VFC-2022 - Brasilien GP - Schubert gewinnt kontroversen Grand Prix! - Rennleitung im Fokus

Aktualisiert: 13. März


Mit dem Brasilien Grand Prix reiste die VFC zu einem ihrer absoluten Traditionsrennen. Interlagos hatte dabei schon in den letzten Jahren die ein oder andere Dramatik parat. Nach guten ersten zwei Rennen ging Jannis Wollborn vor Pascal Pohlenz als WM-Führender in den Grand Prix.


Schon die Qualifikation gestaltete sich besonders dramatisch. Entsprechend der Streckencharakteristik waren die Zeiten bereits in den Trainings besonders eng beinander. In der ersten Qualy Session entbrannte so ein enger Kampf um die Top-10 Plätze. Am Ende landeten ersten 18 innerhalb von nicht einmal 8 Zehnteln. Besonders Glück hatte dabei Pascal Pohlenz, welcher am Ende der Session auf dem 10. Platz stand und damit nur zehn Tausendstel vor VM-Fahrer Alexander Hess. Neben beiden VM mussten sich auch beide Newman Fahrzeuge trotz Update geschlagen geben und kamen nicht in die zweite Session. Dort entbrannte dann ein spannender Kampf um die Pole. In diesem setzte sich letztlich Weltmeister Jannis Wollborn (Cesario) knapp gegen Alexander Kraft (Manziel) und Marc Schlüter (Falcon) durch. Damit war es im dritten Rennen der Saison bereits der dritte Polesetter.

Der Start des Rennens war dann vor allem geprägt durch Unterbrechungen. Bereits im Senna-S kam es wie im vergangenen Jahr zu einem Unfall, wenn auch dieses Mal mit weniger Beteiligten. Dabei schied Yannik Barwig (Cliffort) aus und löste so die erste Safety-Car Phase des Rennens aus. Durch viele live eingereichte Proteste der Teams bei der Rennleitung zog sich diese bereits über die ersten 8 Runden. Als dann wieder freigegeben wurde war durch eine Kollision zwischen Alexander Hess und Philipp Puschke erst einmal wieder Schluss. Hess schied dabei aus und verzeichnete den zweiten Nuller in Folge. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits einige Reifenwechsel, so dass die Reihenfolge für die Beobachter zwischenzeitlich sehr kurios war. So führte unter anderem Sebastian Steinhauer (Manziel) kurzfristig das Rennen an. Im Fokus war beim Restart aber der dahinter stattfindende Zweikampf zwischen Jannis Wollborn und Heiko Kolvenbach. Der Cesario Pilot wollte unbedingt im Senna-S vorbei während der Buttler-Pal dagegen hielt. So kam es zur Kollision, welche Wollborn weit zurückwarf ohne jedoch zu einem Reparaturstopp zu müssen.


Anschließend ackerte der Weltmeister unter vollem Risiko und an der Grenze des erlaubten zurück durchs Feld. War bereits nach kurzer Zeit wieder in den Top-8 zu finden. Doch auch hier dauerte das Racing vorerst nicht lange. Nach einem Unfall von Dominic Rustemeier (SCMM) mit Buttler-Pal Pilot Alex Woitala (Buttler-Pal) schieden beide Fahrer aus und verursachten die nächste SC-Phase. So kam es zur weiteren Durchmischung und zeitweise Führenden Piloten wie Bastian Paisler (Razor) und Daniel Bentenrieder (Cesario).

Nach der dritten Unterbrechung beruhigte sich das Renngeschehen jedoch etwas und wich nun der Racingaction. Dabei entspann vor allem im vorderen Mittelfeld ordentlich Rennaction. Dort hatten sich Topfahrer wie Kraft, Wollborn oder McAllister wieder gefunden und führten nun harte aber weitestgehend faire Fights. Dennoch war es nicht der Tag des Weltmeisters Wollborn. Erst fuhr er in Runde 38 in der Box zu weit über seinen Platz und verlor wertvolle Zeit. Als er letztlich auf Podiumskurs war, stellte sich aber heraus, dass der rote Bolide zu wenig getankt hatte und er musste so fünf Runden vor Schluss noch einen Stopp einlegen.


An der Spitze etablierte sich indessen der Clipper Ersatzfahrer Philipp Puschke als Führender Mann und sah sich mit fortschreiten des Rennens auf einmal in aussichtreicher Position für einen Sieg beim Debüt. Umso dramatischer, dass Puschke gegen Ende wie bereits beim Zwischenfall mit Hess mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. In Runde 47 hatte der Clipper Pilot einen Blackscreen und krachte in die innere Leitplanke ins Senna-S. So musste er das Rennen aufgeben. Die folgende Entscheidung der Rennleitung führte zu großen Diskussionen nach dem Grand Prix. Um das Rennen nicht weiter durch Safety-Car zu beeinflussen ließ man das Rennen weiterlaufen. Eine Fehlentscheidung, genau wie beim anschließenden Unfall von Gino Gaggiano ebenfalls weiterlaufen zu lassen.

Für eine kuriose Szene sorgte am Ende Marc Schlüter (Falcon), welcher im Kampf um Rang vier den WM-Zweiten Pascal Pohlenz (Clipper) auf der Geraden überholen wollte und dabei auffuhr. Schlüter verlor den Frontflügel und damit seinen Punkteplatz, ging somit kurz vor Schluss doch noch leer aus.


So behielt Sven Schubert die zwischenzeitlich erhaltene Führung und brachte den Newman als Siegauto vor Alexander Kraft ins Ziel, welcher durch eine Strafe noch auf Platz drei rutschte. Profiteur war der Australier Cooper McAllister, welcher das erste Podium für Cliffort Royal Racing holte. Die beiden WM-Führenden Pascal Pohlenz und Jannis Wollborn holten die Plätze vier und fünf. Durch den Zusatzpunkt bleibt Wollborn in der WM jedoch vorne und geht somit weiter als Gejagter in den kommenden San Marino Grand Prix.


Nach dem Rennen verkündete zudem SCMM seinen Ausstieg aus der VFC. Nach den unglücklichen Verläufen der ersten Rennen und den Entscheidungen der Rennleitung in Brasilien zog man sich nun also endgültig zurück.


Autor: Julian Kopp



Hier gehts zur Wiederholung des Livestreams:



Das komplette Rennergebnis:


Der WM-Stand: