VFC-2022 - Kanada GP - Kurzanalyse Teil 2

Im zweiten Teil unserer Kurzanalyse beschäftigen wir uns wieder mit den Anführern des Mittelfelds sowie den ersten beiden Topteams.



Buttler-Pal

Das letzte Rennen lief für die Fahrer von Buttler-Pal wieder mal einigermaßen erfolgreich. Der Wiederholungstäter in Sachen Überraschungen, Heiko Kolvenbach, prügelte den Wagen in der Qualifikation wieder einmal in Q2 und im Rennen auf den sechsten Platz, nach starker Regenfahrt, aber auch durch den großen Crash in der schnellen Schikane von Watkins Glen. Der Verursacher dieses Crashes ist weriterhin umstritten, Tatsache ist jedoch, dass Kolvenbach hiervon wieder profitiert hat und eine große Summe an Punkten geholt hat. So konnte man wieder Boden gut machen auf die Fahrer von Razor. Kolvenbachs Teamkollege zeigte währenddessen eine unaufgeregte und konstante Leistung und beendete das Rennen auf P16, sammelte so also weiter Erfahrung für sich.


Nutzen wird er diese aber nicht in Kanada. Der Oldie wird nicht in Montreal am Rennen teilnehmen, dafür wird ihn eine eigentlich aus der VFC verabschiedete Personalie ersetzen: Alexander Hess hat das Angebot als Ersatz für ein Rennen angenommen und sich gleich an die Arbeit gesetzt. Kolvenbach lobte die Setuparbeit des D2-Vizemeisters und gab an, dass mit ein wenig Feinarbeit einiges rauszuholen sei.

Doch trotzdem flucht der Rheinländer lautstark über die Strecke und vor allem den Duurzaam-Reifen. Montreal gehört nicht zu Kolvenbachs Lieblingsstrecken, dazu macht der fehlende Grip des Duurzaams dem Buttler-Pal-Teamchef deutlich zu schaffen. Punkte dürften schwierig werden, dass gab Kolvenbach selbst zu. Aber es dürfte einiges möglich sein, insofern man bei Buttler-Pal das Rennen schon durchzieht.


Razor GP

Ein gehöriger Reinfall war der USA Grand Prix für die silbernen Renner von Razor GP. Zum ersten Mal in diesem Jahr holte man keine Punkte und das vor allem wegen zwei früher Fehler und dem einsetzenden Regen. Schon in einer frühen Phase des Rennens verlor Tim Brendel den Wagen aus der tückischen drittletzten Kurve heraus und verlor den Anschluss an die Mittelfeldgruppe. Doch die gewann er schnell wieder, allerdings aufgrund eines Safety Cars, welches der Teamchef selbst verursachte. Bastian Paisler hatte sich auf dem hohen Kerb ausgangs Kurve 1 zerschossen und so war die Chance auf Doppelpunkte verschwunden. Im weiteren Verlaufe des Rennens sah Tim Brendel dann auch keine Chance mehr auf Punkte.

So ist man nach dem großartigen Ergebnis aus Monaco wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Man ist punktetechnisch weiter Anführer des umkämpften Mittelfelds, aber die Konkurrenz von hinten schläft nicht. Buttler-Pal ist auf sieben Punkte herangerückt und auch Teams wie Volksmobil und Scuderia Rinaldi dürften trotz des Abstands irgendwie versuchen, weiter rankommen zu wollen. So ist der Kanada-Grand Prix wieder ein wichtiger für Razor GP. Dabei zeigte Paisler eine konstante Rennzeit in den Trainings, die Pace ist im Vergleich aber noch etwas langsam. Teamkollege Brendel scheint ebenfalls etwas dahinter zu sein, hat aber noch kaum trainiert. Die Razor Jungs dürfte man aber auf jeden Fall wieder im Mittelfeld erwarten.


Cliffort Royal Racing

Nachdem man in Monaco halbwegs sein Glück wiedergefunden hatte und es wieder bergauf ging, kam in den USA wieder der Absturz; das britische Traditionsteam von Cliffort erlebte mal wieder ein Rennen zum Vergessen. Im mittlerweile dritten von vier Rennen erlebte der Australier Cooper McAllister wieder einmal einen Ausfall, war Mitbeteiligter an der großen Kollision in der Schikane und musste das Auto als einziger wirklich abstellen. Teamchef Dominic Röhken wütete im Livechat und fragte laut, was man denn noch alles tun müsse, um endlich das Pech abzuwerfen. Denn auch für Teamkollege Barwig lief es nicht besser, der den Wagen auf nasser Strecke in die Wand setzte und ebenso aus den Punkterängen fiel. Dadurch gab es den dritten Nuller der Saison des eigentlich so starken Fahrerduos.


Wieder einmal dürfte also Payback die Devise sein, denn Punkte sind bitter nötig. Platz 3 ist in der Team-WM noch drin, doch dafür muss das Pech endlich abgeschüttelt werden. Pacetechnisch legte der Weltmeister von 2012 schon vor und setzte einige beeindruckende Zeiten, die man jedoch noch nicht ganz deuten kann. Sollte die bisherige beste Zeit jedoch im Rennstint gefahren worden sein, so verspricht es ein vielversprechender Abend für den Australier zu werden, sollte er sich aus Kollisionen fernhalten können. Darauf dürfte auch Teamkollege Yannik Barwig hoffen, der jedoch noch keine Runde gefahren ist. Fahren wird er aber definitiv, so Barwig. Wie es pacetechnisch passen wird istr abzuwarten, aber sollten die Zeiten vergleichbar sein wie bei seinem Teamkollege, so kann man eine gute Punkteausbete erwarten.


Newman Racing

Endlich kehrt wieder Ruhe bei Newman ein. Nach einigen unruhigen Wochen abseits der Rennstrecke hat man nun endlich seinen zweiten Fahrer für den Rest der Saison gefunden, mit dem auch die Harmonie ins Team zurückkehren sollte. Morgen Freeway ist ein alter Bekannter von Patrick Newman und Sven Schubert, dazu einer, mit dem sich beide sehr gut verstehen. Das dürfte gerade Sven Schubert freuen, da dieser mit seinen letzten Teamkollegen eher angeeckt ist. So kann man auch hoffen, dass sich weiterhin gute oder sogar bessere Ergebnisse ergeben.


Die gab es auch schon im letzten Rennen. Sven Schubert zeigte dabei wieder einmal eine ausergewöhnlich starke Leistung im Newman und holte mit Platz 5 eine starke Punkteausbeute. Dabei profitierte Schubert auch von der Zusammenarbeit mit dem Ersatzpiloten Christian Dittmer, der seinen Train initiierte und seinem Teamkollegen half, am Feld zu bleiben. Das Lob erfolgte während des Rennens durch Co-Kommentator Larry Fischer und nach dem Rennen durch Schubert selbst.


Nun konzentriert man sich auf den kommenden Kanada Grand Prix, eine von Schuberts Lieblingsstrecken. Dabei zeigte der Schwabe bisher eine beeindruckende Rennpace und dürfte unter gewissen Umständen sogar Kandidat auf ein Podium sein. Der neue Teamkollege Freeway dürfte sich währenddessen darauf konzentrieren, sein Debüt erfolgreich zu beenden und vielleicht den ein oder anderen Punkt mitzunehmen. Die Rennpace ist dabei bisher ebenfalls ganz ansehnlich, Freeway dürfte dabei ein Kandidat für die hinteren Punkteränge werden. Auf alle Fälle ist Newman weiterhin ein Kandidat auf Punkte und mehr.


Autor: Jörn Georg Dicks