VFC-2022 - USA GP - Kurzanalyse Teil 3

Im dritten Teil unserer Analyse schauen wir uns die Topteams an, dementsprechend die Favoriten auf den heutigen Rennsieg.



Cliffort Royal Racing

Nach drei furstrierenden Grand Prixs und nur sechs Punkten erreichte das britisch-königliche Team rund um Yannik Barwig und Cooper McAllister wieder ein zweistelliges Punkteergebnis in Monaco. Die im Fürstentum eingesammelten 12 Punkte waren auch bitter nötig, denn die Konkurrenz rund um Newman Racing und Clipper Motorsport hatten entweder in Monte Carlo gepatzt oder waren unterbesetzt. Trotzdem waren die beiden Cliffort-Fahrer nach dem Rennen trotzdem frustriert und enttäuscht. Unter normalen Umständen wäre ihrer Meinung nach Podien, wenn nicht sogar der Sieg drin gewesen. Durch die vielen Safety Cars, die oftmals unter unvorteilhaften Umständen zum Einsatz kamen, reichte es dann am Ende nur für P6 und P8.


Trotzdem sollte man bei Cliffort weiterhin bei einigermaßen guter Laune sein wenn es in die USA in den Staat New York geht. Eine erneute Chance auf weitere Punkte bietet sich für Cooper McAllister und Yannik Barwig an, dazu ist der Teamchef Dominic Röhken nach längeren Internetproblemen wieder mit von der Partie und dürfte seinen beiden Fahrern wieder strategisch unter die Arme greifen.


Das dürfte auch nötig sein, denn es deutet sich ein enger und schwieriger Kampf um die Punkte an, dazu ein möglicher Regenschauer. Yannik Barwig, König der USA, ist augenscheinlich bisher als einziger Cliffort-Fahrer auf dem Server gewesen, ungewöhnlich für Cooper McAllister, der eigentlich immer einer der ersten ist, der für ein Rennen trainiert. Barwig scheint währenddessen noch Probleme mit der Rennpace zu haben, dazu steht er in der Zeitenliste rund eine Sekunde hinter der schnellsten Zeit. Somit steht viel Arbeit vor Barwig und möglicherweise McAllister, aber mit der Rückkehr des Teamchefs und der Konstanz der beiden Fahrer sollte eine gute Punkteausbeute möglich sein.

Clipper Motorsport

Was macht Pascal Pohlenz? Diese Frage stellt sich seit zwei Rennen, denn seit dem hart umkämpften Sieg in Valencia hat sich der Clipper-Teamchef und Starfahrer nicht mehr blicken lassen. Mehrmals hat der Hesse aber im Frust gesagt, dass er keine Lust mehr auf die Autos habe, die laut ihm einfach keinen Spaß machen. Nun hat Pohlenz noch nicht offiziell seinen Rücktritt verkündet, es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein. Ersatzmöglichkeiten gibt es wenige, allerdings gibt es Gerüchte, dass Rouven Meschede hin und wieder als Ersatz infrage kommen würde. Das Problem ist dabei aber sein momentaner Arbeitgeber Falcon-Phylum, die das vielversprechende Nachwuchstalent ungern abgeben würden. Daneben wäre eine weitere Möglichkeit der kürzlich freigewordene David Jundt, der zwar wenig trainiert aber bei jedem Grand Prix bisher anwesend war.


Es wirkt wie letztes Jahr, wo lange nicht klar war, wer denn nun Marvin Schumacher ersetzen würde, bis es nach viel hin und her schließlich Leif Nordic wurde. Nur ist es diesmal der Starfahrer, der nach 2020 wohl wieder sich erstmal nicht mehr auf der Strecke blicken lassen wird. Teamkollege Alexander Rütt dürfte also wieder den Alleinunterhalter in den USA für Clipper spielen. Der Eifeler hatte in Monaco einen soliden Grand Prix hinter sich, qualifizierte sich in respektabler Position und hielt Alexander Hess ab, was schließlich zu zwei Punkten führte.


Rütt hat für den amerikanischen Grand Prix zwar noch nicht trainiert, aber das war schon in den letzten Rennen der Fall, wo er dann kurz vor knapp das erste Mal fuhr. Dieses Prozedre dürfte sich also wiederholen. Punkte könnten dadurch schwierig werden, vor allem ohne Pascal Pohlenz oder einen vernünftigen Ersatz. Pohlenz und Rütt dürften hoffen, dass sich bald eine Lösung ergibt, den die Konkurrenz hinter ihnen wird diese Chance dankend annehmen.



Scuderia Cesario

Jannis Wollborn ist in letzter Zeit derjenige, der Cesario punktetechnisch über Wasser hält. Der zweifache Weltmeister hat die letzten beiden Rennen der Saison 22 in spannender Art und Weise gewonnen und dazu jedes Mal die schnellste Runde geholt. 33 Punkte kamen aus diesen beiden Rennen heraus, wobei Wollborn 32 dazu beisteuerte. Denn Teamkollege Daniel Bentenrieder erlebte in den letzten beiden Rennen seine persönlichen Desaster. In Portimao machte dem Bayer der hohe Reifenverbrauch und eine verkorkste Strategie einen Strich durch die Rechnung, in Monaco war es ein unglücklicher Unfall mit Roy Seifert, der den Wagen aus der Schwimmbadschikane heraus verlor und den Cesario-Fahrer mitnahm.


Ein Punkt aus zwei Rennen ist für einen Cesario wohl definitiv zu wenig, weshalb sich Bentenrieder anschicken wird, wieder mehr Zählbares mitzunehmen. Dabei muss der Bayer sich aber zügeln, vor allem im Bezug auf seine Fahrweise und der angesammelten Strafpunkte aus den letzten Rennen. Eine unüberlegte Aktion und die Qualifikationssperre wird fallen. Ruhig und sicher in die Punkte dürfte die Devise sein.


Dasselbe dürfte auch für Wollborn gelten, zumindest im Bezug auf die Strafpunkte. Richtige Punkte hat der Weltmeister genug und dabei die Chance, seine Führung komfortabel weiter auszubauen. Bis zu 15 Punkte hat Wollborn auf seinen ärgsten Konkurrenten, dazu sogar 30 auf den momentan aktivsten Konkurrenten in Form von Fabian Walter. Sein ärgster Rivale im Kampf um den Sieg in den USA dürften wieder Marc Schlüter und Alexander Kraft werden, die vor allem in der Qualy in letzter Zeit stark unterwegs sind. Es dürfte somit ein heißer Schlagabtausch werden.

Falcon-Phylum Racing

Etwas mager fiel das letzte Rennen für Falcon-Phylum aus. Nach den starken Ergebnissen in Spanien und Portugal sollte wieder mal der Kampf um den Sieg in Angriff genommen werden. Doch vor allem in der Qualifikation deutete sich eher ein Zweikampf zwischen Kraft und Wollborn an, Schlüter gelang knapp P3, während Walter mit der Strecke haderte und nur auf P9 fuhr. Dort vlieb der momentan Meisterschaftsdritte das ganze Rennen hinüber, während Schlüter sich in den im letzten Teil des Rennens ein sehr gutes Bild von einem Razor-Heckflügel machen dürfte. Ein vierter Platz stand am Ende zu Buche, insgesamt 13 Punkte. Etwas mager für die eigentlich beste Fahrerpaarung im Feld.


Trotzdem dürfte die Motivation und das Selbstvertrauen beim Kooperationsteam durchaus hoch sein. Man ist weiterhin Erster in der Team-WM, dazu sind Walter und Schlüter auf P3 und P4 der Fahrer-WM. Also eigentlich alles ruhig bei Falcon-Phylum, allerdings frustet es Schlüter weiterhin etwas, dass er trotz der Pace aus den letzten Rennen immer noch keinen Sieg vorzuweisen hat. Das will der Deutsche dementsprechend in Watkins Glen ändern, dürfte aber mit Wollborn und Kraft wieder die gewohnte Konkurrenz haben. Dabei hat er allerdings den Vorteil, dass er deutlich besser mit den Reifen klarkommt was Verbrauch angeht. Und auch Fabian Walter hat noch nicht alles gezeigt, dürfte ebenfalls um die Top 6 mitfahren dürfen. Spannend wird es also allemal, Sieg und Podium sind wie immer möglich.



Autor: Jörn Georg Dicks