VFC-2022 - Monaco GP - Kurzanalyse Teil 2

Nach dem wir nun die hinteren Teams angesehen haben, geht es mit den Teams im Mittelfeld und teilweise Spitzenteams weiter.



Buttler-Pal

Ein enttäuschender Grand Prix von Portugal liegt hinter dem Überraschungsteam rund um Heiko Kolvenbach und Alex Woitala. Dabei war die Ausgangslage vor dem Rennen doch sehr gut gewesen, denn Kolvenbach startete von P9 mit guter Rennpace. Auch Alex Woitala hatte vor dem Renntag eine gute Pace im Renntrimm gezeigt, qualifizierte sich jedoch auf P17. In den ersten Rennrunden lief es dagegen gut, durch die frühe FCY kamen beide Fahrer gut nach vorne, auch wenn Woitala durch Reifenprobleme wieder schnell durchgereicht wurde. Doch kurz vor Mitte des Rennens schlug das Pech bei beiden Fahrern zu: Woitala, weiterhin dabei, mit kalten Reifen zu kämpfen, verlor den Wagen und krachte in Tim Brendel hinein, der nicht mehr ausweichen konnte. Nach der SC-Phase kam es weiter vorne zu dem Rennunfall, der Heiko Kolvenbach schließlich auch aus dem Rennen nahm, als er und McAllister kollidierten. So steht nach dem starken Ergebnis in Valencia im darauffolgenden Rennen plötzlich ein Nuller in der Team-WM-Tabelle.


Hierdurch konnten vor allem die Equipo Saldo näher an Buttler-Pal herankommen, während Razor GP mit neun Punkten davonzog. Vor allem im umkämpften Mittelfeld darf das eigentlich nicht geschehen, weshalb gerade Kolvenbach darauf aus ist, sich wieder die Punkte unter den Nagel zu reißen. Vor dem Grand Prix ist der Rheinländer guter Hoffnungen, profitiert vor allem wieder von seiner Setup-Expertise. Dadurch steht Kolvenbach auch wieder einigermaßen vorne in der Zeitenliste, dürfte also wieder auch die Großen ärgern. Und gerade sein niedriger Reifenverbrauch dürfte in Monaco zugute kommen. Teamkollege Woitala scheint dagegen wieder leichte Probleme zu haben, was wohl wieder mit den Reifen zu tun haben wird. Laut Insidiern plagt sich Woitala schon seit Beginn der Saison mit den Duurzaams herum, kann diese nicht so schnell auf Temperatur bringen. Wie sich das dann am Renntag auswirken wird, ist abzuwarten.




Razor GP

Kurz schnupperte man bei Razor am Podium. Nach einer starken Fahrt durch Bastian Paisler, die einen Stop weniger, eine reifenschonende Fahrweise und das ein oder andere Überholmanöver beinhaltete, wurde Paisler der dritte Platz kurz vor Schluss von dem heranfliegenden David Jundt genommen. Das dürfte Paisler geärgert haben, aber am Ende hatte man trotzdem den vierten Platz und eine dicke Punkteausbeute zu verzeichnen. Somit zog man von Buttler-Pal weg und setzte sich weiter auf Platz 7 fest. Etwas freudelindernd dürfte aber der unverschuldete Ausfall von Tim Brendel gewesen sein, der bis dahin ebenfalls mit konstanter Fahrweise und einem guten Qualyfying wieder auf sich aufmerksam gemacht hatte.


Die Entwicklung bei Razor GP dürfte auf jeden Fall Grund zur Motivation sein. Der Wagen wird schneller und schneller und die Fahrer können mittlerweile nicht mehr nur mit Konstanz sondern auch guter Grundpace und immer besserer Schnelligkeit auf sich aufmerksam machen. Das wird sich dementsprechend in Monaco zeigen, wo gerade Paisler und Brendels Fahrweise den beiden zugute kommen wird. Wie man weiß ist der Overcut in Monaco sehrt wichtig für das Rennen und gerade das Reifen schonen liegt den beiden Razor-Fahrern durchaus. Gut möglich, dass sich die beiden wieder nach vorne stehlen werden. Dazu ist gerade Paisler eine schwer zu knackende Nuss, dass zeigte der Razor-Teamchef dieses Jahr schon öfters. In Monaco wird das nochmal umso schwerer wiegen.

Dazu war Monaco immer gut zu Razor GP. In den letzten Jahren gab es immer Punkte oder sogar einen Sieg im Fürstentum.

Manziel Grand Prix

Das Technik-Gespenst schlägt schon wieder zu. Nachdem Alexander Kraft schon in Valencia aufgrund eines Problems mit dem Internet den Sieg verlor, war es dieses Mal rFactor 2 selbst, welches Kraft einen Strich durch die fällige Siegrechnung machte. Denn einen Sieg hätte sich der starke Manziel-Pilot schon in den letzte Rennen redlich verdient gehabt. Stattdessen verschmolzen Kraft und Marc Schlüters Autos während der SC-Phase plötzlich zu einem und beendeten das Rennen des Manziel-Fahrers wieder einmal verfrüht. Zumindest einer holte aber Punkte; Ersatzfahrer Roy Seifert zeigte, dass auch er für die VFC bereit ist und holte sich nach starker Fahrt trotz unglücklichem Fehler gegen Ende, fünf Punkte.


Trotzdem kann man den Titelkampf bezüglich Team-WM und Fahrer-WM wohl abhaken. Nur durch ein kleines Wunder oder eine starke zweite oder dritte Saisonphase ohne technische Probleme dürfte Alexander Kraft wieder in den Titelkampf einsteigen können. Diese Chance hat Kraft nun beim berühmten Grand Prix im Fürstentum von Monaco. Wo der Deutsche dabei bisher im Vergleich zur Konkurrenz steht, ist schwierig zu sagen. Laut Zeitenliste ist Kraft bisher fast eine Sekunde hinter der Spitze, aber sehr wahrscheinlich hat Kraft noch nicht alles gezeigt. Das er wieder um den Sieg wird mitfighten können ist aber sicher.

Währenddessen fehlt Teamkollege Sebastian Steinhauer ein weiteres Mal, weshalb Rouven Meschede seine Ersatz-Odyssey durch die Teams der VFC fortsetzt. Der momentane Führende der D2-Meisterschaft hat immer wieder gezeigt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er in der Königsklasse der GSO zu finden ist. Das er wieder ein Kandidat für die Punkte ist, zeigt die Zeitenliste: Meschede steht auf einem starken fünftem Platz.


Cliffort Royal Racing

Drei Rennen, die im Zeichen des Pechs standen. Bei den Briten von Cliffort scheint man sich nach den ersten drei guten Rennen plötzlich in einer Negativserie wiederzufinden. Erst die technischen Probleme in Imola, dann ein Unfall und Disconnect in Spanien und schließlich wieder ein unglücklicher Unfall in Portugal. Zumindest Yannik Barwig holte mit Platz 7 wieder einmal Punkte, jedoch verlor er weitere Plätze nach einer Fehlkalkulation bezüglich Strategie. So hat man trotzdem den Anschluss an die Spitzenplätze verloren, die so hart umkämpft sind. Die Fahrer-WM dürfte man wohl auch schon abgehakt haben, nur die Team-WM dürfte noch etwas zählen.


Beim schwierigen Grand Prix von Monaco sollten daher wieder beide Autos in die Punkteränge kommen, um den Anschluss an die Top 3 wiederherzustellen. Gerade Monaco dürfte Cooper McAllister mit seiner ruhigen und konstant-schnellen Fahrweise entgegenkommen, schließlich hat der Australier dies schon im letzten Jahr bewiesen, wo er gerade Jannis Wollborn in der ersten Phase des Rennens nicht davonziehen ließ. Der Weltmeister von 2012 ist daher prädestiniert für ein gutes Ergebnis, sollte das Pech nicht wieder zuschlagen. Und auch Yannik Barwig scheint wieder für Punkte gut zu sein, teilt sich sogar zeitengenau mit Fabian Walter den achten Platz in der Hotlapliste. Es wäre natürlich ein großes Erfolgserlebnis für das Team rund im Dominic Röhken, wenn die Pechserie endlich in Monaco abgeschüttelt wird.



Autor: Jörn Georg Dicks