VFC-2022 - San Marino GP - Kurzanalyse Teil 1

Aktualisiert: 13. März



Scuderia Rinaldi

Der alte italienische Traditionsrennstall übernimmt Interimsweise den Teamplatz von Beta Guilia bis zum Saisonende. Gleich das erste Comebackrennen des Rennstalls ist dabei in Imola ein Heimspiel. Eine gute Möglichkeit also um direkt zum Auftakt auf sich aufmerksam zu machen. Am besten dürfte das über Philipp Puschke gelingen. Der ehemalige D2 Pilot konnte in seinen zwei Einsätzen der zweiten Serie einen Sieg holen und stand auch zuletzt in Brasilien direkt vor einem Triumph beim Debüt in der Königsklasse.


Zwar scheint der Rinaldi als Wagen schwächer aufgestellt zu sein als der Clipper, dennoch bringt Puschke mit seiner Qualität viel Potenzial für die restliche Saison mit. Dazu trainierte er bisher schon einige Runden, findet sich derzeit aber noch eher im Mittelfeld der Hotlapliste wieder. An seiner Seite wird morgen Abend D2 Pilot Christian Dittmer an den Start gehen, ersatzweise für Tim Hauck, welcher eigentlich als Stammfahrer für Rinaldi eingeplant ist. Dittmer selbst hat bisher noch recht wenige Runden gedreht, wird wohl vor allem auf ankommen fahren. Die bisherigen Zeiten zumindest waren noch fernab der Konkurrenz.


Gespannt blickt man also auf das italienische Team. Als Außenseiter kann man dabei eigentlich zum Auftakt nur gewinnen.



Volksmobil-Blue Horns

Nach einem verkorksten Saisonstart setzte sich auch in Brasilien die Negativserie des Weltmeisterteams VM fort. Alexander Hess schied früh im Rennen nach einer Kollision mit Philipp Puschke aus und auch Jörn Dicks hatte am Ende kein Glück. Verpasste mit Rang 13 letztlich knapp seinen ersten VFC Punkt. So wird auch der Eigendruck des Teams in den kommenden Wochen größer werden. In San Marino ist man als Vorletzter der Team-WM unter Zugzwang. Ein Punkt von Alexander Hess steht nach den ersten drei Rennen zu Buche. Der Druck kommt dabei nicht nur von Außen, auch beide Rookies haben klar gemacht, dass es nun an der Zeit ist, zählbares zu holen. Auf dem Papier zumindest spricht bisher einiges dafür.


Denn die Zeiten sehen wieder Punktetauglich aus, auch wenn man in der Hotlapliste bisher an die Spitzengruppe noch nicht herangekommen ist. Ein bekanntes Bild in diesem Jahr, bedingt unter anderem durch die eher rennlastigeren Duurzaam Reifen, welche auf eine Runde durchaus gegen die Konkurrenz von Yasuda den Kürzeren ziehen. Beide Piloten gehörten dabei wieder zu den Fleißigsten in der Vorbereitung auf den Grand Prix. So konnte man Hess und Dicks schon häufig auf dem Kurs beobachten, gerade Dicks verbrachte viel Zeit für Setupeinstellungen.


Dass es am morgigen Sonntag verhältnissmäßig kühl werden soll, könnte dazu dem Verschleiß der beiden Piloten entgegen kommen. Der Rückzug von SCMM aus der VFC bietet dazu auch die Chance weiter im Feld nach vorne zu rutschen. Vermeidet man so morgen Abend eigene Fehler und hält sich aus dem Gröbsten raus, dürfte es erstmals mehrere Zähler für das Punktekonto geben.



Equipo Saldo

Wie man so schön vor der Saison sagte: Die Jungs vom spanischen Rennstall Saldo können eigentlich nur überraschen. Genau diesen Leitsatz setzten die Piloten Fabian Jungbluth und Leif Nordic in den ersten Rennen in die Tat um. Nach einem punktlosen Auftakt konnte man sowohl in Australien als auch in Brasilien zählbares mitnehmen und findet sich so momentan sogar vor Volksmobil in der Team-WM wieder. Das macht auf der einen Seite Hoffnung, auf der anderen merken Nordic und Co. auch immer wieder die Schwierigkeit ihrer Aufgabe.


Ob diese mit fortschreitendem Saisonverlauf leichter werden dürfte bleibt abzuwarten. In Imola könnte sich wieder die Chance ergeben, die Fehler der Konkurrenz auszunutzen. Gerade Fabian Jungbluth, welcher nun zwei Mal in Folge in den Top-12 zu finden war, dürfte sich wieder auf die Lauer legen. Zumindest aus den bisherigen Trainings ergibt sich der erwartbare schwere Stand für den Rennstall. Derzeit findet man sich in den Hotlaps vor Rinaldi Pilot Christian Dittmer auf den letzten Plätzen wieder. Dabei gibt es sowohl zeitlich als auch beim Trainingsumfang noch Potenzial für beide Fahrer und so dürfte man sich in den restlichen knapp 24 Stunden noch einmal vermehrt auf das Rennen vorbereiten.


Ziehen die Spanier ihre Linie aber auch in Imola weiter durch, ist mit Ihnen zu rechnen. Teamchef Luca Zorn dürfte das mit Wohlwollen beobachten.



Autor: Julian Kopp