VFC-2022 - Spanien GP - Kurzanalyse Teil 3

Newman Racing

Ein solides Rennen, so könnte man den San Marino Grand Prix von Newman Racing beschreiben. Gerade David Jundt erlebte ein starkes Rennen von sich, obwohl er vor dem Grand Prix kaum trainierte. Doch der Schweizer, der so oft mit Abwesenheit vor dem Renntag glänzt, nahm seinen Kritikern ein wenig den Wind aus den Segeln, qualifizierte sich souverän für Platz 5 und brachte das Auto durch die chaotische Anfangsphase und heile ins Ziel. Die Boxenstopps timete Jundt perfekt und das Überholmanöver gegen Alexander Rütt in den letzten Runden des Grand Prixs sorgte für einen wohlverdienten fünften Platz. Teamkollege Sven Schubert fing sich von Platz 9 aus startend dagegen eine Strafe nach der Kollision mit Bentenrieder ein, brachte das Auto aber ebenso konstant und ohne weitere, große Fehler schließlich auf P8 ins Ziel. Damit holte der Rennstall rund um Patrick Newman die drittbeste Punkteausbeute des Wochenendes, wodurch man sich den vierten Platz von Manziel GP holte.


Den heißen Kampf um die K-WM dürfte das weiter anfeuern. Zwischen dem zweitem und fünftem Platz liegen aktuell nur acht Punkte, jeder Fehler wird daher hart bestraft, sollten die anderen Teams gut punkten. Newman Racing findet sich also mitten in diesem Kampf wieder, nimmt dabei wohl aber eine Außenseiterrolle ein. Der Wagen ist wohl weiterhin der schwächste von den fünf bis sechs Teams da oben, auch vor dem Spanien Grand Prix. Besonders hilfreich ist es nicht, dass Newman kein Update erhält, die Performance des Autos wird also nicht weiter verbessert. Umso bemerkenswerter ist hierbei mal wieder, wie stark Sven Schubert in Valencia bisher wirkte. Dabei ist nicht klar, wo der Vizeweltmeister steht, aber es dürfte sicher sein, dass er wieder um die Top 10 und Punkteränge mitfahren wird. Teamkollege David Jundt glänzt dagegen wie immer mit Abwesenheit, er wird wohl erst kurz vor knapp wieder auf dem Server richtig trainieren.


Cliffort Royal Racing

Es war ein Rennen zum Vergessen für den britischen Rennstall. Der San Marino Grand Prix ist bisher das negative Erlebnis von Dominic Röhken und seinen beiden Topfahrern in dieser Saison. Dabei lief es in der Qualifikation großartig für Cooper McAllister und Yannik Barwig. Mit starkerZusammenarbeit sicherte man sich die Pole Position und den sechsten Platz, eine hervorragende Ausgangslage für den schwierigen San Marino Grand Prix. Und dann lief alles schief, was schiefgehen konnte. Nach der Safety Car Phase bemerkte Cooper McAllister, dass sein Gaspedal nicht mehr komplett durchdrückte, ein Problem, welches immer schlimmer wurde und schließlich dazu führte, dass der Australier kurzzeitig in die Box musste, um das Problem etwas zu beheben. Der Sieg war aber weg. Yannik Barwig erlebte indess das Ende des Rennens gar nicht mehr, als ihm ein Internetausfall einen Strich durch die Rechnung machte. So stand Cliffort am Ende ohne Punkte da, Dominic Röhken verließ entgeistert das Fahrerlager.


Der Spanien Grand Prix soll die Wiedergutmachung werden, so könnte man meinen. Cooper McAllister verkündete zuletzt, dass er die Probleme mit den Pedalen in den Griff bekommen habe. Die Zeiten sehen einigermaßen vielversprechend aus, allerdings hat McAllister bisher kaum konstante Runden zusammengebracht. Der Australier sollte trotzdem am Renntag bei den Topfahrern dabei sein. Teamkollege Barwig ist währenddessen anderweitig verpflichtet, für ihn wird der Färöer Morgan Freeway seinen ersten VFC Einsatz 2022 bestreiten. Dabei scheint der Ersatzfahrer sich nach einiger Eingewöhnungszeit durchaus wohl zu fühlen im Cliffort, setzte dazu eine starke Qualyzeit. Für ihn dürfte aber das Mantra gelten, anzukommen und vielleicht Punkte mitzunehmen.


Scuderia Cesario

Der erste von zwei Heim GPs für das italienische Traditionsteam von der Scuderia Cesario war wohl in Ordnung. Jannis Wollborn zeigte wieder einmal, warum er zu den Topfahrern in der VFC gehört und neben Pascal Pohlenz und möglicherweise Alexander Kraft ein Anwärter auf den Titel für 2022 ist. Der dritte Platz erwies sich als vernüntiges Resultat im Qualy und Rennen und das, obwohl der Weltmeister mit Reifenproblemen zu kämpfen hatte. Trotzdem verlor Wollborn die Führung in der WM an den siegreichen Pascal Pohlenz. Für den anderen roten Renner verlief das Rennen hingegen wieder sehr bitter. Daniel Bentenrieder qualifizierte sich nur auf P10, wurde von Sven Schubert in Runde 1 gedreht und crashte schließlich in Runde 16 aus dem Rennen. Für den Bayer ein frustrierendes Ergebnis, dazu wohl noch schlimmer für das Team, da man in der K-WM ebenfalls verlor.


Valencia ist eine erneute Chance für die Scuderia, wieder ein starkes Teamergebnis zu holen. Das dürfte aber einigermaßen schwierig werden. Jannis Wollborn ist wie immer stark unterwegs, dürfte auch noch nicht alles gezeigt haben und ist wieder ein Kandidat für den Rennsieg. Die Frage ist aber, wie er mit den Reifen klarkommt, die auf dieser Strecke stark belastet werden. Teamkollege Bentenrieder scheint währenddessen noch in Problemen zu sein, ist in der möglichen Qualy-Pace bisher deutlich langsamer als Wollborn und liegt sogar knapp hinter dem Ersatzmann von Cliffort. Ihm dürfte aber wichtig sein, einfach durchzukommen und eine gute Punkteausbeute mitzunehmen. Der Wagen lässt dies allemal zu.


Clipper Motorsport

Ein sehr erfolgreiches Rennen erlebte Clipper Motorsport in Imola. Pascal Pohlenz war im Qualy der Best of the Rest nach den drei Topfahrern vorne und fuhr von P4 aus los. Durch die Probleme von Cooper McAllister gelangte Pohlenz schnell auf P3 vor, durch die spätere FCY mit Bentenrieders Ausfall konnte Pohlenz die Situation perfekt ausnutzen, seinen Boxenstopp machen und dabei den ersten Platz für sich behaupten. So fuhr Pohlenz den Sieg sicher ins Ziel. Sein Teamkollege Alexander Rütt konnte währenddessen sein persönliches Imola-Desaster aus 2021 vergessen machen, als er ebenfalls von der FCY profitierte und sich nach Runde 16 auf dem zweiten Platz wiederfand. Im weiteren Verlauf verlor Rütt zwar diesen zweiten Platz an schnellere Fahrer, jedoch bewies der Eifeler gute Rennintelligenz und gab die Plätze ohne großen Kampf auf, um eine starke Punkteausbeute mit P6 mitzunehmen. So holte sich Clipper 22 Punkte an einem Renntag, was auch das Ziel des Clipper Teamchefs sei.


Denn Pohlenz wolle sich eher auf die K-WM konzentrieren. Obwohl der Hesse zwar die Fahrer-WM anführt, gibt er an, sich eher mit der Team-WM zu beschäftigen, möglicherweise vor dem Hintergrund, dass der Clipper zwar ein guter Wagen ist, der aber auf Dauer nicht mit den anderen Autos mithalten könne. Fürs erste grüßt aber Pohlenz von Platz 1 der Fahrer-WM, die er vielleicht sogar ausbauen könnte. Der Clipper hat vor dem Spanien Grand Prix ein Update erhalten, dürfte damit in der Performance nochmal etwas schneller sein. Das zeigt sich auch in der Hotlapliste, wo Pohlenz bisher sogar vor Wollborn steht. Trotzdem wolle er sich eher auf das Rennen fokussieren und durchkommen. Teamkollege Rütt dürfte das selbe vorhaben; er hat noch nicht trainiert und tut dies zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht. Teamchef Pohlenz versicherte aber, dass er fahren würde. Es wird auf jeden Fall spannend, wo die beiden Fahrer am Ende stehen werden.

Autor: Jörn Georg Dicks