VFC 2022 – Weltmeister Wollborn gewinnt beim Höllenritt durch Bathurst!

Aktualisiert: 25. Feb.


Turbulente erste Wochen liegen hinter der VFC. Nach dem spektakulären Saisonauftakt in Südafrika stand für die Piloten und Teamchefs eine ganz besondere Herausforderung auf Programm. Erstmals seit 2014 war der Mount Panorama Circuit in Bathurst wieder Austragungsort der Königsklasse. Letzter Gewinner damals: Ferrari Pilot Jacques Kerni. Passend dazu sicherte sich Weltmeister Jannis Wollborn in einem besonderen Rennen im Ferrari Nachfolger-Auto der Scuderia Cesario am Ende seinen ersten Saisonsieg. Von einer Kaffeefahrt zum Sieg konnte für die Roten dabei aber keine Rede sein.


Das offenbarte sich bereits in der Qualifikation. Zwar gestalteten die Abstände sich durch den fahrerischen Faktor der Strecke etwas großzügiger als noch in Kyalami, spannend bis zum Schluss war es trotzdem. In der ersten Session gab es kaum Überraschungen. Negativer Hinsicht sicherlich das Abschneiden des Weltmeisterteams Volksmobil, welche deutlich nicht den Sprung in die Top-10 schafften. In den letzten Sekunden der Session baten indessen Gino Gaggiano (SCMM) und Sven Schubert (Newman) zum Privatduell, in welchem sich schließlich Schubert mit wenigen Tausendsteln auf gegenüber dem Italiener durchsetzte. Ähnlich spät fiel auch die Entscheidung in der zweiten Session im Kampf um die Pole. Nach einer Klasse Runde des Cliffort Piloten und heimischen Australiers Cooper McAllister konnte Marc Schlüter (Falcon-Russia) in seinem letzten Versuch den Sprung auf die erste Saisonpole schaffen. Weltmeister Wollborn musste sich wie in Südafrika nur mit Platz Vier begnügen. Manziel Überraschungsmann Alexander Kraft performte auch dieses Mal und setzte sich dazwischen auf Rang 3.

Der eigentliche Höllenritt stand für die Piloten im Rennen aber noch an. In der Startphase blieb man dabei überraschenderweise vom großen Crash auf dem Berg verschont. Im Vorderfeld gab es kaum Verschiebungen während im Mittelfeld der ein oder andere Platzwechsel stattfand. Nach und nach kam es dann aber zwangsweise zu ersten Zwischenfällen. Leidtragende unter anderem durch eigene Fehler waren die Piloten von Newman Racing. Sowohl David Jundt als auch Sven Schubert fielen nach langen Reparaturen auf die letzten Plätze zurück. Jundt sollte nach weiteren Zwischenfällen den Wagen infolge eines Unfalls abstellen. Teamkollege Schubert sollte zwar später noch einmal den Fronftlügel verlieren, im Rennen des Vorderfeldes aber noch eine Rolle spielen.


Tragisch dagegen eher der Auslöser der ersten Unterbrechung. Bergauf kam es zwischen den beiden Buttler-Pal so unglücklich zur Kollision, dass Alex Woitala seinen persönlichen VFC-Saisonauftakt 2022 früh abbrechen musste. Heiko Kolvenbach hingegen konnte nach einer Reparatur weiterfahren. Die Folge war die erste Unterbrechung an diesem Abend. Weitere sollten Folgen. Das Abgeänderte Prozedere des flüssigen Übergangs von einer Full-Course-Yellow in eine Virtuelle Safety-Car Phase, welches die Rennleitung extra für diesen Grand Prix konzeptioniert hatte, funktionierte dabei gut.

Überblickt man im Nachhinein das komplette Rennen so war es letztlich doch ein Abend der tragischen Figuren. Sowohl Gino Gaggiano (SCMM), Rouven Meschede (Clipper), Cooper McAllister (Cliffort) und einige weitere gaben tolle Ausgangslagen aus der Hand. Schuld waren dabei im wesentlichen eigene Fehler. Das gipfelte schließlich mit Alexander Kraft. Der Manziel Pilot fightete lange mit um den Grand Prix Sieg. Nach einem Fehler in der ersten Kurve verlor er innerhalb der letzten Runde den Anschluss zum Führenden Jannis Wollborn und crashte schließlich durch ein Abrutschen vom Pedal oben auf dem Berg.

So kam also Jannis Wollborn das erste Mal dieses Jahr als Sieger über die Linie. Direkt vor Dauerkonkurrent Pascal Pohlenz. Dank der beiden schnellsten Runden in den ersten Rennen übernimmt der amtierende Weltmeister erst einmal die knappe Führung in der Fahrer-WM.

Sven Schubert, welcher einen so verkorksten Start ins Rennen hatte profitierte letztlich vom späten Unfall Alexander Krafts in der letzten Runde auf dem Panorama Mountain. Damit fuhr Schubert von Platz 21 bis aufs Podium, eine Leistung die er sich am Ende des Tages selbst wieder einmal nicht erklären konnte.

Autor: Julian Kopp

Das komplette Rennergebnis des Australien GP:


Der aktuelle WM-Stand:



Hier geht’s zur Wiederholung des Australien GP: