VFC-2022 - Spanien GP - Kurzanalyse Teil 2

Buttler-Pal

Mit viel Optimismus ging man bei Buttler-Pal in den San Marino Grand Prix: Heiko Kolvenbach und Woitala-Ersatz Rouven Meschede trainierten viel und erfolgreich, vor allem der Teamchef holte viel aus dem Auto heraus, schaffte es in Q2 und setzte den Wagen auf den achten Platz. Eine sehr starke Leistung von dem Rheinländer. Rouven Meschede konnte es zwar währenddessen nicht ganz zusammenbringen, doch ein vierzehnter Platz in der Qualifikation ließ sich trotzdem sehen.

Und dann ging alles im Rennen daneben. Der Start verlief für Kolvenbach gut, jedoch zu gut: Ein Frühstart, der dazu führte, dass Kolvenbach nach der Safety Car-Phase eine Strafe absitzen musste und ans Feld zurückfiel. Besagte Safety Car Phase war auch nicht zu Meschede gut, da er beim Crash zuvor den Frontflügel verlor und ebenfalls an die Box musste. Der weitere Verlauf des Rennens lief weiterhin nicht gut, Kolvenbach verlor den Frontflügel nach einem Dreher und beendete das Rennen auf P14, Meschede auf P13. Punkte gab es zum ersten Mal in dieser Saison nicht.


Beim kommenden Spanien-Grand Prix soll Wiedergutmachung geleistet werden. Hierfür hat man ein neues Update in den Buttler-Pal-Wagen eingebaut, welches bereits Früchte zu tragen scheint: Kolvenbachs Longrunzeiten sehen gut aus, dazu scheint die Qualypace ebenfalls wieder sehr stark zu sein; momentan steht er auf Platz 6, mit neun Zehnteln Abstand. Allerdings wird von den Topteams am Renntag wohl noch mehr kommen. Teamkollege Woitala zeigt sich ebenfalls gut in der Rennpace, allerdings hat der schon etwas ältere Deutsche eine Coronaerkrankung (gute Besserung an dieser Stelle), weshalb der Einsatz fraglich ist. Rouven Meschede soll sich laut Kolvenbach auf Abruf bereit halten. Im Kampf um die Punkte wird Buttler-Pal auf jeden Fall wieder dabei sein, allerdings könnte dieser hart werden.


Razor GP

Deutlich erfolgreicher lief es beim Kooperationsteam von Buttler-Pal, Razor GP. Zum vierten Mal in Folge konnte man in dieser Saison punkten, wobei man wieder einmal die Taktik "Konstanz" durchzog. So konnte man das schwache Qualy-Ergebnis wieder gutmachen, fuhr in Imola letztenendes auf P9 und P11 von P18 und P15. Teamchef Bastian Paisler kommentierte hierbei nach dem Rennen, dass er kaum ein anderes Auto gesehen habe. Gestört haben dürfte ihn das jedoch nicht. So steht Razor GP dank der Konstanz auf P7 der KWM.


Diese Strategie wird dann auch wieder sehr wahrscheinlich in Valencia angewendet. Dabei dürfte der Fahrerpaarung ein Doppelupdate zugutekommen, welches nun beim Grand Prix zum Einsatz kommen wird. Die Rennpace sieht dabei gut aus, trotzdem scheint Paisler im Vergleich ein wenig hinterher zu hinken. Teamkollege Brendel hat währenddessen erst am Samstagabend erstmals eine Runde auf der Strecke gedreht, die Zeiten sehen dabei aber vernünftig aus.

Die Probleme in der Qualifikation, die zuvor schon in den anderen Rennen zutage getreten war, soll dann durch die Konstanz kompensiert werden, was vor allem durch das Setup und die Charakteristik des Startkurses von Valencia durchgeführt werden könnte. Es wird interessant werden, wo Razor am Ende des Sonntagabends steht.


Falcon Phylum Racing

Mit zwei Punkteplatzierungen, einer starken Pace und ein wenig Glück holte man bei Falcon-Phylum in Imola ein starkes Ergebnis, P4 und P7. Das war nicht selbstverständlich, gerade aufgrund der wenig überholfreundlichen Strecke und der Qualysperre, die Marc Schlüter sich nach den ersten drei Rennen abgeholt hatte. Schlüter war nach Verkündung der Strafe stark demotiviert und schien wenig Lust auf das Rennen gehabt zu haben. Doch der Rennverlauf war für den Deutschen extrem vorteilhaft, profitierte er doch von dem Safety Car und der FCY, wo er seinen ausstehenden zweiten Boxenstopp machen und seine Position halten konnte. So fuhr Schlüter auf P4, hätte mit ein paar Runden mehr sogar Wollborn kriegen können. Teamkollege Walter glänzte dagegen wieder durch eine konstante Fahrt, in der sich P7 abholte.


Für den Spanien-Grand-Prix dürfte man sich sehr viel erhoffen. Schlüter scheint vollends in seinem Element zu sein, haute dabei am Samstagmorgen eine Monsterrunde raus und liegt mit sieben Zehnteln Vorsprung auf Platz 1 der Hotlapliste. Dabei ist zwar noch nicht ganz sicher, wo die Konkurrenten von Schlüter stehen und in wie weit einige schon ihre wahre Pace gezeigt haben. Für das Rennen ist Schlüter genauso gut unterwegs, wobei er vor allem erklärte, dass er mit dem Setup und der Stabilität des Wagens mehr als zufrieden sei. Ein Kandidat für den Sieg ist er also allemal.

Wo Teamkollege Walter steht ist dabei ein wenig schwierig vorherzusehen. Mit seiner besten Runde steht Walter bisher auf P8 der Liste, wobei nicht ersichtlich ist, ob diese Runde schon Qualy war. Die Rennpace sieht dabei jedoch gar nicht schlecht aus, jedoch hielt Walter fest, dass er vor allem Probleme mit dem Reifenverbrauch habe. Das Rennen dürfte auf jeden Fall interessant werden, Schlüter und Falcon-Phylum sind dabei auf jeden Fall ein aussichtsreicher Kandidat auf den Sieg.


Manziel GP

Licht und Schatten gab es beim San Marino Grand Prix für Manziel GP. Mit Alexander Kraft fuhr man wieder mal ein Podium ein, was schon eine Leistung für sich ist. Der Deutsche scheint mit dem Fahrermove von r-Cademy zu Manziel alles richtig gemacht zu haben, dazu outperformed er den Wagen regelmäßig und fährt, bis auf den Unfall in Australien, mit dem goldenen Renner immer aufs Podium. Die Frage ist dabei, wie lange der Deutsche noch warten muss, bis der erste Sieg eingefahren wird. Teamkollege Steinhauer erlebte in Imola währenddessen ein für ihn sehr schwieriges Rennen, bedingt durch gesundheitliche Probleme. Am Ende reichte es für den fünfzehnten Platz.


Der Spanien Grand Prix bietet für Alexander Kraft dabei wieder eine erneute Chance auf einen ersten Sieg in der Königsklasse der GSO. Kraft hat mit seiner besten Zeit wohl noch nicht seine reale Pace im Qualy gezeigt, dürfte dabei wieder ein Wort um die Pole mitreden. Ein Problem könnte dabei aber die Konkurrenz wie Falcon oder Clipper sein, die beide ein Update erhalten haben. Trotzdem wird ein Alexander Kraft wohl nicht so einfach aufgeben wollen, oftmals wird gemunkelt, dass er sich auch offline auf ein jedes Rennen vorbereitet, um dann die anderen zu überraschen. Teamkollege Steinhauer hat währenddessen mit bisher nur 14 Runden keine nennenswerten Zeiten setzen können. Man wird ihn wohl am morgigen Renntag richtig auf der Strecke trainieren sehen, jedoch sollte er ohne Probleme ein Kandidat für die Punkte sein.



Autor: Jörn Georg Dicks