VFC-2022 - Italien GP Kurzanalyse Teil 3

Wir blicken auf die Ausgangssituation der VFC-Topteams vor dem Italien GP.


Cliffort-Royal Racing

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison von Cliffort Royal Racing. Trotz eines starken Line-Ups fällt ein Fahrer in den letzten Rennen immer aus, während der andere punktet. So auch dieses Mal in Belgien, wo Yannik Barwig Opfer der Startkollision wurde und ausfiel, während sein australischer Teamkollege Cooper McAllister sich wieder mal aufs Podium fuhr, nachdem er einen heranfahrenden Alexander Kraft noch abwehren konnte. So gelang es auch Cliffort nun auch, an Clipper Motorsport vorbei zu ziehen; trotzdem verlor man wieder einmal Anschluss an die anderen Teams vorne, weil diese besser punkteten.


Die Motivation zu Beginn der Saison ist bei beiden Fahrern damit etwas verloren gegangen. McAllister und Barwig trainieren nicht mehr ganz so viel wie zu Beginn der Saison, die Pace verändert sich damit allerdings nicht. Beide sind weiterhin schnell unterwegs und in der hinteren Spitzengruppe zu finden, die schnellsten Fahrer wie Wollborn, Schlüter und Kraft können sie aber in den wenigsten Fällen herausfordern. Für den heutigen Italien Grand Prix dürfte man beide Fahrer laut den Zeiten also wieder dort vorne erwarten, allerdings hinter den üblichen Top 3. Jetzt müssen Barwig und McAllister nur hoffen, dass nicht wieder einer in eine Kollision verwickelt wird. Es wäre Zeit, dass Pech endlich abzuwerfen.

Manziel GP

Nach vier aufeinanderfolgenden Podien war dann auch mal Schluss; Alexander Kraft gelangte trotz einer großartig anzusehenden Aufholjagd in Belgien "nur" auf den vierten Platz; zwei Runden länger und er hätte wohl Cooper McAllister den dritten Platz genommen. So wäre unter normalen Umständen wieder mal der Kampf um den Sieg möglich gewesen, allerdings machte schon die Qualifikation Kraft einen Strich durch die Rechnung; der Deutsche verhakte sich in der Eau Rogue mit Alex Woitala, wodurch beide in die Reifenstapel krachten und das Rennen von hinten aufnehmen mussten. Die besagte Aifholjagd war dementsprechend sehr sehenswert. Sebastian Steinhauer zeigte dabei ebenfalls ein starkes Rennen mit tollem Teamwork, wodurch er sich am Ende mit P9 und weiteren Zählern belohnte.


Dadurch sichert sich Manziel weriter mit Platz 3 in der Teamwertung ab, während Kraft wieder näher in der Fahrerwertung an die Top 3 herankommt. Und das gibt weiter Auftrieb und Motivation, was sich an dem Trainingspensum zeigt; der 1. Manziel-Fahrer trainierte wieder viel, um sich endlich den langersehnten ersten Sieg zu holen. Dabei ist die Pace wieder mal sehr stark beim Deutschen, dazu dürfte der starke Topspeed des Manziels hilfreich werden. Schwierig dagegen wird es im Bezug auf die Strategie, denn der Tank des Manziels schafft wie der Cesario und Falcon keine Ein-Stop Strategie. Dementsprechend darf man erwarten, dass sich Wollborn, Schlüter und Kraft einen heißen Kampf liefern werden. Teamkollege Steinhauer dürfte man dagegen wieder eine Stunde vor dem Start des Rennens beim Training sehen, wobei sich der Heidelberger wieder anschicken wird, Punkte zu sammeln und seinen Teamkollegen zu unterstützen.



Scuderia Cesario

Jannis Wollborn hat in seiner Zeit in der VFC schon so einige starke Serien aufstellen können. Beim vergangenen Rennen in Belgien gelang ihm abermals eine beeindruckende Marke, indem er zum vierten Mal in Folge den Grand Prix über die Ardennenachterbahn gewann. Damit baute Wollborn seinen Vorsprung in der Fahrer-WM auf 52 Zähler vor Marc Schlüter aus und kann relativ entspannt auf den kommenden Heim-GP der Scuderia in Italien und die folgende Sommerpause blicken. Gleichzeitig könnte der amtierende Weltmeister mit einem weiteren Sieg die Grundlage legen um früh in der zweiten Saisonhälfte seinen dritten WM-Titel klar zu machen.


Schwieriger ist dafür das Standing in der Team-WM. Da Wollborns Teamkollege Daniel Bentenrieder nach einem Abflug in Spa wieder leer ausging, hat Falcon die Roten an der Spitze wieder überholt. Umso wichtiger wäre auch ein gutes Gesamtergebnis in Monza. Trainingsrunden drehte der Bayer bereits einige und findet sich im oberen Bereich der Hotlapliste wieder. Teamkollege Wollborn hat wie so oft in dieser Saison bisher noch kein Training absolviert und dürfte im Laufe des heutigen Renntages in den Wagen steigen. Ein Luxus, welchen er sich im Hinblick auf die Fahrer-WM wohl leisten kann.


So werden die Roten in Kombination mit einem Aero Update wieder Favoriten auf die Podestplätze und um den Grand Prix Sieg sein. Ob Wollborn heute Abend den nächsten Schritt in Richtung drittem Titel machen kann oder ob Falcon ihnen beim Heimspiel einen Strich durch die Rechnung macht wird man am heutigen Abend zu sehen bekommen.



Falcon-Phylum Racing

Für Falcon Phylum Racing war der Belgien GP ein voller Erfolg. Mit den Plätzen 2 und 5 sicherte man sich nicht nur ein erneutes Podium, sondern konnte auch die Führung bei den Konstrukteuren zurückgewinnen. Dennoch hätte Marc Schlüter wohl sehr gerne den Sieg in den Ardennen mitgenommen, scheiterte er doch schon 2021 unglücklich am Regenexperten Jannis Wollborn. Doch am Ende musste sich Schlüter knapp geschlagen geben während Teamkollege Walter mit seinem Top-5 Platz seine Punkteserie in der laufenden Saison weiter ausbaute. Bisher gelang es ihm in jedem einzelnen Rennen in die Top-10 zu fahren. Und all das trotz einer verkorksten Intermediate Strategie zum Rennstart.


Dementsprechend motiviert dürften beide Piloten in den kommenden Italien GP gehen. Zwar steht man durch das Cesario Heimspiel eher als Außenseiter da, Potenzial für den Sieg wird aber durchaus vorhanden sein. Wie gewohnt drehten beide Fahrer bisher einige Trainingsrunden auf dem Traditionskurs ohne pacetechnisch jedoch zu sehr zu überzeugen. So steht Schlüter ungewohnterweise aktuell relativ deutlich auf Platz zwei der Hotlapliste hinter Manziel Pilot Alexander Kraft. Wie fast alle Teams hat man sich für das Italien Rennen mit einem Update im Aero Bereich ausgestattet. Damit geht man ein Problem an, welches man in den Duellen mit Wollborn dieses Jahr öfter sehen konnte: der schlechtere Topspeed. Da aber auch die Roten mit dem gleichen Update anreisen könnte sich dieser Punkt aber wieder egalisieren.


Auch in Monza verlor Schlüter 2021 unglücklich den Sieg gegen Jannis Wollborn. Lange sah der ehemalige Russia Rennstall im letzten Jahr wie der sichere Sieger aus...bis der Regen und damit die Superfähigkeit von Jannis Wollborn kam. Am Ende gewann der amtierende Weltmeister und Schlüter musste sich wieder mit Silber begnügen. Immerhin: Regen soll es am heutigen Rennabend keinen geben.


Autoren: Julian Kopp und Jörn Dicks