VFC 2022 - Australien GP - Kurzanalyse Teil 1

Equipo Saldo

Für die Spanier des Traditionsteams Equipo Saldo war es ein durchwachsener Auftakt in die neue VFC-Saison 2022. Wie bereits von vielen Beobachtern im Vorfeld vermutet hatte man den erwartbaren schweren Stand. Schon in der Qualifikation gelang Fabian Jungbluth (P16) und Leif Nordic (P23) kein Sprung in die Top-15. Auch im Rennen selbst gingen die spanischen Stiere eher unter. Erst hatte Fabian Jungbluth technische Schwierigkeiten und stieß mit einigen Runden Abstand wieder dazu. Zu Beginn des Grand Prix rückte jedoch auch Nordic in den Mittelpunkt als er durch einen Internet-Lag den Unfall mit Sebastian Steinhauer (Manziel) auslöste. Letztlich platzierten sich beide Piloten auf den Plätzen 15 und 18. Von einem komplett misslungenen Saisonstart konnte dabei aber fairerweise aber auch keine Rede sein.

Beim kommenden Grand Prix in Australien erhofft man sich nun wieder einiges. Die Schlacht von Bathurst hat das Potenzial das Fahrerfeld stark ausbluten zu lassen. Das bietet gleichzeitig eine große Chance für Teams wie Saldo, welche durch fahrerische Besonnenhiet und Konstanz am Ende über Punkte jubeln könnten. Gleichzeitig wird der Kurs und seine Charakteristik auch Jungbluth und Nordic enorm fordern. Zumindest in den Hotlaps zeigt sich Junbluth konkurrenzfähig. Hier rangiert der Deutsche derzeit auf dem 12. Platz. Ob die Härteprüfung gelingt wird aber der Sonntag zeigen. Für die Spanier zumindest ist es eine neue Chance auf Punkte.

Scuderia CM Motorsport

Für die Scuderia CM Motorsport ging die neue Saison quasi so los, wie die alte geendet hatte. Na ja zumindest fast. Denn im Vergleich zu 2021 zeigte sich der Wagen schon im ersten Rennen durchaus konkurrenzfähig. Mit tollen Zeiten konnte sich Teamchef Gino Gaggiano für Q2 qualifizieren und ging letztlich von Platz Sieben ins Rennen. Teamkollege Rustemeier hatte mit Rang 19 eine deutlich schwierigere Ausgangsposition, konnte aber dennoch überraschen.

Dann jedoch folgte die alte SCMM Leier. Noch in Kurve 1 wurde der Italiener Gaggiano in eine Kollision verwickelt. Verlor erst seinen Frontflügel nur um anschließend von Jörn Dicks (Volksmobil) von der Strecke geräumt zu werden. Der Frust dementsprechend hoch, auch wenn der verbliebene Rustemeier ein ordentliches Rennen lieferte und mit Platz 13 nur knapp Punkte verpasste.

Dennoch ging man am Ende leer aus und findet sich zum Start wieder am unteren Ende der Team-WM wieder. Letztlich sollte die Pace aber erhebliche Gründe zum Optimismus geben. Das Auto scheint in der Kombination mit den Fahrern definitiv Top-10 tauglich. So wird Gaggiano vor allem auf ein Zwischenfallfreies Rennen in Australien hoffen. Dass mit Bathurst allerdings eine der härtesten Strecken des diesjährigen Rennkalenders auf dem Plan steht kommt dabei genau zur Unzeit. Gerade der Mittelsektor ist wie gemacht für Folgeunfälle. Dementsprechend wird es auch für SCMM ein Kampf ums Überleben werden. Zumindest in den Hotlaps bleibt man mit den Plätzen 15 und 23 noch verhalten. Die wahre Pace dürften wir aber wie zuletzt erst kurz vor dem Rennabend sehen. Bleibt am Ende das Glück dieses Mal bei den Italienern könnte es durchaus üppige Punkte geben.

Volksmobil-Blue Horns

Im Vorfeld der Saison zeichnete sich bereits ab, dass das Weltmeisterteam 2022 einen schweren Stand haben würde. Durch die beiden letztjährigen D2 Piloten kam viel frischer Wind aber auch fehlende Erfahrung ins Team. Dennoch war man optimistisch in dem ein oder anderen Rennen die VFC aufmischen zu können. Zum Saisonauftakt ging das zumindest schon einmal daneben.

Zwar qualifizierte sich Alexander Hess für die zweite Qualysession, Teamkollege Jörn Dicks hatte mit Rang 11 allerdings das Nachsehen. Die wirklich große Pechsträhne begann dann erst im Rennen. Dort mussten beide nach einem verkorksten Start und mehreren Kollisionen die Box aufsuchen um die Boliden wieder auf Vordermann zu bringen. Die angehende Aufholjagd war dann nur teils von Erfolg gekrönt. Beide Piloten hatten vor allem mit dem eigentlich für das Rennen gemachten Duurzaam Reifen zu kämpfen. Irgendwo bezeichnend, dass Alexander Hess nach gutem Fight in der Schlussphase doch noch von Platz neun auf Rang zwölf zurückfiel. Der Trostpunkt konnte die getrübte Stimmung bei Teamchef Andrews und Co. nach dem Rennen aber nicht aufhellen.

Die Chance zur Wiedergutmachung bekommen seine jungen Piloten nun bereits in Bathurst. Wobei gerade diese Strecke zur besonderen Herausforderung werden dürfte. Beide Fahrer sind mehr oder weniger neu auf dem Kurs und hatten augenscheinlich laut der Zeitentabelle Anfangs Probleme mit der fordernden Strecke. Gerade Alexander Hess scheint sich mittlerweile aber besser eingefahren zu haben und positioniert sich derzeit in der Vordergruppe innerhalb der Zeitentabelle. Teamkollege Dicks plagt dagegen seit dieser Woche die Gesundheit, ob er zum Grand Prix fit sein würde war zwischzeitlich äußerst fraglich. Dicks kommt dennoch auch aktuell noch nicht mit dem Kurs klar, räumte auf Nachfrage Schwierigkeiten ein. Die Frage wird somit sein, ob Hess und Dicks der kommenden großen Herausforderung gewachsen sind.

Buttler-Pal powered by R-cademy

Das kleine Team Buttler-Pal durfte beim vergangenen Rennen groß Jubeln. Mit dem vermeintlich schwächsten Fahrzeug düste Teamchef Heiko Kolvenbach mit dem so bekannten schallenden Gelächter auf den 10. Platz und holte damit direkt Punkte im ersten VFC-Rennen als Stammfahrer. Dabei ging das Team noch mit einem Handicap in den Südafrika GP. Denn Kolvenbachs Teamkollege Alex Woitala fehlte kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen. Auch ohne Unterstützung hielt sich Kolvenbach aus dem größten Ärger heraus und war im Nachhinein sichtlich zufrieden mit dem Saisonauftakt.

Zeit zum Ausruhen bleibt dennoch nicht. Beim kommenden Australien GP können Kolvenbach und Woitala nun ihre fahrerische Stärke und Erfahrung ausspielen. Gerade in den mörderischen Mittelsektorpassagen ist viel Vorsicht und Fingerspitzengefühl geboten, wenn man sich im Mittelfeld befindet. Hält man sich aus dem größten Ärger heraus könnte somit wieder etwas drin sein. Gerade Kolvenbach präsentierte sich schon in den Trainings sehr positiv, steht momentan sogar auf Platz 5 der Hotlapliste. Teasmkollege Woitala hat noch mit mehr Eingewöhnungsproblemen zu kämpfen und rangiert auf Platz 21.



Autor: Julian Kopp