VFC 2022 Portugal GP – Wollborn gewinnt Last-Lap Krimi! – Ausfallmassaker in Portimao

Nach dem chaotischen Rennabend in Valencia setzte die Königsklasse ihre Tour durch Europa weiter fort. Am vergangenen Sonntag ging es dafür zum Portugal GP nach Portimao. Dabei wurde den Zuschauern unter der südländischen Sonne und entspannten 24 Grad Celsius einiges geboten.

Gerade der Kampf um die Pole-Position zeigte sich schon zu Beginn als enge Angelegenheit zwischen dem Weltmeister Jannis Wollborn (Cesario) und dem Falcon Piloten Marc Schlüter (Falcon). Letztlich setzte sich aber Wollborn knapp gegen seinen Gegner durch. Sein ärgster Kontrahent in der WM, Pascal Pohlenz (Clipper), fehlte allerdings an diesem Abend. Umso größer die Chance für Wollborn ordentlich Boden gut zu machen. Philipp Puschke im Rinaldi konnte sein Potenzial abermals zeigen und stellte den Wagen auf den 5. Platz. Top-Team Cliffort musste sich in dem engen Grid mit den Plätzen sechs und acht begnügen, während Volksmobil abermals nicht in Q2 kam.

Die Startphase verlief gerade im Hinblick auf den chaotischen letzten Grand Prix erstaunlich gesittet ab. Dennoch gab es Verschiebungen. Jannis Wollborn übernahm direkt die Führung vor Alexander Kraft und Marc Schlüter, welcher das Nachsehen hatte. Der Weltmeister diktierte vorne erst einmal das Tempo während die Piloten eher auf Abwarten statt auf Attacke setzten. In Runde 4 knallte es dann aber doch. Sven Schubert verlor den Wagen nachdem er den Innencurb zu hart mitgenommen hatte und schied aus. Die Situation löste aber weder Safety-Car noch Full-Course Yellow aus. Es sollte nicht der letzte Ausfall bleiben. Ihm folgte wenige Runden später Alexander Rütt (Clipper), der nach einem verkorksten Rennabend für das Team crashte und FCY auslöste. Das veranlasste einige Piloten zu ihren ersten Stopps.


Generell war es vor allem ein Abend im Fokus der Ausfälle. Während des Grand Prix schieden Tim Brendel und Alex Woitala nach einem unglücklichen Unfall ebenfalls aus. Dabei sorgten auch rfactor interne Lags für Ärger und Kuriositäten. So blieb Marc Schlüter im laggenden Alexander Kraft hängen was unter anderem zum Frontflügel Verlust für Schlüter führte. Kraft indessen verlor einen Reifen und holte so wieder einen Nuller. Da unter anderem Yannik Barwig (Cliffort) auch Alexander Hess (VM) auffuhr profitierten vor allem die Piloten im hinteren Feld und konnten in die Punkteplatzierungen aufrücken. Gerade als in der zweiten Rennhälfte auch Heiko Kolvenbach und Cooper McAllister im Zweikampf kollidierten und ihr Rennen beenden mussten. So gab es abermals einen Nuller für das Cliffort Team.

Durch die Zwischenfälle und die folgenden Unterbrechungen kamen interessante Strategiekonstellationen für den Rennverlauf zu stande. So war es schließlich Fabian Walter (Falcon), welcher in Führung liegend und mit abgefahrenen Reifen den frisch gestoppten Jannis Wollborn im Rückspiegel kommen sah. Das Duell entschied sich in der letzten Runde. Innerhalb eines tollen Fights setzte sich Wollborn wenige Kurven vor dem Ende aber durch und holte so einschließlich der schnellsten Runde das Maximum aus der Aufholgelegenheit gegenüber Pascal Pohlenz.


Für Newman Teamchef Patrick Newman dürfte indessen David Jundt der Held des Tages gewesen sein. Der im Qualy struggelnde (P13) Jundt holte ein unerwartetes Podium vor dem ebenfalls überglücklichen Bastian Paisler im Razor. Es war das beste Einzelergebnis des Teams seit Mexiko 2020. Groß war der Triumph ebenfalls beim Manziel GP Ersatzpiloten Roy Seifert (P8) und Rinaldi Rookie Tim Hauck (P10), welche beide gute Punkteergebnisse holten. Haucks Teamkollege Philipp Puschke beendete erstmals im vierten Rennen einen VFC Grand Prix und holte mit dem sechsten Platz ebenfalls viel Zählbares und Motivation für die kommenden Aufgaben.


Autor: Julian Kopp



Die Wiederholung des GP:


Das offizielle Rennergebnis:


Der WM-Stand: