VFC-2022 - Kanada GP - Kurzanalyse Teil 1

Zum Abschluss der kurzen Amerika Tour geht es für die Königsklasse nach Kanada. Wir werfen einen Blick auf die Chancen der Teams am Ende der Tabelle.

Volksmobil-Blue Horns

Der US GP war für Volksmobil wieder ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite der D2 Meister Jörn Dicks, welcher in den großen Unfall rund um McAllister und Co. verwickelt wurde, danach keine Chance mehr auf Punkte hatte. Auf der anderen Stamm-Debütant Roy Seifert, welcher ein unauffälliges aber effektives Rennen fuhr, letztlich Neunter wurde und so wichtige Zähler einsackte.


Der Stand für den Rennstall ist dadurch aber nur bedingt leichter geworden. Zwar machte man einen Zähler auf die Scuderia Rinaldi gut, verlor aber weitere auf die Equipo Saldo. Daher kann der US GP aus Sicht von Peter Andrews vor allem als Teilschritt und -erfolg gesehen werden. "Insgesamt sind wir hin und her gerissen. Roy ist ein tolles Rennen gefahren, Jörn auch, bis er in diesen Crash verwickelt wurde. Das geht heute nicht auf seine Kappe. In Kanada müssen wir daran anknüpfen und den nächsten Schritt machen."


Damit gibt der Amerikaner auch schon einen Ausblick auf den kommenden Kanada GP. Doch hier scheinen die Aussichten weniger gut als erwartet. Laut Angaben des Teams bereitet vor allem der Durzaam Reifen Kopfzerbrechen. Der harte Rennreifen hat Probleme mit dem Asphalt in Montreal. "Wir arbeiten daran, aber es ist schwer für die Jungs." so Andrews. In der Hotlapliste findet man sich daher momentan eher am unteren Ende wieder. Wie aussagekräftig das für die Qualifikation sein wird bleibt abzuwarten. Sicher erscheint aber, VM wird weiterhin einen schweren Stand haben.


Scuderia Rinaldi

Auch für die Scuderia Rinaldi stellte sich Watkins Glen als hartes Pflaster heraus. Dazu trugen schon die Vorraussetzungen bei. Denn Stammfahrer Philipp Puschke musste ohne Teamkollege Tim Hauck auskommen, kämpfte daher ohne Unterstützung gegen die starke Konkurrenz. Von einem problemlosen Rennen konnte aber auch hier keine Rede sein. Nach einem turbulenten GP kam Puschke letztlich als Zehnter ins Ziel und damit hinter den Konkurrenten von VM und der Equipo Saldo.


Dementsprechend eng bleibt es im Konstrukteurs-Tabellenkeller. Zumindest der Stand bleibt beim kommenden Rennen in Kanada unverändert. Puschke drehte bisher als einziger Rinaldi Fahrer seine Runden auf dem Traditionskurs in Montreal. Dort steht er mittlerweile auf Rang sechs der Hotlapliste, gute Aussichten um gegebenenfalls wieder um die Top-5 mitreden zu können. Erfolgsaussichten, welche das Selbstvertrauen stärken dürften, denn für Puschke ist es bisher rein ergebnistechnisch ein schweres erstes Jahr in der Königsklasse. Aus sechs Rennen stehen vier Ausfälle sowie ein sechster und nun zehnter Platz zu Buche.


Umso bitterer da Puschke als Ersatzfahrer sein VFC-Debüt in Brasilien beinahe gewonnen hätte. Desto größer dürfte nun die Sehnsucht in Kanada nach einem Top-5 Ergebnis sein. Chancen dazu bleiben dem erfahrenen Racer genug, ob mit oder ohne Unterstützung im Team.


Equipo Saldo

Eigentlich braucht man zu den Spaniern der Equipo Saldo 2022 gar nicht mehr viel sagen. Unter den gestarteten Vorraussetzungen ist für das Team von Luca Zorn die laufende Saison schon ein voller Erfolg. In Watkins Glen holte das Team nun nach dem Spanien GP das zweitbeste Teamergebnis, setzte wieder beide Piloten in die Punkte. Dabei war Fabian Jungbluth erneut das klare Zugpferd. Der erfahrene VFCler fuhr auf den achten Platz und schlug damit alleine schon die direkten Konkurrenten in der Team-WM. Doch auch Teamkollege Leif Nordic gelang bereits zum dritten Mal dieses Jahr der Sprung in die Top-12.


Damit konnte man den Vorsprung auf Volksmobil und die Scuderia Rinaldi in der Team-WM weiter ausbauen. Mit dem Kanada Grand Prix steht dagegen eine Station im Rennkalender an, welche für Fabian Jungbluth in den letzten Jahren kein gutes Pflaster war. Sowohl 2021 als auch 2020 ging der Deutsche in Montreal leer aus. 2019 gab es im GTTempel immerhin einen 8. Platz. Gegen selbigen dürfte Jungbluth nach dem kommenden Sonntag auch nichts einzuwenden haben. Momentan steht er in der Hotlapliste noch auf dem vorletzten Rang. Teamkollege Leif Nordic drehte bisher sogar keine einzige Trainingsrunde, dass das für Saldo nicht immer von Nachteil sein muss hat sich in der laufenden Saison aber schon oft genug gezeigt.

Autor: Julian Kopp