VFC-2022 - Portugal GP - Kurzanalyse Teil 3

Cliffort Royal Racing

Es sind schwierige Zeiten dieser Tage beim britischen Rennstall Cliffort. Nach bereits viel Pech zum Saisonbeginn mit dem Höhepunkt in Imola wurde der Rennstall auch in Valencia von Problemen geplagt. So konnte der geplante Ersatzpilot Morgan Freeway auf Grund technischer Schwierigkeiten nicht am Rennen teilnehmen. Der verbliebende Cooper McAllister startete zwar im vorderen Feld, wurde von Jannis Wollborn aber aufs Dach gedreht. So blieb für die Briten abermals nur ein bitterer Nuller.


In Portimao hingegen ist Verbesserung nur schwer in Sicht. Dabei ist nicht ganz klar ob überhaupt ein Fahrer für das Team beim Portugal GP antreten kann. So war Teamchef Dominic Röhken zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten, eine Kommunikation schwierig. Sollte es so sein, dass kein Fahrer für das Team antreten kann dürfte das ein weiterer harter Rückschlag der 22er Saison werden, denn die Konkurrenz wird natürlich darauf aus sein diesen Umstand auszunutzen. Dementsprechend froh dürfte man als Cliffort Fan gewesen sein den Australier Cooper McAllister gestern auf dem Kurs zu sehen. Ein klares Zeichen, dass der ehemalige Weltmeister auch heute das Team vertreten wird. Ob alleine oder doch mit einem Teamkollegen wird dann die große Frage sein.

Newman Racing Team

Bei Newman wird man sich über den bisher zwischenzeitlich dritten Platz in der Team-WM durchaus freuen. Gerade weil man sich vor allem in Sachen Material zu Saisonbeginn im Nachteil sah. Mittlerweile hat man neben einem Sieg auch ein Podium vorzuweisen, auch wenn es in Valencia dieses Mal nicht ganz optimal lief. David Jundt verabschiedete sich in der ersten Rennhälfte durch einen Fahrfehler aus dem Grand Prix. Sven Schubert kollidierte zwar schon in Kurve eins, kämpfte sich dann aber in Bester Schubert-Manier zurück in die guten Punkteränge. Letztlich blieb ein zufriedenstellender fünfter Platz.


Damit nutzt man aktuell erfolgreich die Schwächephase von Cliffort aus. Ob man aber selbst in Portimao vollständig vertreten ist wird bis zur letzten Minute durchaus fraglich sein, denn David Jundt beobachtete man wie gewohnt in den vergangenen Tagen nicht zum trainieren auf dem Kurs. Sven Schubert dagegen drehte bereits einige Runden findet sich aktuell auf der Zeitenliste im vorderen Mittelfeldbereich. Auch alleine wird er wieder für ein ordentliches Resultat gut sein. Kommt noch David Jundt dazu stehen die Chancen auf weitere fette Punkte nicht schlecht. Gerade auf einer Strecke auf welcher besonders fahrerisches Fingerspitzengefühl gefragt ist.


Scuderia Cesario

Jannis Wollborn hatte in Valencia keinen guten Tag. Der amtierende Weltmeister agierte von Beginn an ungewohnt aggressiv in diesem frühen Stadium des Grand Prix. Ein Crash nur eine Frage der Zeit. Den gab es schließlich mit Cooper McAllister. Dass Wollborn bei seiner Strafe anschließend trickste und so das erkämpfte Podium wieder verlor: besonders bitter. Letztlich blieb ein Zwölfter Platz und damit einige verlorene Punkte auf Kontrahent Pascal Pohlenz. So konnte der neue Teamkollege Daniel Bentenrieder erstmals ein Rennen teamintern zwischen den beiden für sich entscheiden.


Für den Bayer ein wichtiges Erfolgserlebnis nachdem es in den Rennen zuvor nie ganz glattlief. Auch in Valencia nicht. Davon zeugt vor allem die Strafpunktebilanz beider Fahrer und so wird auch die Rennleitung in Portugal ein Auge auf das Team haben. In den Trainings hielten sich im Vorfeld die roten Piloten noch etwas zurück. Wollborn trainierte dabei gewohnt weniger als der Teamkollege, auch zeitentechnisch dürften beide noch nicht ihr volles Potenzial gezeigt haben. Allerdings haben schon die bisherigen Grand Prix gezeigt, dass das Gesamtpaket bei den Italienern stimmt und so muss man sie auch heute Abend wieder auf dem Zettel haben.


Clipper Motorsport

Etwas überraschend steht das Clipper Team aktuell auf Platz eins der Team-WM. Dafür sorgte beim Spanien Grand Prix maßgeblich wieder Speerspitze Pascal Pohlenz, welcher mit Platz 1 einen weiteren Sieg für sich und das Team verbuchen konnte. Damit weiter von Hauptkonkurrent Jannis Wollborn wegzog. Für Teamkollege Alexander Rütt lief es hingegen eher weniger gut. Nach zwei größeren Unfällen mit Alexander Hess (VM) musste der Clipper Pilot schließlich den Wagen abstellen.


In Portugal dagegen wird Rütt nicht für den Rennstall antreten. Realistischer ist, dass der D2 Pilot Roy Seifert vom Clipper Nachwuchsteam Chapman Racing für Rütt ins Lenkrad greifen wird. Seifert trainierte in Portugal viele Runden, fuhr für Chapman zuletzt auf den dritten Platz in Portimao. Dementsprechend große Chancen hätte der Rookie für ein erfolgreiches VFC Debüt. Unterstützung kann Pascal Pohlenz dabei gut gebrauchen. Wie gut dieser pacetechnisch unterwegs sein wird bleibt aber bis zum Quali wohl wieder ein Rätsel. Nach einer bescheidenen Pace in Imola ging der Wagen zumindest in Spanien wieder auffällig gut. Da aber auch Pohlenz bisher in der Zeitenliste nicht zu finden ist wird wohl fraglich sein, ob wir den WM-Führenden überhaupt an diesem Ostersonntag sehen werden. Pohlenz war schon in den letzten Jahren immer wieder an Rennsonntagen verhindert. Gerade im Hinblick auf einen spannenden WM-Kampf drücken wird die Daumen, dass auch Pohlenz heute wieder um den VFC-Sieg mitkämpfen kann.

Autor: Julian Kopp