VFC-2022 - Italien GP Kurzanalyse Teil 2

Weiter geht's mit den Mittelfeld-Teams vor dem Italien-Grand-Prix.




Buttler-Pal

Weiter, immer weiter, so lautet die Devise bei Teamchef Heiko Kolvenbach. Das Team des Rheinländers hat weiterhin als Ziel ausgeschrieben, die großen Teams und Fahrer zu ärgern, dazu ist es Kolvenbachs persönliches Ziel, den Teamchef des Mutterteams, Bastian Paisler, in der Fahrerwertung zu überholen bzw. hinter sich zu halten. Momentan ist er nach dem Belgien Grand Prix mit diesem punktgleich, denn gerade nachdem Paisler in die große Startkollision verwickelt war, konnte Kolvenbach in Spa punktetechnisch mächtig aufholen. Und nicht nur in der Fahrerwertung hat man einen Sprung gemacht, auch in der Team-WM. Nur 12 und 16 Punkte trennen Buttler-Pal von Newman Racing und Razor GP, auch dank der erneuten Punkteausbeute von Alex Woitala mit P11.


Mit Bezug auf das Duell zwischen Paisler und Kolvenbach dürfte es ein heißer Ritt auf dem Hochgeschwindigkeitskurs werden. Kolvenbach will unbedingt sein persönliches Ziel erreichen, wodurch man möglicherweise mit einigen Manövern rechnen darf. Auf der anderen Seite hat der Rheinländer in dieser Saison mittlerweile bewiesen, dass er immer wieder einen kühlen Kopf bewahren kann. Punkte dürften auch daher wieder möglich sein, weil auch Teamkollege Woitala mittlerweile seine Form gefunden hat. Man darf auf heute Abend gespannt sein.


Razor GP

Immer weiter in der Team-WM. Leiter geht es für Razor GP. Die Punkteausbeute ist in den letzten Rennen immer etwas größer geworden, wodurch es weiter nach oben ging. Und es wären wohl in Belgien nochmal mehr Punkte geworden, wenn denn Bastian Paisler nicht im Startcrash verwickelt gewesen wäre. Der Niederrheiner zeigte sich anfangs lautstark entrüstet, coachte dann aber ruhig Tim Brendel zum siebten Platz, der wieder einmal sechs Punkte brachte. So ist man an Newman vorbeigekommen und an Clipper dran, welches seit drei Rennen punktelos blieb. Zu diesem Aufstieg bei Razor hat auch der überlegene Topspeed beigetragen, den man seit einigen Rennen aufzeigt.


Und der dürfte vor allem in Monza sehr zugute kommen. Ohne Windschatten hatte man Paisler auf der Strecke mit 326 km/h gemessen, als dieser heute morgen trainiert hatte. Das ist eine starke Ansage an die Konkurrenz: "Du kommst nicht vorbei.". Schwieriger dürfte es für die beiden Razors dann aber in den Kurven werden, wo man durch die niedrigen Flügel und die Dirty Air möglicherweise immer mal wieder den Anschluss verlieren könnte. Andererseits dürften das Paisler und Brendel mit ihrem fahrerischen Können gut wett machen dürfen. So geht Razor aber als Favorit auf den Hochgeschwindigkeitskurs, zumindest was Topspeed und Punkte angeht.


Newman Racing

Der Belgien-Grand-Prix war nach Monaco der zweite Nuller für das deutsche Traditionsteam von Newman Racing, dazu einer, welcher einige Folgen hat. In der Team-WM ist man hinter Razor abgerutscht und es droht der Fall hinter Buttler-Pal. Dabei ist der Wagen eigentlich gut fürs vordere Mittelfeld, allerdings müssen sich Riedmüller und Freeway wohl noch weiter einfinden. In Belgien wurde das ein wenig offen gelegt; Freeway schied in zwei Jahren aufeinanderfolgend in Spa aus, verlor den Wagen nach der Kemmel. Und Riedmüller hatte crashte den Wagen in der Boxengasse und fand den Rückwärtsgang nicht wieder, weshalb auch er abstellen musste. Ansonsten wäre vor allem dank des niedrigen Reifenverbrauchs beim Österreicher mehr rausgesprungen.

Dabei zeigt sich vor allem Riedmüller in guter Form, liegt in der Zeitenliste auf Platz 3 und nur fünf Zehntel hinter Alexander Kraft. Der Newman hat vor allem durch seinen starken Motor und dem guten Base Drag einen Vorteil auf den Geraden, die dem Österreicher und Freeway zugute kommen wird. Dabei ist zu erwarten, dass beide Fahrer die Strategie splitten werden. Für Riedmüller ist bei seinem niedrigen Reifenverbrauch eine Ein-Stop eine Möglichkeit, Freeway dagegen könnte eine Zwei-Stop fahren. So könnten beide Fahrer aufgrund unterschiedlicher Strategien Punkte herausschlagen.

Clipper Motorsport

Zum ersten Mal in diesem Jahr ist Clipper aus den Top 4 der Team-WM gerutscht. Das liegt vor allem an drei Punktenullern in Folge, die mit einem Unfall, einer unüberlegten Aktion und einem plötzlichen DNF in der Box zu tun. Pascal Pohlenz hat in den letzten drei Rennen sich nicht von seiner besten Seite gezeigt; der Hauptrivale von Jannis Wollborn im Kampf um die Krone 2022 ist leicht abgestürzt. Seine Pace ist zwar die gleiche, aber weniger Training und viele Fehler gleichen das ganze nach unten aus. Dazu hat Teamkollege Alexander Rütt weiterhin mit technischen Problemen zu kämpfen, wodurch er an zwei Rennen in Folge nicht teilnehmen konnte. Aber dadurch ist man plötzlich an fünfter Stelle und die Konkurrenz lauert dahinter.


Daher müssen Punkte her und die sollen in Monza endlich geholt werden. Allerdings ist noch keiner der beiden Clipper-Piloten gefahren, zumindest zum Zeitpunkt dieses Artikels. Der Clipper dürfte seine Stärken dabei aber vor allem in den Kurven ausspielen, denn am Base Drag und einen halbwegs starken Motor mangelt es. Pascal Pohlenz hat dabei im letzten Jahr einen siebten Platz erreicht, während Rütt aufgrund eines spät bremsenden Bastian Paislers auf den Anticut katapultiert wurde und so für einen Lacher der Saison sorgte, da der Eifeler nicht mehr von diesem runterkam. Man darf hoffen, dass, sollte er fahren, im diese Schmach erspart bleibt und stattdessen Punkte auf dem Konto stehen.



Autor: Jörn Georg Dicks