zu bleiben, weil es nach drei Runden wieder abtrocknen würde. Nur war es dann so nass beim Restart, dass ich mir Marc holen konnte und vorne weggefahren bin. Als die trockene Linie da war hat Marc wieder aufgeholt aber ich war da zum Glück schon weit genug weg, sodass er mich nicht mehr überholen konnte.“


P2 – Marc Schlüter (Russia Grand Prix):

„Das Qualifying wie erwartet 4-5 Zehntel vor Schmidt die Pole geholt. Das Rennen dann ab Runde 2 kontrolliert und einen guten Vorsprung herausgefahren und dann kam der Regen und das Safety-Car. Die Kombination aus dem Regen und dem Safety-Car haben mir leider den Sieg gekostet aber gleichzeitig meinem Team Kollegen das Podium ermöglicht. Ich hatte nach dem Rennen ein trauriges und ein fröhliches Gesicht. Fröhlich, weil wir ein Doppel Podium geholt haben, traurig weil ich den Sieg durch die Umstände mit dem Safety-Car und dem Regen verloren habe. Trotz allem in allem ein sehr guter Tag für das Team und der Angriff auf die Top 3 in der WM geht weiter. Eventuell ist sogar P2 in der WM drin, wenn wir so weitermachen. Noch 8 Rennen und 33 Punkte auf Newman. Das ist definitiv machbar.“


P3 – Fabian Jungbluth (Russia Grand Prix):

"Das Rennen verlief nach Plan - erste Startreihe und Podium waren Träume, die heute in Erfüllung gingen. Doch als es regnete war der Faden sehr dünn, er häte eigentlich reißen müsste. Ich weiß nicht wie er sich halten konnte, bin ihm aber sehr dankbar. Ich bin froh an meiner Entscheidung festgehalten zu haben, denn das hätte auch ganz anders aussehen können. Ich hoffe, dass sich das ein oder andere gute Team sich bei mir melden wird und einen VFC 2022 Fahrerplatz anbietet."


P6 – Kevin Peters (Volksmobil Blue Horns):

„Mein Rennwochenende war von der schlechten Motorperformance geprägt. Deshalb entschied ich mich dazu die Flügel für das Rennen so hoch zu stellen, dass ich in der Dirty Air schneller war als mein Vordermann, allerdings auf der Geraden mit 317 km/h komplett hilflos war. Ich musste mir also das gesamte Rennen jemanden suchen, der mich zog, was aber sehr gut klappte. Als der Regen dann kam war der Motorennachteil weg und ich konnte einige Plätze bis zu Platz 6 gut machen, viel viel mehr als wir uns erhoffen konnten.“


P7 – Pascal Pohlenz (Clipper Motorsport):

„Vor dem Regen und bis zum Abtrocknen der Strecke auf Podiumskurs nur hat der Wettergott mich dieses Jahr zum 3. Mal nach Kyalami und Spa hopsgenommen.“






P9 – Jannik Maleika (Equipo Saldo):

„Die Pace war mit ca. einer Stunde Vorbereitung echt gut. Habe dann im ersten Stint mich irgendwann dazu entschieden Lukas zu überholen, da der ums Verrecken nicht an Nordic vorbei kam. Leider hat Lukas versucht sich zurück zu kämpfen anstatt mich auf Nordic aufschließen zu lassen und so haben wir ewig viel Zeit verloren. Nach dem ersten Stopp ging es wieder gut vorwärts und hätte auf dem Weg zur zweiten Schikane Sven und Hayman bekommen können, jedoch lenkte Hayman in mich ein und drehte mich somit. Nordic konnte nicht mehr ausweichen und wir haben beide unsere Frontflügel verloren. Habe dann noch versucht zu pushen, um etwas mitnehmen zu können aus dem Rennen und dann kam das Safety-Car und der Regen. Erst auf Regenreifen gesetzt, dann aber noch während der SC Phase auf Slicks gegangen, leider ausversehen auf Hart. Mit den Slicks dann nach vorne gekämpft und in der letzten Runde konnte ich noch gleichzeitig Barwig und Kraft überholen, womit immerhin nach einer Drive-Through Penalty wegen Cuts noch Platz 9 bei rauskam.“


P10 – Alexander Kraft (Razor Grand Prix):

„Das Rennen am vergangenen Sonntag ist würde ich sagen so verlaufen wie ich es mir erhofft hatte. Im Qualifying habe ich meine Schnellste Runde gefahren jemals und wäre sogar noch schneller gegangen aber die Runde hat mich in eine gute Ausgangslage gebracht für unser Auto.

Am Start habe ich mich zurück gehalten da ich wusste das man mit unseren Bremsen nicht viel Risiko gehen sollte habe mich dann einfach bei den anderen in den Windschatten gehangen und versucht Kollisionen aus dem Weg zu gehen. Ich denke die Position wäre nochmals besser ohne das Safety-Car denn vor diesen lagen wir auf Platz 8 und das hätte ich wahrscheinlich halten können. Bei dem besagten Safety-Car habe ich dann auf Regenreifen gesetzt welches sich so Halb-Halb ausgezahlt da ich wo der Regen noch da war auf Zeitweise Platz 5 war aber am Ende ''nur'' Platz 10 ist denke ich für unseren Wagen doch ein Erfolg da man mit sowas nicht gerechnet hat vor dem Rennen.“


P12 – Travis Carter (Manziel Grand Prix):

„Selten so eine komische Schlussphase erlebt. Bis zum Safety-Car gabs keinerlei Chancen auf Punkte. Hätte mir jemand gesagt, dass ich dann in den letzten 9 Runden noch von P21 auf P12 fahre und einen Punkt mitnehme, hätte man den-jenigen für bekloppt erklären müssen... War bei diesen Bedingungen nicht gerade einfach, das Auto mit Trockenreifen auf der Strecke zu halten und nebenher noch kräftig Sprit sparen zu müssen. Aber wenn wir jetzt mal ehrlich sind, glücklicher geht's nicht mehr. Glück gehabt, dass letztendlich die Trockenreifen die bessere Wahl war und dass sich die Autos vor mir alle samt weggedreht haben. So kann sich das Pech, das ich z.B. in Interlagos hatte, auch ausgleichen.“


P13 – Yannik Barwig (Newman Racing):

„Es war trotz meines schlechten Motors ein gutes Rennen. Nach einem Startzwischenfall bin ich von Platz 21 auf Platz 9 gefahren, womit ich sehr zufrieden bin. Die Rennleitung hat unter dem Strich eine vielleicht auf dem Papier richtige Ent-scheidung getroffen, eine unverschuldete Strafe nicht zurückzunehmen. Menchlich gesehen muss ich sagen, dass hier in jeglicher Form das Fingerspitzengefühl gefehlt hat und ich dieses Verhalten äußerst fragwürdig empfinde. Gemeinsam mit Jannis werde ich die verbleibenden Rennen nun weiter Vollgas geben, um uns die Team WM zu sichern.“


P15 – Bastian Paisler (Razor Grand Prix):

„Unser Start war ziemlich gut dafür, dass wir so einen Power-Nachteil hatten und relativ bald hingen wir im „Zorn-Train“ fest. Durch die Kurven konnten Alex und ich deutlich schneller fahren, allerdings kratzten wir bei 325km/h am Begrenzer, wo andere noch etwas Luft nach oben hatten. Es war ein harter und geiler Kampf mit Luca, Sven, Yannik und all den anderen. Unsere 2 Stopp-Strategie und die bessere Outlap halfen uns ebenfalls. Leider machte der Regen alles etwas zunichte. Zwar konnte Alex nach dem Restart sensationell viele Positionen gut machen in den ersten Runden, verlor dann allerdings wieder hinten heraus auf den Regenreifen gegenüber den Leuten auf Trockenreifen. Ich hatte auch so meine liebe Mühe mich auf trockener und nasser Fahrbahn zu behaupten, da wir versuchen mussten 39 „Quali-Runden“ zu fahren um einigermaßen mithalten zu können. So blieb es dann auch leider nicht aus, dass ich erst Barwig leicht touchierte und dann Rütt aus dem Leben geschossen habe, welcher dann zu meinem Bedauern auf einem Sausage-Curb seinem Rennende entgegenqualmte. Aber wir sind zufrieden zumindest mit einem Auto aus eigener Kraft in die Punkte gefahren zu sein und beide Autos ins Ziel gebracht zu haben. Leider konnte das bei R-Cademy nur Rouven schaffen wohingegen Lorenzo mit dem besten Motor von uns vier nach 22 Runden den Wagen abstellen musste.“


P16 – Johannes Greulich (Beta Giulia):

„Es war kein guter Tag für mich, obwohl ich so viel für dieses Rennwochenende investiert habe. Ich habe schon Anfang April angefangen für dieses Rennen zu trainieren, dabei ist es für mich umso mehr enttäuschender nicht in den Punkten gelandet zu sein. Beim Qualifying hat mich schon der „Tow“ für Daniel aus dem Konzept gebracht, weswegen ich meine Konkurrenten im Feld unfreiwillig ein wenig aus-gebremst habe und zurecht meine Strafe in Form einer Grid-Penalty bekommen habe. Im Endeffekt kam es nicht zum „Tow“, ich habe Zeit verloren um meine Bestzeit zu fahren und folglich kam die drittschlechteste Zeit für mich raus. Für mich wäre es möglich gewesen im Mittelfeld zu starten, jedoch konnte ich mich hier erstmals nicht beweisen. Um Sprit zu sparen habe ich mich entschieden von der Box aus zu starten, weil mit unserem kleinen Tank muss man da schon haushalten und es hätte ohnehin nichts geändert, als Letzter vom Grid zu starten. Bis hin zum Safety-Car bin ich auf Platz 11 gekommen, weil ich nicht auf Regen-Reifen gewechselt habe und da kam dann meine fehlende Erfahrung zur Geltung: Ein Dreher während des Safety-Cars auf nasser Strecke. Als die Strecke trockener wurde konnte ich wieder angreifen und bin von Platz 21 wieder auf Platz 13 gefahren. Jedoch aufgrund von mehreren Kollisionen und eigener „Über-Motivation“ habe ich mir nochmal eine Zeitstrafe eingefangen und bin folglich auf Platz 16 gelandet. Völlig verdient für die Aktionen während dem Rennen, aber trotzdem enttäuschend, weil mein Fleiß leider nicht belohnt wurde. Das zeigt wie talentiert die Fahrer auf dem Grid sind und wie schwer es ist als fleißiges Häschen gegen diese Macht zu bestehen. Somit ist mein Wunsch wenigstens einen Punkt für mein Team in dieser Saison einzufahren in weite Ferne gerückt. Schade…“


P22 – Max Hayman (Scuderia Cesario):

„Ich war in meiner Simracing-Karriere noch nie so enttäuscht wie nach diesem Rennen, es war so viel möglich aber leider habe ich wieder, durch teils eigene Fehler, verpasst Punkte zu holen. Durch unsere Bremsen war es außerdem sehr schwierig sich im Rennen zu verteidigen. Auch die geplante 1 Stopp Strategie für mich war wahrscheinlich eine Fehlentscheidung, was aber intern geklärt und nachanalysiert werden muss. Ich werde versuchen mich weiter zu verbessern um diese Fehler im Rennen abzustellen, denn dann sind regelmäßige Punkteplatzierungen ohne Probleme möglich."


Redakteur: Johannes Greulich


Hier gehts zur Wiederholung des Italien GP: