VFC 2022 - Südafrika GP - Kurzanalyse Teil 3

Im letzten Teil unserer Kurzanalyse für den heutigen VFC-Saisonauftakt in Kyalami werfen wir einen Blick auf die Vorbereitung der letztjährigen Top-4 Teams. Diese könnten heute Abend wichtige Rollen einnehmen.


Scuderia Cesario

Die Italiener gehen mit den gewohnt hohen Ambitionen in die Saison. Die Stimmung war dabei während der Vorbereitung äußerst positiv. Man kommt scheinbar gut klar im neuen Dreiergespann aus Gonzalez Cattivo, Jannis Wollborn und Jan Winter. Der positive Vibe dürfte dabei auch durch das gute Fabrikat kommen. Der Cesario machte in der Vorbereitung einen starken Eindruck. Sowohl in Bahrain als auch in Kyalami grüßte Weltmeister Wollborn aus der Spitzengruppe der Hotlapzeiten. Der deutsche dürfte wohl die Messlatte für alle anderen Toppiloten sein. Jan Winter hingegen hatte leichte Anlaufschwierigkeiten, wurde zuletzt auch von gesundheitlichen Hindernissen geplagt. Nach der Abwesenheit in Bahrain ist Winter nun allerdings zurück und scheinbar Top fit. So konnte er in den letzten Tagen unter anderem an die Zeiten des Vorderfeldes anschließen. Der Hype bei den Italienern dürfte also groß sein. Gespannt wird man auf die Roten beim heutigen Saisonauftakt schauen. Ein Sieg zu Beginn könnte der Funke sein, der aus dem Motivationsfeuer einen Flammensturm entfacht.

Cliffort Royal Racing

Die Winterpause war für die Briten eine turbulente Zeit. Der kurzfristige Abgang von Kevin Peters hielt Dominic Röhken zeitweilig auf Trapp. Nach der Lösung durch den langjährigen VFC-Piloten Yannik Barwig kehrte aber wieder Ruhe ins Team ein. Das neue Dreiergespann, welches sich bereits seit den Anfangs-zeiten der GSO kennt, macht dabei einen harmonischen Eindruck. Auch auf der Strecke konnte man diesen bereits bestätigen. Der Cliffort macht nicht nur auf dem Papier einen guten Eindruck, ob der Wagen die Stärke mitbringt, dass man über die Saison konstant um Siege fighten kann muss man abwarten. In Kyalami zumindest finden sich aktuell beide Piloten in den Top-5 der Zeitenliste wieder. Bitter für den Rennstall: Teamchef Röhken fing sich beim abendlichen Saunagang eine Corona-Infektion ein, muss angeschlagen das Rennen aus der Hotel-Quarantäne verfolgen. Ein Nachteil, betreut Röhken seine Piloten normalerweise intensiv über den Funk. Ein potenzieller Sieg könnte dem Genesungsprozess dabei wohl nur beschleunigen.

Newman Racing

Auch Newman Racing bekam das Personalchaos bei Cliffort voll ab. Schließlich war ursprünglich Yannik Barwig neben Sven Schubert als zweiter Fahrer für den Saisonauftakt in Südafrika geplant. Nun wird also David Jundt in Kyalami an den Start gehen. Der ehemalige D2 Fahrer glänzte dabei in den Trainings wie gewohnt durch starke Abwesenheit, wird wohl auf eine kurzfristige Vorbereitung setzen. Ein Konzept, dass in der letztjährigen Nachwuchsserie zwar noch funktionierte, in der VFC aber seine Tücken haben könnte. Damit kennt sich zumindest auch Sven Schubert aus, diesen sah man aber in den letzten Wochen verhältnismäßig oft auf der Strecke. Der Vize-Weltmeister schimpfte allerdings auf den langsamen Newman. Ob es sich dabei um Sand-Bagging handelt oder der Newman 2022 doch nicht konkurrenzfähig zur Spitze ist kann bisher nur spekuliert werden.

Volksmobil-Blue Horns

Kyalami wird die erste Härteprüfung für das neue VFC-Duo Hess und Dicks. Die Vorbereitung lief von außen scheinbar schwankend, immer wieder konnte man aber mit den Zeiten der Konkurrenz mithalten. In den letzten Tagen wurde aber doch ein kleines Gap nach vorne deutlich. Dabei bestätigte Hess den leicht stärkeren Eindruck gegenüber seinem Teamkollegen. Dicks scheint also noch etwas mehr mit dem neuen Wagen zu kämpfen haben. Gespannt wird das Ganze auch Teamchef Peter Andrews betrachten. Der US-Amerikaner weiß natürlich um die Tücken seiner Vorgehens-weise für die neue Saison. Zwar haben die Rookies gerade am Anfang noch eine Schonfrist, ab einem gewissen Punkt müssen sie allerdings abliefern. Dabei wird man auch auf gute Zeiten im Rennstint hoffen, hier hat man mit den Duurzaam Reifen gegenüber vielen Konkurrenten-Teams eine andere Vorgehensweise. Beide könnten somit im Mittelfeld wiederzufinden sein, damit steigt auch die Gefahr von Zwischenfällen. Wenn sich die beiden Fahrer hier aber aus dem schlimmsten heraus halten können ist definitiv Potenzial für einen zufriedenstellenden Auftakt vorhanden.




Autor: Julian Kopp